W.A.F. LogoSeminare

Mehrarbeit ohne Lohnausgleich?

K
Kurtl
Nov 2016 bearbeitet

Hallo,

um einem drohenden Konkurs abzuwenden müssen bei uns laut Betriebsvereinbarung ohne Lohnausgleich anstatt 37,5 Std/W nun 40 Std./W. gearbeitet werden. Das Ganze bezieht sich nur auf eine einzelne Abteilung, die Belegschaft wurde vor dieser Vereinbarung weder gefragt noch informiert, trotzdem hat der Großteil meiner BR-Kollegen zugestimmt. Ist das rechtlich in Ordnung? Freundliche Grüße Kurtl

7.56007

Community-Antworten (7)

C
Catweazle

07.03.2009 um 00:02 Uhr

@Kurtl,

das wird wahrscheinlich nicht in Ordnung sein.

Siehe dazu § 77 (3) BetrVG. Ihr solltet die Gewerkschaft mit ins Boot nehmen.

D
Dummbax

07.03.2009 um 09:01 Uhr

Eine Schlechterstellung als es der Tarif vorgibt kann keiner per BV regeln. Das können nur die Tarifvertagsparteien, Stichwort Sanierungstarifvertrag, Öffnungsklauseln usw. Die abgeschlossene BV ist daher unwirksam.

K
Kurtl

07.03.2009 um 10:55 Uhr

Und wenn es keinen Tarifvertrag gibt?

K
Kölner

07.03.2009 um 10:58 Uhr

@Kurtl Diese BV ist ungültig. Wenn die AN sich daran halten wollten, ist das eben so. Man könnte sie aber auch aufklären...

Noch etwas: Mit 2,5 Std/Mehrarbeit verhindert man niemals einen Konkurs! Als BR wäre ich jetzt zwingend im Gedankenkreislauf, sofort das Amtsgericht oder die Agentur für Arbeit zu informieren.

S
seppel1

07.03.2009 um 11:18 Uhr

@Kurtl

Sofern hier Koll. schon die 2,5 Std. mehr gearbeitet haben, haben diese Anspruch auf Bezahlung aber nicht nur der2,5 Std. sondern auch der Mehrarbeitszuschläge. Denn es war Mehrarbeit. Als BR sollte man nun zum einen die AN aufklären und auf die Vergütung / Ausgleich hindringen. Denn es handelt sich ja um der MB unterliegenden Mehrarbeit.

Hier hätte man als BR aber schon einmal sehr aufmerksam werden sollen, warum nur 1 Abteilung!

K
Kurtl

08.03.2009 um 13:01 Uhr

Guten Morgen, vielen Dank für die vielen wichtigen Antworten!

Es handelt sich bei uns um ein Callcenter und die ohnehin schlecht bezahlten Callagents müssen nun die 2,5 Std/W unentgeltlich arbeiten. Gehaltserhöhungen für Callagents ( vor 3 Jahren die Letzte) wurden während einer Betriebsversammlung verkündet. Die übrigen Kollegen in den anderen Abteilungen können ihr Gehalt individuell aushandeln. Von November bis einschl. Januar war Kurzarbeit, und nun das.

DAH
Der alte Heini

09.03.2009 um 00:46 Uhr

Kurtl Solch eine Betriebsvereinbarung ist rechtswidrig und somit nichtig. Nur deine Ansprüche, hier die schon geleistete Überzeit ohne Bezahlung, musst der Betroffene selbst geltend machen.

Ihre Antwort