Verhandlungen 40 Stunden Woche ohne Ausgleich
Hallo zusammen,
Erst einmal eine kurze Vorgeschichte. Unser Betrieb ist ein Mittelständisches Unternehmen mit 276 Mitarbeitern und 93 Leiharbeitnehmern. Unser Chef hat das Alleinige sagen, was er sagt ist Gesetz, er lässt keine Gelegenheit aus, den Betriebsrat ins Lächerliche zu ziehen. Jetzt aber zu unserem Problem. Wir arbeiten laut Tarif 37,5 Stunden die Woche müssen aber seit 3,5 Jahren 40 Stunden arbeiten und bekommen nur 37,5 Stunden bezahlt. Damals wurde darüber eine Betriebsvereinbarung getroffen weil der Betrieb „angeblich“ in finanzielle Schwierigkeiten war. Der damalige Betriebsrat hat in der Vergangenheit Fehler gemacht die wir heute zu spüren bekommen. Damals ist es versäumt worden den Betrieb einer Liquiditätsprüfung durch die Gewerkschaft zu unterziehen. Jetzt würde unser Chef die 40 Stundenwoche gerne weiter praktizieren, nach Prüfung der eingereichten Zahlen die der AG eingereicht hatte, wurde festgestellt dass diese Zahlen nicht ausreichen um eine Klausel im Tarifvertrag zu öffnen. Jetzt droht der AG damit Firmenteile, die er vor kurzem erworben hat als eigenständige Betriebe zu führen. Damit wären diese Mitarbeiter nicht mehr unter unserer Zuständigkeit. damit wären dem AG hilflos ausgeliefert. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit der GL sehr schwierig weil die GL die letzten Jahre immer bekommen hat was sie wollte. Unser jetziger Vorsitzender ist schon seit Jahren im Betriebsrat und drängt darauf dass wir Verhandlungsvorschläge unterbreiten. Da einige neu gewählte Betriebsratsmitglieder noch nicht so auf dem Laufenden sind, haben wir unsere Bedenken der Gewerkschaft vorzugreifen. Die Mitarbeiter sind nicht mehr gewillt 10 Stunden im Monat unentgeltlich zu arbeiten.
Meine frage:
Wie sollen wir uns Verhalten?
Community-Antworten (5)
14.09.2007 um 10:58 Uhr
Hallo Kämpfer dies ist heutzutage ein in Deutschland typischer Ablauf im Spannungsfeld GL –BR. Möchte meine Antwort in 2 Teile gliedern: zunächst geht es um tarifliche Angelegenheiten, da ist der BR außen vor, in § 77 Abs. 3 ist der Tarifvorbehalt festgelegt, die BV ist meiner Ansicht ohne rechtliche Wirkung.
Wenn die Gew. einen Sanierungs-TV abschließt wird die wirtschaftl. Lage geprüft und i.d.R. fordert Gew. eine Gegenleistung (Kündigungsschutz/ Weiterbildung o. ä.). Drohungen mit Ausgliederung gibt es immer, wie glaubhaft dies ist müsst ihr abschätzen, so einfach ist das auch nicht.
Als BR sollte man sich nicht so erpressen lassen. Würde die Gew. ins Haus holen, soll Chef mit denen verhandeln.
Die Verweigerung der „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ solltet ihr schriftlich rügen, im Wiederholungsfall mit Klage drohen, bei Gelegenheit auch mal klagen, das wirkt!
14.09.2007 um 12:30 Uhr
Hallo Kämpfer,
habt Ihr auch Chemischer Tarifvertrag IG BCE ? Die IG BCE ist inzwischen dafür bekannt auf die forderung der AG einzugehen und bewusst den BR nicht so richtig berät. Die Richtlinien der IG BCE werden auch bewusst nicht eingehalten, den wen sie es gemacht hätten würde es heute mindestens 70% solche BV gar nicht geben.
14.09.2007 um 13:07 Uhr
Das Schöne ist ja , später weigert sich die Gew. trotz BV und super Zahlen zurück zur kürzeren Woche zurückzukehren !!
Wir würden die Zahlen falsch auslegen und es wäre nicht so etc etc!! Keine Verhandlung möglich !!
Ich warne ausdrucklich davor sowas abzuschliessen, nur auf dem Sterbebett der Firma machen !!!
18.09.2007 um 19:51 Uhr
Hallo Kämper das hört sich aber ganz lustig an !
Aber ich sehe das Problem von einer anderen Seite Dein Chef will einfach nicht mehr zahlen und die Leute wollen nicht mehr um sonst arbeiten.
Ich würde ein BV über ein Arbeitszeitkonto vorschlagen schön eigepackt in Blumen und geschenkpapier. Ihr bietet ihm ein ABZ Konto an von +/- 15 Std im Monat an ab der 16 Std. werden weitere Stunden ausgezahlt + Zuschläge und es werden +15 Std in den nächsten Monat mit übernommen. (der Hintergedanke da ihr ja schon mehr arbeitet muss er alle weiteren Stunden im nächstem Monat auszahlen weil ihr ja schon +15 habt. )
ist wenig zu tun ( wird wahrscheinlich nicht der Fall sein) macht ihr - Stunden alle Stunden über -15 ( -20 Std ) verfallen so nehmt ihr nur - 15 Std in den nächsten Monat mit.
Das ganze mit einer Laufzeit von 6 Monaten, bis das Konto wieder auf O stehen muss. alle + Stunden werden dann ausgezahlt und alle offenen Minusstunden verfallen
Was unser AG auch will auf 40 Std. wir haben aber gleich geblockt und nur zugestimmt, wenn ein Richter oder Einigungsstelle dem zustimmt. was ihn richtig Geld kostet.
MFG: BR Thomas ( Ist ja nur so eine Idee)
19.09.2007 um 09:38 Uhr
Hallo Kämpfer,
um den GF zum Verhandlungstisch zu zwingen ist eigentlich recht einfach. Wenn der alte BR eine BV abgeschlossen hat, dann kündigt die alte BV einfach. Bietet dann unverzüglich verhandlungen an (wie sind denn die Kündigungsfristen?).
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