Probleme durch ERA führen zu Gewerkschaftsaustritten
Moin moin aus dem Norden, Meine Frage bezieht sich auf das Thema ERA, bzw. auf die dadurch entstandene schlechte Stimmung in unserem Betrieb. Seitdem ERA eingeführt wurde herrscht hier die Meinung vor, die IG-Metall wäre die Ursache für Fehlerhafte Eingruppierungen und Abgruppierungen, denn ohne deren Mitwirkung wäre dieser Vertrag garnicht zustande gekommen.
Generell gestaltet es sich in letzter Zeit recht schwierig neue Mitglieder für die IGM zu werben, da sich das Einzelkämpfertum immer weiter verbreitet. Unser Betriebsrat besteht zu 100% aus IGM Mitgliedern. Meine Frage wäre nun: Wie kann ich unsere Mitglieder davon überzeugen, dass eine Mitgliedschaft in der IGM sinnvoll und wichtig ist, da sonst beim auslaufen des Tarifvertrages andere Zeiten anbrechen? Vielverbreitet sind die Mitarbeiter der Meinung, "Die machen das schon", "die machen doch eh was die wollen", " meine Stimme zählt doch nichts" usw.
Wie geht Ihr mit derartigen Situationen um? Habt Ihr evtl ähnliche Probleme? Der AG nutzt natürlich die Situation aus und betont in jeglichen Versammlungen, dass dies nun der Tarifvertrag wäre den die IGM ausgehandelt hat und an den er sich nun halten muss.
ERA wird in unserem Fall Massiv dazu genutzt die Löhne zu drücken. Doch die Wut der Mitarbeiter richtet sich nicht etwa berechtigt gegen den Arbeitgeber, sondern gegen die IGM.
Mit welchem Konzept sollen Wir nun noch neue Mitarbeiter für die Gewerkschaft werben oder zumindest die Welle der Austritte stoppen?
Community-Antworten (9)
04.09.2007 um 17:50 Uhr
Ganz einfach: Mit der schlichten Tatsache, dass der TV nur für Mitglieder gültig und der AG nicht gezwungen ist, diesen Standard auf alle MA auszuweiten. Weniger geht ja immer...
04.09.2007 um 17:56 Uhr
Nun, die Tendenz ist eher dahingehend, dass sich die Mitarbeiter freuen würden, wenn es den TV nicht gäbe, da es Ihnen vorher besser ging. Die Kernfrage bezieht sich also nun darauf, Wie ist den Kollegen klarzumachen, dass Sie zwar primär weniger haben, jedoch auf lange Sicht eine gerechtere Bezahlung besser gewährleistet ist, als im alten TV ?
Nun werden viele von denen die sich als falsch Eingruppiert fühlen vor dem Arbeitsgericht klagen, um die vermeintlichen Fehler der IG Metall wieder auszubügeln. Diese Meinung schlägt nun immer höhere Wellen und sorgt für etliche Austritte.
Wie kann man diese Situation wieder beruhigen?
04.09.2007 um 17:57 Uhr
@monikaC: der TV gilt nur theoretisch nur für Mitglieder.
Hallo Pitbull Wenn es ein neues gerechteres Entlohnungs-System kommt, gibt es immer Unruhe, das ist bei ERA ebenso, denke es wird immer Gewinner und Verlierer geben. Im Schnitt ist ERA bei richtiger Anwendung „kostenneutral“ oder ein klein wenig teurer! Habt ihr euch über den Tisch ziehen lassen ? Dafür kann IG Metall auch nichts.
ERA bietet doch durch Qualifizierung eine bessere Eingruppierung zu kommen. Wir haben dabei
Mitglieder gewonnen.
Für Gründe in der Gew. zu bleiben gibt es außer der Eingruppierung genügend andere.
(Arbeitsrechtschutz, Streikunterstützung, Info, Solidarität, Zeitschrift, usw. )
04.09.2007 um 18:15 Uhr
@"Pitbull",
dann greift das Prinzip der plausibelen Verursachung, macht eine BVersammlung ladet die GEWerkschaft ein und laßst es sie erklären.
04.09.2007 um 18:21 Uhr
Qualifizierung hat keine Auswirkung auf die ERA EIngruppierung. Entscheidend ist die Bewertung des Arbeitsplatzes. In diesem Arbeitssystem wird der Mitarbeiter dem Arbeitsplatz zugeordnet und nciht andersherum. Wenn er das also schon länger macht, wird die nötige Qualifikation einfach Unterstellt und bezahlt. Also nix übern Tisch gezogen.
Aufregung entsteht dort, wo Qualifikationen, wie z.b. die Sozialkompetenz nicht greifbar sind und auch nicht bezahlt werden sollen.
05.09.2007 um 01:34 Uhr
durch neue eingruppierungen darf kein an schlechter dar stehen als vorher, heißt also era nutzen um die die vielleicht besser damnit dastehen zu fördern, für alle anderen bei der einführung sonderkonditionen herausarbeiten (so haben wir das gemacht). nur die die neu eingestellt werden, dafür ist dann die neue era bindend. aber erstens hat die igm schon seit etwa kurse bezüglich era, und zweitens helfen die bei den Streitfällen (bei uns haben sich einige beschwert, bis wir denen vorrechneten, dass sie mirt era mehr verdienen). also der igm kann da echt kein vorwurf gemacht werden!!! wenn ein wenig dem br, dass er sich nciht schulen ließ! auch die waf bietet meines wissens seminare zu dem thema an!!! also bitte lehrgänge besuchen und wenn es dann nciht klappt meckern!!!
05.09.2007 um 08:43 Uhr
Don Johnson, danke für deinen Beitrag.
Wir haben die Schulungen der IGM ausnahmslos besucht und Wissen auch bescheid, wie ERA umzusetzen ist. ABer wenn sich er Arbeitgeber strikt an den TV hält ist er keineswegs dazu verpflichtet "Sonderkontidionen" zu gewähren. Wozu auch, das würde ja den schönen Grundgedanken einer "gerechteren entlohnung" kaputt machen. Dann hat man ja wieder die alten Konditionen.
Unser Arbeitgeber lässt in diesem Punkt nicht mit sich reden. Ganz Objektiv betrachtet sind auch die meisten Bewertungen Ok, was die Kollegen hier stört, ist die Tatsache, dass man auf seine Arbeit reduziert wird und zusätzliche Qualifizierungen plötzlich keinen mehr Interessieren.
Die Frage ist auch weniger - Was ist ERA und wie gehe ich als Betriebsrat damit um, sondern vielmehr, Wie gehe ich mit der derzeitigen "Anti-Gewerkschaft"´s Situation um?
05.09.2007 um 11:58 Uhr
@Don Johnson Wir werden keine Freunde... ..."durch neue eingruppierungen darf kein an schlechter dar stehen als vorher, heißt also era nutzen um die die vielleicht besser damnit dastehen zu fördern," Das ist so ein Nonsens, wenn man sich die betriebliche Realität ansieht und auch stimmt das so nicht!
05.09.2007 um 13:58 Uhr
Hallo pitbull, es ist schwierig, gegen die allgemeinen Kampagnen der letzten Zeit anzugehen, bei denen über die Medien gezielt verbreitet wird, dass an allem Übel nur die Gewerkschaften mit ihren Lohnforderungen schuld sind. Das Schlimme ist - man kann nicht mal nur bestimmte Medienerzeugnisse unter der Gürtellinie verantwortlich machen - nein auch "seriöse" Sender und Druckerzeugnisse stimmen in diesen Chor mit ein. Und wenn das nur lange genug eingehämmert wird, braucht es schon eine gehörige Portion realistischen Denkens, um das nicht zu glauben. Als BR sind uns viele Zusammenhänge eher klar, als den unbeleckten AN. Es hilft also nur eine gute Argumentation und die kann Euch nur ein guter Gewerkschaftssekretär liefern. Deshalb ist der o.angef. Vorschlag - einen solchen zur nächsten BetrVers. einzuladen, und notfalls nochmal und nochmal, der aus meiner Sicht einzig vernünftige Weg aus der Misere.
Verwandte Themen
ERA-Zulage auch Bestandteil der Alterssicherung ?
Hallo, nach der ERA Einführung war ich Überschreiter und der Verdienstausgleich wurde über 1. ERA-Ausgleich Überschreiter und 2. ERA-Zulage (tarifdyn.) ausgeglichen. Mittlerweile ist der 1. ERA-Aus
ERA-Einführung: Wie, wenn kein Fonds gebildet wurde?
Hallo. Bei uns soll mittelfristig ERA eingeführt werden. Jedoch hat unser Betrieb nie in einen ERA Fonds einbezahlt. Wie wurde das damals mit den Tariferhöhungen gemacht bei Betrieben, die ERA nicht
ERA Zahlung 2006 verjährt?
Wir sind im Metallbereich Hessen (IGM-Frankfurt) Arbeitgeber ist nicht im Arbeitgeberverband. Bei uns ist noch keine ERA Umgesetzt worden, bzw. wird das auch wahrscheinlich nicht umgesetzt. Wahrsche
ERA Einführung
ERA-Einführung mit externem Berater Hallo KollegInnen, unsere GL wird ERA mit einer Unternehmensberatung -Legros Consult- einführen. Die GL hat eine gemeinsame Einführung von ERA mit dem Bet
Hile! Hilfe! Wo sind die ERA Experten?
Hilfe!Hilfe! ERA !! Nach unserer heutigen namentlichen Zuweisung der Stellenbeschreibung laut ERA ist das Betriebsklima am Boden! Nun ist auch klar warum sogenannte "Umstrukturierungen" in den kürzl