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Üble Nachrede eines BRM gegen ein anderes BRM

M
Medowala
Jan 2018 bearbeitet

Hallo! Ich bin Stellvertretende BR-Vorsitzende in einem eher kleinen Familienbetrieb (etwas über 100 Arbeitnehmer, davon jedoch viele in Teilzeit). Meine Vorgehensweise ist zunächst das Gespräch mit der GL zu suchen, wenn`s sein muss, auch mehrfach, bevor der BR Kosten verursacht, die letztendlich ja auch den Mitarbeitern schaden (weil das Geld für andere Dinge fehlt). Mein wichtigstes Anliegen als BR-Mitglied ist die Erhaltung des Betriebes und damit die Erhaltung der Arbeitsplätze. Mein moderates Verhalten wird von zwei weiteren Mitgliedern (u.a. dem Vorsitzenden) nicht gebilligt. Mir werden ständig Vorwürfe gemacht, es kommt zu Unterstellungen, die nicht auf Wahrheiten beruhen, usw. Einer der beiden BR-Mitglieder äußerte bereits mehrfach, ich stehe nicht hinter der Belegschaft. Er tut das leider auch beispielsweise auf dem Korridor, so dass Kollegen, die nicht im BR sind, es hören können. Ich fühle mich zumindest in gewisser Weise gemobbt (ein anderes BRM bestätigt das). Ich habe mich niemals gegen irgendwelche Kollegen gestellt und im letzten Sommer nach einer Urlaubssperre durch die GL (die keine war, weil nicht mit dem BR verhandelt) dafür gesorgt, dass alle Kollegen, die einen Urlaub beantragt hatten, ihn doch bekommen haben (ich selbst habe meinen verschoben, um niemanden im Wege zu stehen). Diesen Kampf musste ich komplett allein führen, da diverse BRM im Urlaub waren (unser BR hat 5 Mitglieder) und das einzige anwesende BRM (einer meiner jetzigen Gegner) mich in keinster Weise unterstützt hat. Fehler mache ich natürlich auch, aber allein die Tatsache, dass ich den moderaten Weg suche, disqualifiziert mich meines Erachtens nicht für eine BR-Arbeit. Das BRM, das "öffentlich" über mich herzieht, habe ich um Unterlassung gebeten. Die Reaktion war, er könne das nicht garantieren. Die beiden BRM, die gegen mich sind und mich mittlerweile auch teils ausschließen, sind Männer, wir restlichen 3 BRM sind Frauen, von denen eine komplett auf meiner Seite ist, die andere ist eher so ein Wechselbalg. Wie soll ich mich verhalten, ich erwäge eine Amtsniederlegung, weil mich das Ganze echt zermürbt. Sorry, für die langen Ausführungen und schönen Dank für die Antworten. Medo

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Community-Antworten (4)

D
dinoli

08.06.2009 um 09:34 Uhr

Hallo, Deine Einstellung kann ich nicht nachvollziehen.

"bevor der BR kosten verursacht,die letztendlich auch den Mitarbeitern schaden."

Demokratie kostet Geld und Schulungen auch! Diese Kosten sind notwendig und helfen den Mitarbeiten in dem sie einen quallifizierte BR erhalten. Als BR-Mitglied bist Du sogar verpflichtet Dich zu schulen! Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass sich jedes Betriebsratsmitglied auf sein Mandat als Betriebsrat umfassend vorzubereiten hat. Aus diesem Grund ist jedes Betriebsratsmitglied verpflichtet, sich die dafür unerlässlichen Kenntnisse anzueignen (BAG vom 21.04.1983 - 6 ABR 70/82). Das andere von Dir geschilderte hört sich nach Kinderkacke an ( von denen eine komplett auf meiner Seite ist, die andere ist eher so ein Wechselbalg). Ihr vertretet nun mal die Belegschaft.Was ihr veranstalltet ist gegenseitiges niedermachen und hilft nur dem Arbeitgeber. Vorschlag macht als BR Gremium doch eine Klausurtagung unter Anleitung eines Moderator. Dieses verursacht wieder Kosten, aber ist zum wohle der Belegschaft, wie es mir scheint sehr nötig. Zum Thema Mobbing gibt es sehr gute Seminare, was ist Mobbing und wo fängt es an. Die Amtsniederlegung würde ich mir noch mal gut überlegen. Das die BR-Arbeit oft zermürbend sein kann ist auch klar. und es gibt auch nicht immer eine Meinung im Gremium.

J
Justice

08.06.2009 um 10:46 Uhr

@dinoli Hier geht es wohl weniger um Schulungen. Ich spreche meist auch mehrfach mit der GL, bevor ich mich rechtlich vertreten lasse. Warum auch nicht? Wenn ich mit der GL nicht einig werde und mich im Recht fühle, kann ich immer noch zum Anwalt gehen. Dann verursacht aber die GL die Kosten, und nicht der BR. ;-) Ansonsten gehören BR-Gespräche wohl nicht auf einen öffentlichen Korridor. Bei uns im BR ist es eher normal, dass wir nicht einer Meinung sind. Dafür gibt es zu den einzelnen Punkten doch Beschlüsse. Was heißt ''stehe nicht hinter der Belegschaft'' eigentlich genau???

K
klinik

08.06.2009 um 10:49 Uhr

BR-Arbeit ist ein hartes Brot und speziell für den der versucht Veränderungen durchzuführen. Such das Gespräch im Gremium, über euren zukünftigen Weg und rede mit dem "Querulanten" in deinen eigenen Reihen. Aber mach eins nicht und das ist aufgeben.

E
ellsa

08.06.2009 um 11:44 Uhr

@klinik schließe mich deinen Worten an.

Es ist sehr wichtig "vertrauensvoll" zusammen zuarbeiten, hab ich in einem Seminar gelernt. Wenn es nicht geht, dann gibt es ja noch andere Mittel und Wege. Das nur fünf BRM nicht zusammenhalten finde ich schon bedenklich, aber vielleicht ist es ja möglich, wie bereits erwähnt, ein klärendes Gespräch im Gremium herbeizuführen.

Amtsniederlegung ist jedoch keine gute Lösung !!!!!!!!!!!!!

Schönen Montag..............

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