Beschwerde einer Ma mit dem Inhalt" Sexuelle Belästigung" - Wie nun weiter?
Hallo liebe BR Kollegen/innen, als Br kommt man manchmal in Situationen, die einen irgendwie nicht loslassen und demnach brauch ich euren Rat. In den letzten Wochen haben sich einige Koleginnen zunächst untereinander unterhalten, daß der neue Ma (seit 2 Monaten im Betrieb) den Damen etwas zu Nahe kommt z.B Hemd sitzt nicht richtig in der Hose, der Rücken ist zu sehen und der neue Ma legt seine Hand drauf oder eine andere bekommt einen Kuss auf die Wange oder eine Azubi wird auf den Schoss genommen. Der Abteilungsleiter wurde zunächst über Dritte informiert. Die Betroffenen selbst haben sich nicht gemeldet. Der stellv. Abteilungsleiter hat gleich am nächsten Tag den Ma zu sich gerufen und ihm klar gemacht, daß er zu achten hat, wie er sich verhält und ihm auch verdeutlicht, daß so etwas Konsequenzen mit sich ziehen kann. Seine Verteidigung war, daß ihm nicht bewusst wäre jemand zu nahe gekommen zu sein. Er kommt aus einem Land, wo diese "Nähe" völlig normal ist. Der Abteilungsleiter hat unseren Sl über den Sachverhalt informiert und nun wird er genauer beobachtet. Eine Br kollegin hat die Betroffenen angesprochen und denen gebeten, daß sie sich beschweren sollen. Komischerweise wollen sie sich nicht beschweren und finden es nachhinein auch nicht mehr schlimm, was er getan hat bzw. wie er sich verhalten hat. Irgendwie macht es auch den Anschein, als wurde diese Situation etwas hochgeschauckelt. Gestern haben wir doch noch eine schriftliche Beschwerde erhalten, die den Sachverhalt wie oben beschrieben ( Hand auf Rücken gelegt) berichtet. Wir haben dieses an SL weitergeleitet und um Klärung gebeten. Meine Frage nun: Wie nun weiter? Als Br raushalten bzw. den Ag überlassen, ob und welche Konsequenzen der Ma ziehen wird? Oder auch den Ma ansprechen und fragen, was er zu den Anschuldigungen sagt? Diese Situation ist sehr brisant und nicht ganz eindeutig. Die Gefahr ist groß, daß man automatisch in eine Richterrolle schlüpft und urteilt. Was würdet ihr tun??
Vielen Dank im voraus Bebi
Community-Antworten (9)
12.03.2009 um 15:35 Uhr
Wenn die Kolleginnen selbst nichts dabei finden und sich nicht beschwert haben, dann verstehe ich den ganzen Zermon nicht. Über dritte wird da etwas hochgeschaukelt, was (wahrscheinlich) überhaupt nicht vorhanden ist. Und ganz ehrlich:"Huch, da hat einer die Hand auf den Rücken gelegt", aus diesem Zeitalter sollten wir raus sein.
Wenn ich dann noch lese, dass "das Hemd nicht ordentlich saß ..." Habt ihr keine wirklichen Sorgen?
12.03.2009 um 15:48 Uhr
Du sagst es so leicht. Du musst aber Bedenken jeder hat seine Grenzen und jeder hat sein Empfinden. Für den einen ist es nicht schlimm und für den anderen ist es sexuelle Belästigung. Für dich ist die Situation vielleicht pille palle für uns wiederum eine Situation die sehr wohl ernst zu nehmen ist. Du musst Bedenken es ist die Hand eines fremden Mannes und demnach hat es die Kollegin als sehr unangenehm empfunden.
12.03.2009 um 15:53 Uhr
Nun gut, dann soll sie sich beschweren. Wenn sie es nicht macht, geh ich davon aus, dass nichts war, und was dritte sagen, ist mir in solch einem Fall wirklich pillepalle ... Vielleicht liegt es auch an unserer Herkunft, hier im Osten sehen wir manche Dinge nicht ganz so verbissen, und nicht jeder Mitarbeiter ist unter den Mitarbeiterinnen gleich ein sexueller Unhold.
12.03.2009 um 16:02 Uhr
@Bebi
da ihr eine schriftliche Beschwerde bekommen habt, müsst ihr der auch nachgehen. Mein Vorschlag:
Ihr führt ein Gespräch mit beiden Beteiligten um den Sachverhalt zu klären. Dann kann jeder der beiden seine Sicht der Dinge darstellen. Wenn es so ist, wie die Mitarbeiterin es schildert, die sich beschwert hat, dann sollte man als BR auch Stellung beziehen. Und wenn die MA dieses als befremdlich und als sexuelle Belästigung empfindet ist es ein ernst zu nehmender Vorwurf und dem Kollegen muss klargemacht werden, dass er seine Hand oder was auch immer bei sich zu lassen hat, denn körperliche Berührungen jedweder Art haben nichts mit einem Arbeitsverhältnis zu tun, auch wenn er aus einem Land kommt, wo "Nähe" völlig normal ist, so wie du es schreibst. Ansonsten kann dieses Verhalten auch arbeitsrechtliche Konsequenzen zur Folge haben, wie es schon euer stellvertetender Abt-Ltg. angekündigt hat.
12.03.2009 um 16:10 Uhr
@Tanzbär
das hat auch nicht mit einem Generalverdacht als sexueller Unhold zu tun, egal ob Ost oder West.
Da wo sich irgendjemand beschwert, egal ob es um "anzügliche Sprüche" oder Berührungen geht, die derjenige als sexuelle Belästigung empfindet, und sich dann Dir gegenüber als BRM diesbezüglich äußert, ist es deine Pflicht, dem nachzugehen.
Das muss geklärt werden, umgekehrt aber genauso, denn es kann ja auch das Gegenteil der Fall sein, ich als "vermeindliches Opfer" streue Gerüchte über jemanden um ihm zu schaden.
12.03.2009 um 16:28 Uhr
@ Galaxy
Vielen Dank für deine Antwort.
Wie bereits oben beschrieben haben wir die Beschwerde an Stationsleitung weitergeleitet und um Klärung gebeten. Meine Frage an dich: Abwarten ob SL ein gemeinsames (mit allen Beteiligten) Gespräch führt oder als Br gleich/parallel aktiv werden und Gespräch organisieren??
12.03.2009 um 16:42 Uhr
@Bebi
Ich würde die SL ansprechen und ein gemeinsames Gespräch organisieren, durch die vorherige Intervention der stellvertretenden Abt-Ltg. ist dieses Thema ja eh schon auf dem Tisch, ich würde es auch als dringlich einstufen und um sofortige Klärung bitten, nicht noch eine Woche abwarten. Ansonsten bekommt die ganze Aktion eine Eigendynamik und droht aus dem Ruder zu laufen. Ich weiß, wovon ich rede, ein MA wurde von einer MAin "angegraben", und als dieses nicht den gewünschten Erfolg hatte, wurde diese ganze Aktion "umgekehrt" und der MA der sexuellen Belästigung beschuldigt. Bis der Verdacht ausgeräumt werden konnte hatte der MA die MAin schon, "laut Gerüchteküche" betascht und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Und von den Gerüchten bleibt immer was hängen.......
12.03.2009 um 17:24 Uhr
@ Galaxy
Deinen Vorschlag finde ich gut. Mal sehen was aus unserer Sache wird. Vor einigen Jahre hatten wir auch eine Situtaion, wo es eindeutig sexuelle Belästigung und Nötigung war. Der Typ hatte echt einen Knall. Der hat damals einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet und weg war er. Demnach sind heute meine Kollegen/innen etwas gnadenloser zu dem neuen Ma und würden sich gleich seine Kündigung wünschen, aber die Wahrheit könnte ja auch verdreht sein, wie in eurem Fall. Schwierig objektiv zu urteilen. Auf jeden Fall muss es geklärt werden.
Vielen Dank nochmals
12.03.2009 um 18:39 Uhr
@Bebi Bin hier ganz der Meinung von Galaxy!!! Behutsam aber doch energisch der Sache nach gehen. Wir leben vielleicht in einer Welt wo alles ein bißchen lockerer geworden ist, aber wenn man nicht rechtzeitig reagiert wer lebt dann mit der Schuldfrage "hätte ich doch mal was unternommen"! Sicher müßt ihr aufpassen den Beschuldigten nicht vor zu verurteilen, aber so viele Dinge in so kurzer Zeit und dann noch das Auszubildene sich bei ihm auf´m Schoss setzen, da hört jeglicher Spass auf. Ich wünsche euch das ihr die richtige Entscheidung trefft.
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