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Vorstand will Mitarbeitern unzumutbare Zusatzarbeit "aufhalsen" - was tun?

I
imebro
Jan 2018 bearbeitet

Hallo an Alle.

Nach einem gestrigen Gespräch mit unserem Vorstand, habe ich heute eine wichtige Frage an alle hier im Forum: Wir sind ein kleines Team von 20 Mitarbeitern. Daher bin ich auch lediglich einköpfiger Betriebsrat. Nun ist es so, dass wirklich alle Mitarbeiter am Limit arbeiten und voll ausgelastet sowie z.T. auch überbelastet sind.

Da unser Sekretariat seit einigen Monaten nur noch halbtags besetzt ist, was den Arbeitsablauf erheblich stört, möchte der Vorstand nun leider nicht unsere gute, engagierte Auszubildende übernehmen (angeblich aufgrund zu hoher Personalkosten), sondern diese Arbeit zusätzlich einem unserer Mitarbeiter "aufhalsen". Er hat u.a. auch Personen (auch männlich) vorgeschlagen, die sich für einen Sekretariats-Job völlig ungeeignet halten. Des weiteren hat er z.B. auch mich selbst vorgeschlagen, obwohl ich bereits für die gesamte EDV verantwortlich bin - darüber hinaus noch eine Zusatzaufgabe mit 25% Zeitanteil ausführe (die mir vor ca. 2 Jahren zu meiner Arbeit hinzu gegeben wurde) - und letztlich natürlich noch Aufgaben als Betriebsrat habe. Unser Vorstand sprach sogar davon, dieses Problem ggf. durch eine Art "Rotations-System" lösen zu wollen.

Welche Möglichkeiten habe ich - für meine Kolleginnen/Kollegen und mich selbst, hier eine unzumutbare Zusatzarbeit abzuwehren, bzw. klar zu machen, dass man nicht jedem diese Aufgabe zumuten kann? Wie gesagt - es handelt sich um Arbeit im Sekretariat, wozu sicher nicht jeder Mitarbeiter geeignet ist.

Was kann derjenige tun, den es ggf. trifft, ohne eine Arbeitsverweigerung zu riskieren? Wie sollte ich als BR dann darauf reagieren?

Vielen Dank schon jetzt für Eure Hilfe!

Gruss imebro

4.59307

Community-Antworten (7)

P
paula

14.06.2007 um 10:46 Uhr

ich könnte Dir ja einen Tipp geben.

Aber ich bin jetzt mal ehrlich: ich finde diesen Unterton, der die Sekrtariatsaufgaben, wie Du es nennst, als "unzumutbar" darstellt einfach unangemessen. Was soll hier der Hinweis, dass da ja auch männliche Kollegen betroffen sind. Können die nicht solche Tätigkeiten übernehmen. Oder sind Männer schon von Natur aus für solche Arbeiten nicht geeignet.

Also ich war echt erschüttert als ich die Anfrage gelesen haben...

I
imebro

14.06.2007 um 10:52 Uhr

@ paula

Sorry... vielleicht habe ich mich wirklich etwas mißverständlich ausgedrückt.

Mit dem Begriff "unzumutbar" ist nur gemeint, dass unseren Mitarbeitern keine zusätzliche Aufgabe mehr zuzumuten ist. Wir alle hier arbeiten bereits am bzw. über dem Limit des erträglichen.

Die Bemerkung zu den Männern, die dort ggf. eingesetzt werden sollen, habe ich nur deshalb gemacht, weil es eben doch eher außergewöhnlich ist und es zeigt darüber hinaus auch, dass unser Vorstand sich eben überhaupt keine Gedanken darüber macht, dass sich nicht jeder Mensch für Sekretariatsaufgaben geeignet fühlt. Es handelt sich auch nicht nur um "normale" Sekretariatsarbeit, sondern auch ums Sekretariat für unseren Geschäftsführer.

Ich hoffe, ich konnte das Mißverständnis etwas aufklären.

Gruss imebro

P
paula

14.06.2007 um 11:01 Uhr

ok!

Dann werfe doch mal einen Blick in den § 99 BetrVG. Es könnte sich um eine Versetzung handeln die mitbestimmungspflichtig ist. Je nachdem wie stark hier diese Aufgaben hinzukommen. Ansonsten können die Kollegen sich ggf. individualrechtlich wehren. Es stellt sich nämlich die Frage, ob die Aktion noch vom Direktionsrecht gedeckt ist. Aber das ist nur im Einzelfall zu entscheiden

und vielleicht redest Du mal mit den Kollegen. Denn es sollte heutzutage nichts außergwöhnliches sein im Sekretariat zu sitzen

I
imebro

14.06.2007 um 11:07 Uhr

@ paula

Zunächst vielen Dank für den Tipp.

Da ich aber einköpfiger BR bin, habe ich ja leider kein Mitbestimmungsrecht in Bezug auf § 99 BetrVG, da es sich um personelle Einzelmaßnahmen handelt.

Des weiteren geht es ja auch gar nicht darum, dass kein(e) Kollegin/Kollege diese Arbeit machen möchte, sondern einfach darum, dass einfach keine entspr. zeitlichen Kapazitäten mehr bei den Kollegen da sind.

Gruss imebro

D
Dame

14.06.2007 um 12:29 Uhr

Hallo imebro, wie ist es denn mit Anträgen auf Überstunden? Diese könnte man doch als Druckmittel verwenden um vielleicht noch eine zusätzliche Arbeitskraft einzustellen?

Gruß, Dame

I
imebro

14.06.2007 um 16:12 Uhr

Hallo Dame und an Alle,

danke für Deine Antwort. Sicher könnte man das als Druckmittel nehmen... bzw. dem Mitarbeiter, der die Zusatzaufgabe ggf. bekommt keine Mehrarbeit genehmigen (falls er dahinter steht).

Wie sieht es denn in Sachen Versetzung aus.... würde das schon darunter fallen?

Gruss imebro

G
Grinsi

14.06.2007 um 18:55 Uhr

Hallo imebo!

Also, wenn ich du wäre, so rein theoretisch, und ich wäre der Ansicht , nichts geht mehr, ich bin voll ausgelastet, und mein Chef sagt ich soll jetzt dieses oder jenes machen, würde ich ihn fragen, weche meiner bisherigen Aufgaben den dann solange entfallen sollen.

Wenn das alle so machen, merkt er vielleicht, daß nichts mehr geht.

MFG

Grinsi

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