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BR lehnt Mehrarbeit ab, AG lässt auf freiwilliger Basis arbeiten

W
wolfwalk
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, Unser BR hat den Antrag auf Mehrarbeit abgelehnt. Der AG lässt trotzdem arbeiten, in dem er einzelne Kollegen fragt, ob diese bereit wären. D.h., sie nehmen trotz Ablehnung des BR die Arbeit freiwillig auf.

Wie sieht das rechtlich aus, was ht der BR nun in der Hand, was kann er kurzfristig dagegen tun? Welche Konsequenzen kann das für den AG haben?

Gruss wolf

8.158019

Community-Antworten (19)

K
Kölner

09.06.2006 um 00:22 Uhr

Das LAG D'dorf ist da anderer Meinung und sagt, dass auch freiwillige Mehrarbeit mitbestimmungspflichtig ist (5 TaBV 43/01).

S
sh_9260

09.06.2006 um 00:24 Uhr

Bei der Mitbestimmung bei "vorübergehende Verkürzung oder Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit" geht es hauptsächlich um den Arbeitnehmerschutz.

Der AG muss sich mit dem BR darüber einig werden ob er die Überstunden anordnen darf ! Wenn der BR nicht zustimmt muss der AN der Anordnung des AG nicht folgen.

Das ist alles also ..

W
wolfwalk

09.06.2006 um 00:30 Uhr

Hallo sh, "Wenn der BR nicht zustimmt muss der AN der Anordnung des AG nicht folgen. "

Du hast mich falsch verstanden.

Der AG FRAGT die AN und diese nehmen FREIWILLIG die Mehrarbeit auf.

W
wolfwalk

09.06.2006 um 00:32 Uhr

Hallo Kölner, vielen Dank.

D.h. also?

Welche Konsequenzen?

S
sh_9260

09.06.2006 um 00:42 Uhr

In dem Urteil geht es dochwohl darum das "verdeckte Überstunden" wie reguläre Überstunden auch der Mitbestimmungspflicht unterliegen.

aber wie dem auch sei

Kölner Welche Konsequenzen ???

K
Kölner

09.06.2006 um 01:20 Uhr

@sh_9260 Da bin ich ja doch froh, dass Du dieses Urteil "dochwohl" interpretieren kannst...

Zu Deiner Frage: Einstweilige Verfügung? Beschlussverfahren vor einem ArbG. zur Feststellung eines Unterlassungsanspruchs?

S
sh_9260

09.06.2006 um 01:27 Uhr

da muss aber ein sehr guter Grund für die Ablehnung des BR's vorliegen.

W
wolfwalk

09.06.2006 um 01:29 Uhr

Also, ne einstweilige Verfügung. Die Arbeit würde sofort sofort gestoppt?

Was sind die Konsequenzen? Ich frage das erneut, weil es nicht unwichtig ist.

W
wolfwalk

09.06.2006 um 01:33 Uhr

da muss aber ein sehr guter Grund für die Ablehnung des BR's vorliegen.

Natürlich liegt der vor. Weil Forderungen des BR von der GF strikt abgelehnt werden. Mein Betrieb "brummt", Wir haben 5 Mio. Rückstand.

Was mich hier interessiert: Ein BR lehnt ab, widerspricht dem Antrag auf Mehrarbeit und es wird auf freiwilliger Basis eben doch mehr gearbeitet. Konventionalstrafe droht......aber WAS droht dem AG?

K
Kölner

09.06.2006 um 01:34 Uhr

@sh_9260 Darum könnte zunächst ja auch ein Beschlussverfahren vor einem ArbG. zur Feststellung eines Unterlassungsanspruchs taugen!

@wolfwalk Die Konsequenzen: a) der BR bekommt recht b) der AG bekommt recht

Fragen wir mal andersherum: Warum habt Ihr die Überstunden abgelehnt?

W
wolfwalk

09.06.2006 um 01:45 Uhr

Das sind die üblichen Forderungen!

Tarifabschluss Einmahlzahlung nach oben korrigieren und Zeitverträge in Festverträge zu wandeln....Umsatzprämie....darum geht es mir aber hier nicht.

Ich bin im VK und "darf" eigentlich gar nicht wissen, was der AG da macht. Ich müsste den BR darüber informieren.

@kölner, Beide bekommen Recht....ok.

Also nochmal: BR untersagt Mehrarbeit bis Samtag morgen D.h. KEINE Produktion von Freitag auf Samstag (verlängerte Spätschicht, ergänzte Nachtschicht)...aber trotzdem wird auf freiwilliger Basis gearbeitet.

K
Kölner

09.06.2006 um 01:56 Uhr

Ich bin mir fast sicher, dass ein BR nur retrospektiv seine Freude an einem ArbG-Urteil haben wird. Eben weil sich der AG nicht dran halten wird...

W
wolfwalk

09.06.2006 um 02:02 Uhr

Und? Was sind denn jetzt die möglichen Konsequenzen?

Gibt es eine Art "Schnellschuss", in dem Beamte den Betrieb aufgrund einer einstweiligen Verfügung "dicht" machen können?

Wie hoch ist ein mögliches Strafmass...kann ja nur ne Geldstrafe sein.

K
Kölner

09.06.2006 um 02:11 Uhr

Da wird es m.E. kein Strafmass geben. Sondern nur die Aufforderung es zukünftig zu unterlassen!

Also?...

A
Angi1

09.06.2006 um 09:49 Uhr

Hallo Wolfwalk,

das Mitbestimmungsrecht entsteht aus § 87 Abs. 3 BetrVG.

Im Fitting steht hierzu : "Bei dem MBR in Bezug auf Überstunden geht es um die Gefährdung der Freizeit und um die gerechte Verteilung der Belastung und Verdienstchancen unter den Arbeitnehmern. Inhalt des MBR bei der Verlängerung der betriebüblichen Arbeitzeit ist die Regelungsfrage, ob zusätzlicher Arbeitsbedarf durch eine vorübergehende Erhöhung der regelmäßigen Arbeitszeit abgedeckt werden soll und welche ArbN oder ArbNGruppen zu welchen Zeiten und in welchem Umfang diese Arbeit leisten sollen. Insgesamt betrifft der Schutzzweck der MBR die Verteilungsgerechtigkeit und den Überforderungsschutz."

Außerdem steht im § 87 Abs. 2 : Kommt eine Einigung nicht zustande so entscheidet die Einigungsstelle.

MBR sollten in meinen Augen nicht als Druckmittel eingesetzt werden.

MfG Angi1

H
Heini

09.06.2006 um 23:44 Uhr

Wenn der BR den Antrag des AG auf Verlängerung der Arbeitszeit abgelehnt hat, darf der AG die Überstunden weder anordnen noch ANNEHMEN. Beachtet der AG die Ablehnung des BR nicht und duldet die Arbeitszeitverlängerung, so kann der BR beim ArbG im Weg einer einstweiligen Verfügung beantragen, dem AG unter Androhung eines Zwangseldes aufzugeben, das nicht genehmigte Mehrarbeit sofort einzustellen ist und keine Mehrarbeit ohne Einigung mit dem BR anzuordnen oder anzunehmen.

K
Kölner

09.06.2006 um 23:47 Uhr

@Heini Witzbold! 32566 schon gelesen?

H
Heini

09.06.2006 um 23:55 Uhr

@Kölner Schlaumeier, wo ist dein Problem?

K
Kölner

10.06.2006 um 00:01 Uhr

"Mein" Problem ist nicht erkennbar, oder? Na gut - dann lassen wir's!

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