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Dieser Beitrag ist vor 7 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Umgang mit tägl. Arbeitszeiten >10?

F
FrageVomBr
Okt 2018 bearbeitet

Hallo,

wir bekommen von der Personalabteilung jeden Monat u.a. eine Auflistung von Überschreitungen der tägl. Arbeitszeit von 10 Stunden, hier ein Beispiel

Datum Name Ist Soll 18.09.18 Meier, Klaus 11,17 8,00 27.09.18 Meier, Klaus 10,10 8,00 06.09.18 Müller, Max 10,17 8,00 07.09.18 Müller, Max 10,42 8,00 13.09.18 Müller, Max 12,23 8,00 19.09.18 Müller, Max 12,30 8,00 21.09.18 Müller, Max 11,47 8,00 25.09.18 Müller, Max 10,52 8,00 27.09.18 Müller, Max 10,72 8,00 28.09.18 Müller, Max 11,23 8,00 10.09.18 Schmidt, Karin 10,75 8,70 13.09.18 Schmidt, Karin 10,25 8,70 18.09.18 Schmidt, Karin 14,50 8,70 27.09.18 Schmidt, Karin 10,25 8,70

Uns ist bekannt das diese 10 Stunden ja schon die Ausnahme sind lt. ArbZG, und nur möglich wenn innerhalb 6 Monaten entsprechend ausgeglichen wird etc. pp...., wird sind übrigens nicht traifgebunden und setzen Zeiterfassungsterminals mit Chipkarte ein, bzw. können Zeiten nacherfassen.

Ausserdem ist uns klar das nicht immer alle Mitarbeiter "punktgenau" ausstempeln und es so zu geringfügigen Überschreitungen kommen kann wie am 27.9. bei Meier oder am 6.9. bei Müller), und das es durchaus zu Arbeitszeiten von 14 Stunden kommen kann wenn es sich um "passive" Reisezeit handelt (4 Stunden Zugfahrt mit pirv. Tätogkeit + 6 Stunden Meeting + 4 Stunden Zugfahrt mit priv. Tätigkeit = 6 Stunden lt. ArbZG und 14 Stunden zu vergüten lt. unserer BV)

Um jetzt die "größeren" Überschreitungen nachvollziehen zu können haben wir nun diese Auflistung inkl. dem Überschreitungsgrund angefordert, den die Zeiterfassung offensichtlich nicht liefern kann.

Wie geht ihr mit dem Thema um? Fordert ihr bei den jeweiligen Vorgesetzten eine Begründung für die Überschreitung? Was macht ihr mit den kleinen Überschreitungen von wenigen Minuten, wird hier sofort nachgefasst?

Ich könnte mir vorstellen das, wenn wir hier "ein Faß aufmachen", der AG dazu übergeht die einzelnen MA für ihre Überschreitungen abzumahnen, bzw. die MA dann tunlichst darauf achten bei 10 Stunden auszustempeln und dann trotzdem weiter zu arbeiten, nicht ohne vorher den BR zu verfluchen :-(

Eure Meinungen würden uns einmal interessieren!

Schönes Wochenende schon mal allen!

84006

Community-Antworten (6)

C
celestro

12.10.2018 um 15:08 Uhr

sind die Pausenzeiten dann immer schon abgezogen ?

R
rsddbr

12.10.2018 um 15:10 Uhr

Ach da gibt es einige Möglichkeiten. Versucht rauszufinden, warum die Mitarbeiter gerne so viel arbeiten, dass sie - wenn deine Vermutung zutrifft - auch unentgeltlich weiterarbeiten würden. Fragt den Arbeitgeber, wie er die Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeit sieht und wie er damit umgehen möchte. Hinterfragt auch, wie effektiv die Arbeit dann noch ist. Sind die Mitarbeiter mit der Situation zufrieden? Weißt in einer ordentlichen Art und Weise (z.B. in einer Betriebsversammlung) allgemein auf die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes hin (max. tägliche Arbeitszeit, Ruhezeiten etc.). Vielleicht könnt ihr im Rahmen der Sicherheitsbelehrung das Thema durch die Sicherheitsfachkraft ansprechen lassen z.B. in Bezug auf Unfallrisiko und Versicherungsschutz.

Naja, und letztlich ist es eure Pflicht den AG aufzufordern, das Arbeitszeitgesetz einzuhalten. Dann müssen auch Lösungen her, wie die Arbeit trotzdem geschafft werden kann.

F
FrageVomBr

12.10.2018 um 15:10 Uhr

...ach so, ja klar, das sind die reinen Arbeitszeiten ohne Pausen je Tag, sorry!

F
FrageVomBr

12.10.2018 um 15:14 Uhr

@rsddbr:

Tja, das sind in erster Linie unsere Software-Entwickler (wir entwickeln EDV-Lösungen), die sehen das gerne mal nicht so eng und fassen den Beruf mehr als "Berufung" auf, schliesslich muss das neue Release ja fertig werden, und das ist für die dann eine persönliche Herausforderung die sie gerne und freiwillig angehen, die muss man wirklich mal bremsen....

R
rsddbr

12.10.2018 um 17:26 Uhr

Naja, da kommt es dann wirklich auf den Ton an. Es ist ja nicht böse gemeint, sondern soll auch die Mitarbeiter vor Überlastung etc. schützen. Dann muss man auch schauen, ob die Ziele seitens des Arbeitgebers zu knapp gesetzt sind. Gibt es innerhalb der Abteilung vielleicht einen Konkurrenzkampf? Übt der AG bewußt Druck aus? Ihr habt ja sicher auch eine Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastung. Das sind so alles Dinge, an denen ihr euch entlanghangeln könnt.

Und gerne komme ich auf meinen vorherigen Beitrag zurück: "Naja, und letztlich ist es eure Pflicht den AG aufzufordern, das Arbeitszeitgesetz einzuhalten. Dann müssen auch Lösungen her, wie die Arbeit trotzdem geschafft werden kann."

R
RoterFaden

12.10.2018 um 17:47 Uhr

Ich bin da ganz bei rsddbr! Sicher gibt es Positionen, auf denen man nicht pünktlich den Hammer fallen lässt, aaaber - da solltet ihr wirklich mal die Hintergründe prüfen.

Das Spiel zieht auch noch weitere Kreise:

  • werden der längeren AZ entsprechend genügend Pausen gemacht?
  • werden die Ruhezeiten eingehalten? (Siehe "18.09.18 Schmidt, Karin 14,50 8,70") Was sagt die BV zu solchen Reisen? Werden hier z.B. "Pausen" abgezogen? Dieser Fall <....Ich könnte mir vorstellen das, wenn wir hier "ein Faß aufmachen", der AG dazu übergeht die einzelnen MA für ihre Überschreitungen abzumahnen, bzw. die MA dann tunlichst darauf achten bei 10 Stunden auszustempeln und dann trotzdem weiter zu arbeiten...> wäre Arbeitszeitbetrug! (Wenn auch in die "andere" Richtung...)

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