Ohne Gewerkschaft in den Betriebsrat
Ich bin nicht in einer Gewerkschaft (aus finanziellen Gründen), möchte aber trotzdem als Betriebsratsmitglied kanidieren. Wie geht das und was muß ich beachten? Wir haben ca. 900 Beschäftigte bei uns.
Community-Antworten (15)
10.11.2005 um 10:26 Uhr
Hi Turtel,
wie müssen wir das verstehen? Du möchtest ALS Betriebsratsmitglied kandidieren oder möchtest du dich für das Amt als BR-Mitglied aufstellen und wählen lassen?
10.11.2005 um 10:34 Uhr
Wenn der Wahlvorstand die Wahl ausschreibt (erfolgt öffentlich) mußt Du überlegen, ob Du Dich einer Kandidatenliste anschließt und mit diesen kandidierst oder selbste einen Wahlvorschlag einreichst. Näheres hierzu bei den Wahlhilfeinfos auf dieser Seite.
PS: Natürlich musst Du nicht in der Gewerkschaft sein, um BR zu sein - überlege es Dir aber doch noch einmal. Wenn Du Dich persönlich für die Interessen der AN im Betrieb einsetzen willst, müsstest Du doch eigentlich auch die würdigen, die dies überbetrieblich tun.
10.11.2005 um 10:34 Uhr
Ich möchte mich für das Amt als BR Mitglied aufstellen und wählen lassen. Als Ersatzmitglied bin ich schon viele Jahre dabei, da ich aber aus der Gewerkschaft ausgetreten bin, stellt sich nun die Frage wie ich weiter in den BR komme, insbesondere als vollwertiges Mitglied. Tutel
10.11.2005 um 11:28 Uhr
Tja, da musst Du dann eben eine eigene Liste aufstellen. Wenn Du Dich einer anderen Liste anschließt, musst Du zusehen, dass Du möglichst weit oben stehst und dann kräftig für Dich die Werbetrommel rühren.
10.11.2005 um 11:58 Uhr
Du musst nicht als BR in der Gewerkschaft sein, aber hast du dich mal gefragt wer dann deinen Kündigungsschutz einklagt wenn´s drauf ankommt. Außerdem hoffe ich das ihr keinen Tarifvertrag habt, denn das wäre ja parasitär.
10.11.2005 um 12:37 Uhr
Grüß Gott, Turtel, ich bin auch zum einen aus finanziellen Gründen nicht in der Gewerkschaft. Sie sind einfach erheblich zu teuer. Zum anderen haben wir keinen wohlwollenden Fachbereichsleiter. Der ist sogar zu den eigenen Gewerkschaftsmitgliedern, die im BR sitzen, teilweise ekelhaft. Eine Beschwerde hat zu nichts geführt. Ich bin stv. BR-Vorsitzende und schaffe das auch ohne Gewerkschaft. Und, Frank B., das ist nicht parasitär, denn wir haben genügend Mitglieder aus unserem Hause in der Gewerkschaft und so ist das halt mal im Leben, daß einer für alle und alle für einen müssen - oder? Schönen Tag
10.11.2005 um 13:53 Uhr
Hallo, ein Wort gefällt mir nicht! Parasitär. Parasit ist das griechisch-lateinische Wort für ,,Tischgenosse", ,,Schmarotzer". Nun, was bietet uns der Duden da als Bedeutung an? Schauen wir doch mal nach!
- Ein Lebewesen, das auf Kosten eines anderen lebt, dieses zwar nicht tötet aber durch Nahrungsentzug, durch seine Ausscheidungen schädigt, Krankheiten hervor rufen kann.
- Figur des hungernden, kriecherischen, gefrässigen Schmarotzers im antiken Lustspiel.
- Am Hang eines Vulkans entstandener kleiner Schmarotzerkrater.
Okay. Überlegen wir doch mal.
Ist der Betriebsrat ein Vulkankrater? Ich schätze nicht so wirklich. Und auch wenn sich viele sehr theatralisch benehmen und melodramatisch übertreiben, sind wir kein antikes Lustspiel (obwohl das mal was anderes wäre). Und nun zu 1.
Ich wüsste nicht davon, dass ein Betriebsratsmitglied, welches nicht in der Gewerkschaft ist, irgendwie und auf irgendeine Weise den restlichen Betriebsratsmitgliedern (die in der Gewerkschaft sind) irgendwie schädigt. Oder sind sie paranoid veranlagt?
Paranoia entspräche nämlich laut Duden folgender Definition: ,,Torheit" ,,Wahnsinn". Die aus inneren Ursachen erfolgende schleichende Entwicklung eines dauernden Systems von Wahnvorstellungen, die sich in festen Wahnvorstellungen z.B. Eifersuchts-, Propheten-, Verfolgungswahn äußernde Geistesgestörtheit. Wenn sie sich darin wieder erkennen, wäre ein Besuch beim ortsansässigen Neurologen angebracht. Zur Not könnte sie der Hausarzt überweisen.
Um es nochmal klarer zu formulieren: ich empfinde es schlicht als schwachsinnig Gewerkschaftslose Betriebsratsmitglieder als Schmarotzer zu betitulieren. Zudem hat nicht jeder das Geld Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein. Nur so zur Erinnerung. Aber müssen sie darum darauf verzichten sich für andere einzusetzen in ihrem Betrieb? Ich denke mal nein.
Hochachtungsvoll Akira
10.11.2005 um 15:12 Uhr
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das diejenigen die ersten sind und nach Tariferhöhungen schreien die nicht bereit sind Beiträge zu bezahlen. Es wird endlich Zeit das Tarifverträge auch nur für Mitglieder gelten!
Das die BR- Arbeit mit der gewerkschaftlichen Arbeit im Normalfall nichts zu tun hat, ist mir auch bekannt.
Also wenn ich meinen täglichen Arbeitsalltag so anschaue, ist der Vergleich manchmal garnicht so weit hergeholt.
Und danke für die Definition, ich wäre nie darauf gekommen. ;-)
10.11.2005 um 15:52 Uhr
Na siehste!Es gibt immer wieder einen Grund morges aufzustehen. Zu Punkt 1: Kann Nur sagen es ist deine Erfahrung. Ich höre bei mir immer wieder,ich kann nicht, Alleinerziehende wo der Partner sich aus der Verantwortung gezogen hat, warum auch immer viele Firmen stellen nur noch Teilzeitkräfte ein,da geht es zu wie in einem Bienenkorb,die Einen rein, die Anderen raus.Wie soll da so mancher noch seine Familie ernähren.Das ist nur ein Grund,es gibt bestimmt noch mehr.Ich finde es auch besser Mitglied zu sein aber kann ich da die Anderen verurteilen! Nimm dies nicht persönlich es ist meine Meinung, habe schon andere Beträge gelesen,die in einer Schlacht geendet haben dafür bin ich nicht zu haben.Solche Schlachten sind glaube ich , nur für dunkle Nächte. Gruss wohin auch immer Akira
10.11.2005 um 16:51 Uhr
ok, ich spar mir auch noch meine paar kröten, die gewerkschaft geht vor die hunde, die innerbetrieblichen bündnisse blühen auf, die konkurrenz innerhalb unserer grenzen boomt, und alle kriegen weniger geld... fein fein... da tret ich doch lieber aus der kirche aus, die is noch teurer... und hau die ersparte kirchensteuer zum fenster raus, damit die konjunktur wenigstens noch irgendwie was abkriegt...
nee, mal im ernst. wie sollen denn die kollegen/innen ohne einen starken überbau und rückhalt gegen immer härter wehende winde aus dem wirtschaftslager bestehen...
ach und mona... bedenke, der gesetzliche urlaubsanspruch besteht z.b. aus 24 tagen, alles da drüber hast du der gwerkschaft zu verdanken... ich schaff meine arbeit auch ohne gewerkschaft, aber ist das nicht ein wenig kurzsichtig?
liebe grüße vom packer
10.11.2005 um 19:48 Uhr
Hallo Packer! Gute Idee mit der Kirchensteuer, diese könnte man doch mit dem Gewerkschafstbeitrag koppeln ;o))). Es stimmt ja was Du da vermitteln willst, aber wie willst Du die Masse in Bewgung setzen,Mitglied zu werden? Da hängt Dir doch manchmal der Mund in Fransen runter.Wenn es mal wieder hart zur Sache geht "Streik" dann steigen plötzlich die Mitgliederzahlen,wenns dann schön ruhig ist kommen die Austritte.Wir werben fleissig weiter! Kopf hoch packen wirs an. Gruss in die Runde Akira
11.11.2005 um 14:34 Uhr
einen dicken wasauchimmer an akira, das macht mut :)
und du beschreibst das ewige streben des idealisten schon ganz gut...
gruß und schönes wochenende!
Packer
26.11.2005 um 10:39 Uhr
Hallo Alle, hab mir mal eure Beiträge zu Gemüte geführt, muss dazu aber sagen, bei den Betriebsräten, ist es immer das selbe. wer in der Gewerkschaft ist bekommt Unterstützung, wer nicht, hat Pech gehabt. Ich bin auch aus der IGM ausgetreten, da diese immer mehr die Machenschaften der AG unterstützt, was ich nicht unterstützen kann. Auch unser BR, besteht komplett aus IGM. Werde für die kommende Wahl eine eigene Liste machen, damit der alte Muff im BR mal aus der Welt geschafft wird, denn die blasen mittlerweile den AG nur noch Puderzucker in den Hintern. Die verhandeln mit denen doch tatsächlich über den Samstag als Regelarbeitstag und das noch mit Gewerkschaftsunterstützung. Über dieses Thema würde ich grundsätzlich nicht mal disskutieren, da dies unter keinen Umständen kommen darf, das wäre der Anfang vom Ende der Arbeitnehmer.
26.11.2005 um 10:47 Uhr
"KAK" - das sind ziemlich einseitige Stammtischparolen und/oder sehr naive Sichtweisen der Dinge. In Zeiten, in denen ein Angebotsüberhang an Arbeitskräften besteht, hat der AG einfach bessere Karten, seine Wünsche so durchzubringen, wie er es meint und für richtig hält.
"Flexibilität" heisst das Zauberwort. Das betrifft sowohl das Denken, den Horizont und - vermutlich zu Deinem Leidwesen - auch das Arbeiten! Bei Verhandlungen zwischen den Tarifvertragsparteien heisst es nicht mehr das "größte gemeinsame Vilefache zählt", sondern meist das "kleinste" selbige!
Übrigens ist der Samstag bereits ein Werktag - ob Du das ignorieren magst, oder nicht! ...und dabei bin ich noch nicht einmal ein großer Freund der Gewerkschaften!
27.11.2005 um 21:23 Uhr
Hallo Zusammen, wie verhält es sich, wenn man als einziger Kandidat auf einer eigenen Liste die erforderlicheen Stützunterschriften bekommen hat (Bei insgesamt 2 Listen). Kommt man nach der Wahl automatisch in den BR, auch wenn man auf seiner Liste weniger Stimmen als der mit den wenigsten Stimmen der 2. Liste hat? Wäre es so das grundsätzlich jeder mit den meisten Stimmen einer Liste automatisch in den BR kommt? Wenn ja wie verhält es sich wenn es um die Plätze eines Vollzeit-BR geht. Ist dann die Stimmenanzahl der Kandidaten, unabhängig welcher Liste sie angehören, entscheident? Würde mich über eine kurzfristige,detaillierte Antwort sehr freuen. Gruß Hans P.S.: Tolles,hilfreiches Forum --> weiter so !
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