Aushändigung Unterlagen/Mitgliedschaft Gewerkschaft
Muß der alte Betriebsrat alle bisher angefallenen Unterlagen an den neuen Betriebsrat aushändigen?
Außerdem bekamen wir (neu gewählt ohne jegliche Erfahrung) die Info, dass man als Betriebsrat nur privat in der Gewerkschaft sein kann und diese Kosten nicht von der Firma übernomen werden. Ist das so und muß man zwingend in der Gewerkschaft organisiert sein?
Community-Antworten (4)
06.06.2006 um 14:01 Uhr
Alle Unterlagen müssen nicht zwingend an den Neuen BR gegeben werden. Die Beiträge für die Mitgliedschaft einer Gewerkschaft müssen aus dem eigenen Geldbeutel bezahlt werden. Bei Verdi ist es 1 % vom Bruttolohn. Nein in einer Gewerkschaft muß man nicht sein.
10.06.2006 um 12:18 Uhr
Hallo, ich war lange Zeit nicht in einer Gewerkschaft, was den Vorteil hat, dass man wirklich nach seinen Gewissen entscheiden kann. Bei uns sind zwei Gewerkschaften vertreten und von Verdi halte ich nicht viel, da hier immer offensichtlich ist, dass nicht nach Gewissen, sondern nur nach Fraktion beschlossen wird. Einige der Verdianer murren innerlich, da ihr Gewissen machmal eine andere Entscheidung gefordert hätte. Daher, mein Rat: Bleibe solange unanbhängig, wie es Dir möglich ist, aber sei Dir darüber klar, dass dies auch mehr Arbeit für Dich bedeutet. Du erfährst wenig über die Politik des Unternehmens und die Zusammenhänge, da Dich keiner davon in Kenntnis setzt. Ab einer gewissen Stellung (bin jetzt BR-Vorsitzende) ist es aber fast unmöglich, Entscheidungen zu treffen, ohne die Hintergründe zu kennen. Man hat so viel Arbeit, die Zeitintensiv ist, dass man sich dies kaum noch selbst alles aneignen kann. Und wenn Du in eine Gewerkschaft eintrittst, dann ist es so, wie der Vorgänger bereits sagte, Du mußt es aus eigener Tasche bezahlen.
10.06.2006 um 12:46 Uhr
"...dass man wirklich nach seinen Gewissen entscheiden kann."
Schliesst die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft etwa das Recht auf freie Meinungsbildung und -äusserung aus???
10.06.2006 um 13:19 Uhr
Nein, natürlich nicht. Meiner Beobachtung nach, ist es für ein Gewerkschaftsmitglied schwerer, seine Meinung zu vertreten, wenn diese nicht "Gewerkschaftskonform" ist. Bei allen wichtigen Entscheidungen war immer ein Gewerkschaftsvertreter dabei, als "Berater" getarnt, aber eigentlich um zu kontrollieren, wie sich wer entscheidet. Dementsprechend hat dieser dann mehr oder weniger Aufgaben übertragen bekommen. Und meiner Beobachtung nach waren mir viele BRM dankbar, dass ich da war, da ich in machen Fällen eine andere Meinung hatte und geheime Abstimungen forderte. Dies war dann die Chance, natürlich auch für mich, ein paar Stimmen auf meine Seite zu ziehen.
Wie gesagt, es gibt Vor-und Nachteile..
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