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Dieser Beitrag ist vor 20 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Wird Betrieb geschlossen? Outsourcing?Wie kann man die GL zur Klarheit zwingen?

M
Mike
Jan 2018 bearbeitet

Hallo Kollegen,

unser Gremium steckt in einer verzwickten Lage! Im Augenblick verhandelt der BR eine Betriebsvereinarung zur Arbeitszeitregelung/Dienstplan; eine weitreichende Vereinbarung, die seit Wochen verhandelt wird. Darüber hinaus wurden wir nun von der GL zu Gesprächen bzgl. "Restrukturierung" gebeten. Ich kann mir denken, um was es geht: Out-Sourcing einer Abteilung.

Diese Maßnahme wird bestimmt damit begründet, dass nur so der Bestand des Betriebes gesichert werden kann und bla, bla. Ich glaube aber, dass das nur ein vorgeschobenes Argument bzw. Begründung ist. Tatsächlich wird man in den nächsten Monaten den Betrieb schließen. Ich habe vor kurzem mit einer sehr vertrauenwürdigen Person gesprochen, die mit unserem Geschäftsführer kürzlich zutun hatte. Am Rande erzählte unser Geschäftsführer, dass der Betrieb geschlossen und alle Mitarbeiter entlassen werden.

Wenn ich die Vertreter der GL mit dieser Aussage konfrontiere, wird dass passieren, was immer passiert: Leugnen oder den Geschäftsführer als "impulsiven" Menschen darstellen, der nie wirklich die Absicht hat den Betrieb zu schließen. Für den BR ist es aber nun sehr wichtig ganz klar zu wissen, was die GL vor hat: Hat der Betrieb eine Chance oder wird er geschlossen. Es ist doch unsinnig Betriebsvereinbarungen zu verhandeln und umzusetzen, die dann vielleicht nur ein paar Monate laufen. Die Mitarbeiter dürfen nicht "verarscht" werden (entschuldigt bitte), sondern müssen wissen, woran sie sind. Die Ausgangslage bei dem Out-Sourching ist schließlich eine ganz andere, wenn der Betrieb später doch schließt.

Wie können wir als BR mit dieser Lage umgehen? Kann man die GL vielleicht doch irgendwie zwingen, die Karten auf den Tisch zu legen?

Gruß Mike

3.80201

Community-Antworten (1)

P
packer

10.10.2005 um 13:11 Uhr

hallo mike!

zwingen kannst du ihn schon über die mitteilungspflicht. sobald etwas in planung ist, muß er euch unterrichten. macht er natürlich nicht, aber selbst über gerichtlichen entscheidungen, daß er derselben nachkommen muß hängt das schwert der zeit. ihr müßt jetzt schnell handeln. habt ihr einen GBR? wenn ja, schnellsten eine wirtschaftsausschußsitzung einberufen lassen um an die zukünftigen planungen zu kommen. jetzt auch parallel einen beschluß zur schulung für einen/mehrere von euch in richtung sozialplan, abfindung etc. fassen. holt das beste für eure kollegen heraus. informiert sie, daß sie keine aufhebungsverträge schließen, bzw. euch mit einbeziehen. wenn der ag einen betriebsteil schließen will, kann er das in der regel auch tun (unternehmerische freiheit, wirtschaftl. begründet). ihr habt doch monatsgespräche mit dem ag, nagelt ihn da fest. versucht möglichst viele quellen anzuzapfen und stellt ihm rhetorisch ein bein. immer die gespräche protokollieren! man kann so eventuell eine strategie festmachen... wendet euch auch an die Bundesagentur für arbeit, die weiß vieleicht auch schon was... ich kann leider keine detailtips geben, da mir euer betrieb nicht bekannt ist. da müßte man mehr wissen. viel läuft halt über politik, wenn das gesetz nicht praktikabel umsetzbar ist.

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