Wer die Wahl hat ...
Die nächste Betriebsratswahl findet zwar erst im Frühjahr 2026 statt, doch Sie als amtierender Betriebsrat sollten jetzt die Weichen stellen. Wenn Sie früh planen, sichern Sie sich organisatorische Vorteile und können die Zusammensetzung des neuen Gremiums aktiv mitgestalten. Die kommenden Monate bieten Ihnen die Chance, intern Bilanz zu ziehen, neue Kandidaten und Wähler zu gewinnen sowie Ihre Arbeit als Betriebsrat im Unternehmen sichtbar zu machen.

Kandidatur 2026 – weitermachen oder weitergeben?
Eine der ersten Fragen, die Sie sich als Betriebsrat im Hinblick auf die Wahl stellen sollten: Will ich nochmal kandidieren?
Denken Sie in Ruhe darüber nach:
- Kann ich meine Erfahrung weiterhin sinnvoll einsetzen?
- Besitze ich das Vertrauen meiner Kollegen und möchte es weiter stärken?
- Habe ich meine Themen abgeschlossen oder will ich sie weiter voranbringen?
- Habe ich genug Energie für eine weitere Amtszeit?
- Gibt es persönliche Veränderungen, die eine neue Kandidatur beeinflussen würden?
Was auch immer Sie bewegt, sprechen Sie offen mit Ihrem Gremium darüber. Ein Erfahrungsaustausch hilft dabei, Klarheit zu gewinnen. Oder holen Sie sich Entscheidungshilfen in unserem kostenlosen Webinar Antworten auf die vier drängendsten Fragen zur BR-Kandidatur.
Wichtig: Auch wenn Sie nicht erneut antreten, bleibt Ihr Wissen wertvoll. Sie können Ihre Erfahrung als Vertrauensperson weitergeben, andere beraten oder bei Projekten mitwirken.
Wenn Sie sich für eine weitere Amtszeit entscheiden, planen Sie Ihre Strategie:
- Welche Themen will ich angehen?
- Mit wem möchte ich zusammenarbeiten?
- Wie kann ich Kollegen besser einbinden und vertreten?
Kandidaten gewinnen – mit Mut und Methode
Ein starker Betriebsrat braucht nicht nur Engagement, sondern auch Nachwuchs. Doch viele Gremien berichten, dass es zunehmend schwieriger wird, neue Kollegen für das Amt zu begeistern. Gerade jüngere Beschäftigte oder solche ohne bisherige BR-Erfahrung scheuen davor zurück.
Hier sind Sie als amtierender Betriebsrat gefragt. Sprechen Sie gezielt mit geeigneten Mitarbeitern. Zeigen Sie, wie vielseitig, wirksam und sogar spannend die Arbeit im Betriebsrat ist. Persönliche Einblicke in Ihren Alltag als Betriebsrat und des Gremiums können dabei helfen. Machen Sie klar, was Mitbestimmung bedeutet: Gestalten statt zuschauen, schützen statt abnicken.
Vermeiden Sie es, nur über Sonderkündigungsschutz oder Freistellung zu sprechen. Viel wichtiger sind die persönlichen Entwicklungschancen, die auch außerhalb des Betriebsrats von Nutzen sind:
- Netzwerkbildung
- Organisationsfähigkeit
Wahlkampf organisieren – offen, fair und überzeugend
Das Wort "Wahlkampf" klingt im betrieblichen Kontext ungewohnt, aber auch hier ist Überzeugungskraft gefragt. Im Frühjahr 2026 wird darüber abgestimmt, wer die Interessen der gesamten Belegschaft in den nächsten vier Jahren vertreten soll.
Wenn Sie überzeugen wollen, sollten Sie sich diese Fragen stellen:
- Welche Themen bewegen Ihre Kollegen? Wofür möchten wir uns einsetzen?
- Welche Formate eignen sich für den Wahlkampf – Flyer, Plakate, Infoveranstaltungen?
- Welche Gruppen brauchen eine gezielte Ansprache – Teilzeitkräfte, Azubis, Kollegen im Home-Office?
Denken Sie rechtzeitig darüber nach, ob und wie Sie als Liste antreten wollen. Sollen neue Kandidaten integriert werden? Gibt es Kooperationsideen mit anderen engagierten Gruppen im Betrieb? Besonders wenn mehrere Listen möglich sind, sorgt eine frühe Planung für einen sachlichen, transparenten und respektvollen Wahlkampf.
Wahlvorstand, Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit – je früher, desto besser
Ohne Wahlvorstand keine Wahl, so einfach, so entscheidend. Als Betriebsrat haben Sie die Aufgabe, den Wahlvorstand spätestens zehn Wochen vor dem Ende Ihrer Amtszeit zu bestellen. Diese Frist gilt für das normale Wahlverfahren. Beim vereinfachten Verfahren sind es nur vier Wochen vor Ende Ihrer Amtszeit. Sind Sie sich unsicher, welches Wahlverfahren das richtige für Sie ist, bietet Ihnen unser kostenfreies Webinar wertvolle Entscheidungshilfen.
👉 Unser Praxistipp: Starten Sie frühzeitig – am besten deutlich vor den gesetzlichen Fristen. So bleibt genügend Zeit für Vorbereitungen, Abstimmungen, Schulungen und eine reibungslose Organisation der Betriebsratswahl.
Klären Sie am besten jetzt schon Folgendes:
- Wer eignet sich?
- Wer hat Interesse, sich mit den rechtlichen Details der Wahl zu befassen?
- Will ich selbst Wahlvorstand werden?
Letzteres kann eine Option sein, wenn Sie nicht erneut kandidieren möchten, aber weiterhin Verantwortung übernehmen wollen.
Stellen Sie sicher, dass sich die Wahlvorstandsmitglieder rechtzeitig schulen lassen. Seminare wie die W.A.F. Schulungen zur Betriebsratswahl vermitteln juristisch fundiertes Wissen, zeigen Beispiele aus der Praxis und ermöglichen den Austausch mit anderen Gremien. So vermeidet der Wahlvorstand Fehler und spart Zeit.
Ebenso wichtig für eine gelungene Wahl ist die interne Öffentlichkeitsarbeit. Viele Betriebsräte unterschätzen, wie entscheidend es ist, im Betrieb regelmäßig und verständlich über die Wahl zu informieren.
- Was wird gewählt?
- Wie läuft die Wahl ab?
- Was bringt mir die Teilnahme?
Gerade in größeren oder dezentral organisierten Betrieben ist eine gute Kommunikationsstrategie notwendig. Verwenden Sie bewährte Kanäle wie das Schwarze Brett, das Intranet oder Teammeetings und entwickeln Sie einfache, motivierende Botschaften. Nutzen Sie den Wahlkampf, um Ihre Arbeit als Betriebsrat sichtbar zu machen. Zeigen Sie, was Sie in Ihrer Amtszeit im Interesse aller erreicht haben und warum es sich lohnt, zur Wahl zu gehen oder selbst zu kandidieren.
Auch eine Fortbildung zum Thema Wahl-PR kann helfen. Sie lernen dort unter anderem rechtliche Grundlagen sowie praxisnahe Wege, mit denen Sie das Interesse und die Beteiligung an der Wahl steigern können. Denn eine hohe Wahlbeteiligung stärkt nicht nur Ihr Gremium, sondern die gesamte Mitbestimmungskultur in Ihrem Betrieb.
Jetzt handeln und der Wahl einen Schritt voraus sein
Die Betriebsratswahl 2026 kommt, das steht fest. Wie sie verläuft, wer sich beteiligt und welche Themen im Fokus stehen, bestimmen Sie mit.
Darauf kommt es jetzt an:
- Klären Sie Ihre eigene Rolle – wie möchten Sie sich weiter engagieren?
- Begeistern Sie neue Kandidatinnen und Kandidaten.
- Machen Sie Öffentlichkeitsarbeit und stärken Sie Ihren internen Wahlkampf.
- Planen Sie frühzeitig das Wahlverfahren.
- Besuchen Sie Schulungen.
Noch mehr Expertentipps und praktische Hilfen erhalten Sie in unserem Betriebsratswahl Newsletter. Dort bereiten wir Sie in 26 einfachen Schritten bestens auf die Wahl vor. Denn wer vorbereitet ist, gestaltet mit. Wer jetzt klug plant, startet 2026 mit einem starken Gremium und klarem Mandat in die nächste Amtszeit.