Aufgaben, Rechte und Pflichten der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV)

Was sind die Aufgaben der JAV?

Als Jugend- und Auszubildendenvertreter hast du die Aufgabe, beim Betriebsrat Maßnahmen zu beantragen, die den jugendlichen Arbeitnehmern oder Azubis in eurem Betrieb helfen. Hier geht es im Speziellen um Fragen zur Berufsbildung.

Du prüfst, ob die geltenden Arbeitsgesetze, Unfallverhütungsvorschriften, Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge eingehalten werden.

JAV-ler zu sein ist eine tolle Aufgabe!

Du hast in der Jugend- und Auszubildendenvertretung die Möglichkeit, in deinem Betrieb Dinge zu verändern und voranzutreiben. Außerdem bist du der Ansprechpartner für deine jungen Kollegen bei Problemen in der Arbeit oder in der Ausbildung.

Welche Aufgaben hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV)?

Du bist als Jugendvertretung Ansprechpartner für deine Kollegen, wenn es um’s Thema Berufsbildung geht. Die JAV nimmt alle Fragen auf und trägt sie beim Betriebsrat vor.

Beispiele deiner Aufgaben:

  • Du nimmst als Jugend- und Auszubildendenvertreter an Betriebsratssitzungen teil bzw. bist bei Besprechungen zwischen dem Betriebsrat und dem Arbeitgeber dabei (§ 67 Abs. 2 S.1 BetrVG).
  • Du kannst gemeinsam mit deinen JAV-Kollegen Jugend- und Auszubildendenversammlungen durchführen.
  • Du kannst Schulungen, speziell für dich als JAVler, besuchen
  • Du kannst mit deinen JAV-Kollegen Sprechstunden organisieren und abhalten (§ 69 S. 1 BetrVG).

Aufgepasst: Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ist mit dem Betriebsrat verbunden und arbeitet eng mit ihm zusammen. Als JAVler erfüllst du deine Aufgaben ausschließlich gegenüber dem Betriebsrat, weil er die Interessenvertretung aller Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber ist.

Wie der Gesetzgeber die Aufgaben der JAV beschreibt

Nach § 70 Abs. 1 BetrVG hat die JAV folgende allgemeine Aufgaben:

  • Maßnahmen, die den in § 60 Abs. 1 BetrVG genannten Arbeitnehmern dienen, insbesondere in Fragen der Berufsbildung, beim Betriebsrat beantragen
  • Darüber wachen, dass die zugunsten der in § 60 Abs. 1 BetrVG genannten Arbeitnehmer geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden
  • Anregungen der in § 60 Abs. 1 BetrVG genannten Arbeitnehmer, insbesondere in Fragen der Berufsbildung, entgegenzunehmen und, falls sie berechtigt erscheinen, beim Betriebsrat auf eine Erledigung hinzuwirken. Die JAV hat die betroffenen in § 60 Abs. 1 BetrVG genannten Arbeitnehmer über den Stand und das Ergebnis der Verhandlungen zu informieren.

    Welche Rechte habe ich in der JAV?

    Als JAV-Mitglied genießt du einen besonderen Schutz, um die Aufgaben tatkräftig erfüllen zu können. Zu deinen Rechten gehören:

    1. Kündigungsschutz von Mitgliedern der JAV

    Mitglieder der JAV genießen einen besonderen Kündigungsschutz, § 15 KSchG.

    Nach § 78a BetrVG muss der Arbeitgeber einem Auszubildenden der Mitglied der JAV ist, drei Monate vor Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses schriftlich mitteilen, wenn er nicht in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit übernehmen will.

    Der Auszubildende, der Mitglied der JAV ist, kann von sich aus innerhalb der letzten drei Monate vor Beendigung der Ausbildung die Weiterbeschäftigung verlangen. (Hier gelten diese Paragraphen: § 78a Abs. 2 BetrVG§ 37 Abs. 4 und 5 BetrVG)

    Stellt der Arbeitgeber nach § 78a Abs. 4 BetrVG beim Arbeitsgericht Antrag auf Feststellung, dass ein Arbeitsverhältnis nicht zu begründen ist oder ein bereits begründetes Arbeitsverhältnis aufzulösen ist, so muss er darlegen, dass eine Weiterbeschäftigung unter Berücksichtigung aller Umstände unzumutbar ist.

    Wichtig dabei: Es handelt sich nicht nur um personen- und verhaltensbedingte Gründe, sondern auch um betriebliche Gründe, die eine Auflösung rechtfertigen können.

    Es kann einem Arbeitgeber zuzumuten sein, ein Mitglied der JAV, dass seine Berufsausbildung erfolgreich beendet hat, weiterzubeschäftigen, wenn er innerhalb von drei Monaten vor der vertraglich vereinbarten Beendigung des Ausbildungsverhältnisses einen frei werdenden Arbeitsplatz anderweitig besetzt, ohne dass dies aus dringenden betrieblichen Erfordernissen notwendig gewesen wäre, vgl. BAG, 12.11.1997, 7 ABR 73/96.

    2. Anspruch auf Übernahme

    Ein Anspruch auf Übernahme, den du innerhalb der letzten drei Monate vor Beendigung deiner Ausbildung schriftlich bei deinem Arbeitgeber geltend machen kannst (§ 78a Abs. 2 BetrVG§ 37 Abs. 4 und 5 BetrVG gilt entsprechend).
    Stellt dein Arbeitgeber nach § 78a Abs. 4 BetrVG beim Arbeitsgericht Antrag auf Feststellung, dass dein Arbeitsverhältnis nicht zu begründen ist oder ein bereits begründetes Arbeitsverhältnis aufzulösen ist, so muss er darlegen, dass eine Weiterbeschäftigung unter Berücksichtigung aller Umstände unzumutbar ist.
    Die Rechtsprechung sagt: Es kann einem Arbeitgeber zuzumuten sein, ein Mitglied der JAV, dass seine Berufsausbildung erfolgreich beendet hat, weiterzubeschäftigen, wenn er innerhalb von drei Monaten vor der vertraglich vereinbarten Beendigung des Ausbildungsverhältnisses einen frei werdenden Arbeitsplatz anderweitig besetzt, ohne dass dies aus dringenden betrieblichen Erfordernissen notwendig gewesen wäre, vgl. BAG, 12.11.1997, 7 ABR 73/96.

    3. Sicherung deines Arbeitsentgelts

    Nach § 65 Abs. 1 BetrVG gilt u.a. § 37 BetrVG entsprechend. Das bedeutet, dass für die Zeiten deiner JAV-Tätigkeit keine Entgeltminderung eintreten darf!

    4. Teilnahmerecht an Sitzungen des Betriebsrats

    Hat die JAV ein Teilnahmerecht an BR-Sitzungen? Und auch Stimmrecht?