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Chef macht Unterschiede

C
Chefina
Jan 2018 bearbeitet

Ein Chef einer Arbteilung macht Unterschiede zwischen den Mitarbeitern: Er erlaubt der eine drei Wochen Urlaub am Stück, aber ein anderer ur zwei Wochen. Als Begründung sagt er, dass es Engpasse im Bereich von dem Kollegen mit nur zwei Wochen Urlaub am Stück gibt, deshalb erlaubt er ihm grundsätzlich nur zwei Wochen am Stück.

Gibt es eine Rechtlage hierzu? Kann der Chef dem einen etwas erlauben und dem anderen nicht?

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Community-Antworten (1)

A
AlterMann

01.04.2017 um 19:18 Uhr

Hallo Chefina,

  1. Rechtliche Grundlage nach § 7 BUrlG:

(1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen. Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluß an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt. (2)Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

Da muss der Chef aber schon sehr konkret erläutern können, warum er den beantragten Urlaub nicht gewährt.

  1. Mitbestimmung

Ihr habt einen Betriebsrat, oder?

Dann ist der nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG in der Mitbestimmung, und zwar nicht nur in Bezug allgemeiner Urlaubsgrundsätze, sondern auch in jedem Einzelfall (!). Wenn der Kollege einen Antrag stellt, dieser abgelehnt wird und der Kollege damit nicht einverstanden ist, könnt Ihr mit dem AG in Verhandlungen treten. Könnt Ihr ihn und er Euch nicht überzeugen, geht's auch in solchen Einzelfragen in die Einigungsstelle.

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