Schichtarbeit
Hallo, bei uns wurde ein Dreischichtsystem vom Betriebsrat genehmigt: Früh 40 h + 30 Minuten Pause, Spät 40 h + 30 Minuten Pause und die Nachtschicht 6,5 h in 6 Schichten + die 30 Minuten Pause, die erste Schicht beginnt Sonntag Nacht mit 7,5 h, Samstag werden 8 Std. für Überstunden gearbeitet. Wir sind 2002 aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten, der Manteltarifvertrag hat aber noch Bestand. die Arbeitszeit ist in diesem Vertrag eine 40 Stunden Woche an in der Regel 5 Werktagen in der Woche. Schichtarbeit ist die regelmäßige vereinbarte Arbeitszeit, unabhängig von der zeitlichen Lage. Ich finde 6 Tage Woche hart. Ist die rechtens?
Community-Antworten (10)
09.09.2013 um 17:27 Uhr
Kommt darauf an, was im Manteltarifvertrag steht und wie das Schichtsystem dort vereinbart ist. Bei uns werden auch im Wechsel 6 Tage gearbeitet, 2 Früh, 2 Spät und 2 Nacht, dann 4 Tage frei. Wenn im Manteltarifvertrag Schichtarbeit vereinbart ist, unabhängig von der zeitlichen Lage, dann ergeben die 6 Nachtschichten a 6,5 Stunden auch eine 40 Stunden Woche. Es ist nun mal jeder Tag eine Arbeitstag, ausser Sonn- und Feiertage. Wenn im MTV nicht expliziet die 5 Tage Woche steht, sondern nur 40 Stunden Woche, dann kann der BR auch diesem Schichtsystem zustimmen. Mann muss sich nur Fragen, welche Gründe der AG hat, so arbeiten zu lassen. Aus Schikane wird er es sicherlich nicht tun. Es ist immer Sinnvoll, sich mit einem Vertreter des BR oder dem BRV mal zu unterhalten, warum der BR diesem Schichtmodel zugestimmt hat.
09.09.2013 um 17:48 Uhr
Wir arbeiten Saison abhängig, es ist sehr viel Arbeit. Wenn der Schichlplan so gearbeitet wird, dann haben wir keine freien Tage dazwischen, es "kann" die Samstag - Frühschicht mal nicht gearbeitet werden. Dies geht dann so bis Ende März 2014. Ich sehe ja ein, Mehrarbeit zu leisten, wo bleibt mein Wochenende?
09.09.2013 um 18:52 Uhr
das ist alles etwas kompliziert
man müsste schauen : was ist laut Arbeitsvertrag möglich was sagen mögliche Betriebsvereinbarungen was sagt das Arbeitszeitgesetz was lässt der Manteltarifvertrag dazu, ggfs. auch unter Nutzung von Öffnungsklauseln im Gesetz
so auf die Schnelle ohne alle Informationen kann man da nichts zwischen Tür und Angel sagen
außer : eine sechs-Tage-Woche mag für manchen hart scheinen, ist aber an sich nicht unzulässig
09.09.2013 um 19:54 Uhr
Bist Du auch in dem Betriebsrat, der diesem Modell so zugestimmt hat?
Grundsätzlich gilt der Samstag nicht als freier Tag. Er ist Werktag wie Montag bis Freitag. Die fünf-Tage-Woche ist in den 60er bis 70er Jahre von den Gewerkschaften durchgesetzt worden. Inzwischen gibt es aber vielerorts Tarife, die andere Verteilregeln möglich machen.
Gehen wir mal davon aus, dass Eurer BR den Tarifvertrag und das ArbZG im Blick hatte und die Regeln MTV-konform sind. Wenn Du den Tarif nicht so genau kennst, solltest Du Dich an die Gewerkschaft wenden.
Bei Saisonbetrieben kommt es oft vor, dass der Verteilspielraum über das ganze Jahr betrachtet werden muss. Da wäre es dann schon wichtig zu wissen, wie denn die Zeit außerhalb der Saison geregelt ist
10.09.2013 um 11:34 Uhr
unter beachtung der vorhergehenden antworten wage ich mal einen schnellschuss auf grund deiner frage:
eine 40 Stunden Woche an in der Regel 5 Werktagen in der Woche sagt nicht aus, dass ihr keine sechs tage am stück arbeiten dürft. allerdings vermisse ich in deiner beschreibung den ausgleichstag für den fehlenden freien tag. abweichungen von der "regel" sind ja erlaubt aber ein solcher schichtplan (wie von dir beschrieben) ist keine abweichung von der regel sondern schreibt neue regeln fest. d.h. am ende des jahres bzw. des ausgleichzeitraumes müssen die freien tage wieder stimmen. (52 wochen = 104 freie tage)
10.09.2013 um 16:08 Uhr
Hallo Azrael, genau diese Ausgleichstage habe ich auch vermisst, wie ab März weiter gearbeitet wird ist noch unklar. Danke für die Antwort - 52 Tage = 104 freie Tage, wusste ich nicht.
10.09.2013 um 16:39 Uhr
Kann mir jemand helfen: wo finde ich die gesetzliche Regelung über die Ausgleichstage im Jahr (52 Wochen = 104 freie Tage)?
10.09.2013 um 16:53 Uhr
wo finde ich die gesetzliche Regelung ?
nirgends, weils keine gibt
10.09.2013 um 16:59 Uhr
die "Ausgleichstage", sie du suchst, müssten , wenn überhaupt, im Tarifvertrag geregelt sein
das Gesetz kennt Ausgleichstage nur bei Sonn- und Feiertagsarbeit (§§11,12 ArbZG)
12.09.2013 um 11:08 Uhr
@ gelab. im tarifvertrag oder dem arbeitsvertrag wie in diesem fall. wenn im arbeitsvertrag eine fünftagewoche vereinbart wurde, ist das selbstverständlich bindent und nicht einseitig abänderbar.
Verwandte Themen
Schichtarbeit
ÄlterHallo zusammen, ich hätte gern von euch gewusst, wie ihr mit solchen Fällen umgehen würdet ... Produktionsbetrieb mit 150 Mitarbeitern. Einige Mitarbeiter haben alte Verträge, wo kein Hinweis au
Schichtarbeit - kann der AN einen Wechsel in die Schichtarbeit ablehnen ?
ÄlterHallo, in unserem Betrieb (10 Arbeiter ) sind 8 Leute in der Schichtarbeit tätig , (Früh Mittag Nacht ) Es sollen nun zwei Leute, die noch nicht solange da sind entlassen werden. Die beiden Mitarbei
Einführung von Schichtarbeit in der Systemadministration
ÄlterMoin, In der Abteilung Systemadministration haben die Mitarbeiter seit Gründung der Firma vor 12 Jahren normale Verträge mit 40h pro Woche, Gleitzeit und einer Kernzeit von 9-15:30. Nun wächst die
Einführung der Schichtarbeit
Älterhallo ,mein Arbeitgeber hat sich mal wieder was neues ausgedacht .Er will nun Schichtarbeit einführen ,Früh 6-14Uhr und spätschicht 14-22 Uhr . Leider gibt es bei uns keinen Betriebsrat , den man fr
Mitbestimmung bei Abschaffung von Schichtarbeit - wie soll man "pro" Schichtarbeit argumentieren, wenn kaum noch Arbeit da ist?
ÄlterEine Abteilung leidet unter Arbeitsmangel. Hier wurden bereit Kündigungen ausgesprochen. Jetzt soll die Schichtarbeit abgeschafft werden und nur noch zu normalen Arbeitszeiten produziert werden. Klar