Lohnstruktur
Hallo, ich hab da mal eine frage an euch,
in unserer firma gibt es eine gehaltssruktur anfangsgehalt 1500€ nach 6 monaten 1550€ nach 12 monaten 1600€ nach 36 Monaten 1700€ ENDE
letze woche haben wir 4 Neue Ma eingestellt diese fangen allle mit 1700€ an und enden bei 1900€ davor die woche 2 andere Ma die haben mir 1600€ angefangen und enden bei 1800€
sprich er hält sich nicht an die struktur... uns ist klar das lohn auch individuell ausgehandelt werden kann.
Doch wir sehen das Problem das der eine Ma ( der alte seit 7-12 Jahren im betrieb ) den neuen Ma einarbeitet der jetzt schon mehr verdient wie er und nach 36 Monaten zudem noch 200€ mehr hat.
können wir da als betriebsräte was machen?... allgmeine gleichbehandlung etc.
zudem noch die frage haben wir das recht bei einstellungen, zu den bewerbungsunterlagen auch den Vertrag incl. der lohnstruktur zu fordern bevor wir zustimmen!
Gruss
Community-Antworten (13)
14.03.2013 um 01:32 Uhr
können wir da als betriebsräte was machen?...
So lange es kein Vergütungsschema mit Eingruppierung gibt, nein, dann entzieht sich die Entlohnung vollkommen Eurer Mitbestimmung. Und selbst wenn es ein solches gibt, könnt ihr gegen "Überbezahlung" wenig (eigentlich nichts) machen.
Wenn der AG bereit ist höhere Löhne zu zahlen, wäre dass das Zeichen für die dann Unzufriedenen sich zu organisieren, und organisiert den AG auf höhere Löhne anzugehen. Die Organisation die man dann braucht heißt Gewerkschaft... Schon mal gehört?
14.03.2013 um 01:54 Uhr
Ironie ist Super..... Ja Verdi hab ich schon mal gehört..leider ist das in unserem privat unternehmen nicht so einfach....
Wie gesagt wir haben ja eine lohnstruktut....und gegen mehr Bezahlung haben wir ja nichts.... Wir möchten eben unsere lohnstruktur anpassen, sprich ein wenig erhöhen.....da halt bei 1700? Feierabend ist nach 3 Jahren im betrieb....und das seit 12 Jahren....sprich wir haben Ma die seit 12 Jahren 1600? verdienen...kaufkraftverlust etc... Klar kann man jetzt sagen...selbst Schuld, geh woanders hin, frag nach mehr Geld....Verdi...etc...... Das versuchen wir seit mehreren Jahren...Chef sagt dazu: ich hab kein Geld...und im. Arbeitgeberverband bin ich auch nicht und Tarif will ich nicht....
Der Zusammenhalt ist leider nicht so da unter den Ma...sonst wären wir schon wesentlich weiter......die meisten haben Angst den Job zu verlieren....
Gruß
14.03.2013 um 09:50 Uhr
Tja, und der Zweck dieser Ironie war eben, Dich zur Erkenntnis zu bringen, dass der BR da machtlos ist. Nur der einzelne Arbeitnehmer oder eine Vereinigung der Arbeitnehmer hat das Recht dem AG gegenüber "Druck" zu machen.
Der einzelne kann da mit "Kündigung" drohen (meistens erfolglos), die Vereinigung mit "Streik" (oft erfolgreich, wenn möglichst alle am selben Strang ziehen). Der BR kann bestenfalls betteln. Und selbst wenn der AG darauf eingeht, muss er das ganze selbst machen, BV geht eben nicht (OK, mit Ausnahme der Variante, dass derartige BV in einen Vertrag zu Gunsten Dritter umgedeutet wird, wobei dann aber nur die günstigeren Regeln der BV gegenüber AV für die AN gelten).
ich hab kein Geld...
Ohhhh, jetzt hab ich aber Mitleid... armer AG, Dein Ferrari ist garantiert aus 5. Hand und 23 Jahre alt.... Im Ernst: Warum zahlt er dann einzelnen mehr Lohn, kommt das Geld irgendwie vom Himmel gefallen? Was sagen die Bilanzen?
und im Arbeitgeberverband bin ich auch nicht
Pech für den AG. Verbandsfrei oh je, das tut bald weh....
Tarif will ich nicht....
Aber die Arbeitnehmer wollen! Also gehen sie geschlossen zu Verdi, treten alle bei, warten ein weilchen, und dann erklärt Verdi dem AG, dass alle seine AN ab sofort 2500 EUR (oder was auch immer halt so ca. 30% über Flächentarif liegt) wollen, und das Verdi einen (Haus-) TV anbietet. Und falls er das nicht will hat er die Wahl: Freiwillig Flächentarif oder die Firma macht mal ein halbes Jahr dicht. Oft retten sich AG dann ganz schnell in den Flächentarifvertrag. Haustarife sind eigentlich nur dann günstiger, wenn entweder irgendwelche Spezialitäten des Unternehmens zu berücksichtigen sind oder die Firma tatsächlich aus dem letzten Loch pfeift...
Der Zusammenhalt ist leider nicht so da unter den Ma...
Tja...............................................
die meisten haben Angst den Job zu verlieren....
Hätt ich auch, wenn ich alleine wäre und keinen Rechtschutz der GEW hätte.......... Mal im Ernst: Mit welcher Begründung will der AG 100% seiner AN entlassen? Falls das tatsächlich realistisch wäre, mea culpa... Und einzelne wegen Streik entlassen? Will er mal einen 2jährigen Streik mit der gesamten Belegschaft im Gerichtssaal sitzend und durch die Stadt ziehend erleben?
14.03.2013 um 11:00 Uhr
tja - das ist eben so. Man muss zu denen gehen, die dafür zuständig sind. Und das ist nun mal die Gewerkschaft. (siehe auch § 77 Abs 3 BetrVG: " Arbeitsentgelte und sonstige Arbeitsbedingungen, die durch Tarifvertrag geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden, können nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung sein. (...)")
14.03.2013 um 11:05 Uhr
PS:
Der AG muss Euch bei der Anhörung über die Eingruppierung informieren, sofern es ein Gruppensystem gibt (Tarif, BV). Außerdem könnt Ihr doch auch regelmäßig Einblick in die Gehaltslisten nehmen und Euch Details erläutern lassen.
14.03.2013 um 11:21 Uhr
Ok danke euch Gruss
14.03.2013 um 12:05 Uhr
Ein BR kann und darf keine Lohnverhandlungen führen. Aber er kann ein gutes Beispiel geben: Der Gewerkschaft beitreten, den GW-Sekretär in die Betriebsversammlung einladen, Mitglieder werben... Und er kann den Chef so ärgern, dass er den Zusammenhang mit miesen Löhnen durchaus durchschaut. Eine Gewerkschaft kann Euch übrigens auch dabei helfen, einen realistischen Eindruck von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Firma zu bekommen. Man muss ja nicht jedes Gejammer des Chefs glauben. Vielleicht rechnet Ihr mal aus, wieviel der Kollege hmit den 1600 € heute real weniger verdient als damals. Könnt Ihr auch öffentlich in der Betriebsversammlung machen. Ihr werdet staunen!
14.03.2013 um 12:36 Uhr
Ddas haben wir alles bereits hinter uns... Verdi ist stammgast ..., aber die leute trauen sich nicht da der chef erst vor 3 monaten 3 jahresverträge die den mund aufgemacht haben nicht verlängert hat... Nur ein kleines beispiel.....
14.03.2013 um 12:52 Uhr
Hallo bastian,
solche Firmen, solche Chefs und solche Mitarbeiter soll es geben.
Aber mal ne Frage: Was und wo arbeitet Ihr denn in Eurer Firma, dass Ihr so schlecht bezahlt werdet und dann noch Angst um Euren Arbeitsplatz habt?
Firmen, die ihr wirtschaftliches Heil darin suchen, die Löhne zu drücken, bringen sich um ihre besten Mitarbeiter und damit mittelfristig um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, mal ganz abgesehen von den Kosten einer inneren Kündigung. Ich hätte also Angst um meinen Arbeitsplatz, wenn der Chef die Löhne n i c h t erhöht.
Und zum Abschluss noch eine Idee: Wenn Ihr noch Kontakt zu den geschassten Kollegen habt: Fragt sie doch mal, wo sie jetzt arbeiten und ob es Ihnen da besser geht. Wenn ja, dann könnten die doch mal Grüße und einen kurzen Bericht an die alten Kollegen schicken.
14.03.2013 um 12:59 Uhr
Ich arbeite im gesundheitswesen.... Den ex kollegen geht es besser da nicht sie meist in den öffentlichen gegangen sind und domit tarif haben... Mindestlohn gibts in unserer sparte nicht....
Wir haben fast mur ma die über 45 jahre sind und so ganz schlechtenkarten auf dem markt haben... Oder halt jahresverträge....
Ich dachte das der br mitsprache recht hat bei kollegtiv recht sprich die lohnstruktur.... Abee das ist dann wohl nicht so... Schade
Ich kämpfe jetzt seit 3 jahren und zeitweise waren 90% in verdi doch wo dann verdi eingeladen hat kamen 6 leute.... Und so gibts das halt nix.. Da die leute angst haben das dies der chef mitbekommt da er viele spione hat.... Klingt krass aber so ist es
Und solangam hab ich persönlich keine lust mehr da mir ja auch dann letztendlich die hände gebunden sind....
Jeder ist halt sein glückes schmied
14.03.2013 um 13:08 Uhr
Hallo,
§87 Abs. 10....
habt Ihr eine BV zu Entlohnungsgrundsätzen? Wenn nicht, dann macht eine. In einer solchen BV wird die betriebliche Realität dargestellt und alle MA und auch die zukünftigen werden neu eingestuft. In der Verhandlung dürft Ihr nicht über Euro sprechen aber über Prozente. Das bedeutet, dass die Gehälter in Prozenten dargestellt werden müssen und Ihr auch nur über Prozente sprechen dürft.
Viele Grüße
14.03.2013 um 14:45 Uhr
Das klingt gut... Danke
14.03.2013 um 20:39 Uhr
Hallo Bastian,
ihr habt möglicherweise auch noch euer Recht aus § 99 BetrVG, Mitbestimmung bei der Eingruppierung der neuen MA. Denn dies gilt nicht nur bei TV sondern auch wenn der AG einseitig eine, wie von Dir oben beschriebene Gehaltsstruktur festlegt. Weil der AG die Gehaltsstruktur einfach geändert hat, ohne euch zu beteiligen könntet ihr einen Zustimmungsverweigerungsgrund zu der Eingruppierung nach § 99 Abs. 2 Nr. 1 BetrVG haben. Guck mal dieses Urteil:
LAG Berlin-Brandenburg: Beschluss vom 17.10.2007 - 21 TaBV 1083/07 Leitsatz: Legt der Arbeitgeber bei der Eingruppierung eines neu eingestellten Arbeitnehmers ein System zugrunde, bei dem der Betriebsrat nicht nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG beteiligt worden ist, liegt ein Gesetzesverstoß und somit ein Zustimmungsverweigerungsgrund nach § 99 Abs. Nr. 1 BetrVG vor. (amtlicher Leitsatz)
Der AG zahlt den Neuen mehr Geld weil er sonst die Leute nicht bekommt. Wenn ihr die Zustimmung ein paar Mal verweigert und der AG sich diese vor dem Arbeitsgericht ersetzen lassen muss, ist er viell. noch aufgeschlossener für Verhandlungen für eine gerechte Lohnstruktur für alle.
Viel Erfolg!
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