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Ruhezeitunterschreitung aufgrund Programmierung des Dienstplans bzgl. der Gewährung der Umkleidezeit

B
birwein
Nov 2016 bearbeitet

Elektronische Zeiterfassung (Stempeln) im Krankenhaus. Unser marodes Diensplanprogramm (D-Soft) liegt jetzt endgültig in seinen letzten Zügen, wir schaffen ein neues System an, juchu. Jetzt haben wir aber ein grundsätzliches Problem: Wechsel von Spät- auf Frühdienst und Einhaltung der Ruhezeit. Endet der Spätdienst um 21 Uhr, dann konnte der Mitarbeiter erst um 7 Uhr am drauffolgenden Tag seinen Dienst antreten. Da lag dann eine Ruhezeit von 10 Stunden dazwischen, die bei Einhaltung einer weiteren Ruhezeit von mind. 12 Stunden im Kalendermonat ausgeglichen wurde. Das klappte so auch immer . Jetzt haben wir das Stempeln eingeführt, haben vorerst noch ein Kappung der Arbeitszeiten auf die geplante Dienstzeit drin. Die Mehrarbeiten werden erst nach Begründung dem Arbeitszeitkonto gutgeschreiben. Neue PDL, neuer GF wollen sich erst ein Bild verschaffen, wo die hohen Arbeitszeitkonten herkommen. So weit so gut. Jetzt wurde dem jeweiligen Dienst 5 Minten vor und 5 Minuten danach zugegeben, weil wir die Umkleidezeit als Arbeitszeit gewertet haben. Damit kommt alles durcheinander. Die Einhaltung der Ruhezeit, die jetzt 10 Minuten unter den 10 Std. liegt, außerdem noch der Spätdienst, der um 20 Uhr endete und für die Schwangeren bei Bedarf verplant wurde, dente jetzt um 20:05 und damit darf den die Schwangere nicht leisten. Wer weiß Rat, wie wir mit diesem Problem umgehen können. Streichen wir die % minuten wieder, dann ist keine Umziehzeit dabei. Verlässt nämlich der AN den Arbeitsplatz so rechtzeitig, dass er die Umkleidezeit z. B. am Ende seiner Arbeitszeit einbringt, dann macht er Minusstunden die er mit den jeweils 5 Minuten Zurechnen ausgleicht, aber wenn der MA länger arbeiten musste, dann stempelt er aus. Begründet seine Stunden und verliert eigentlich die 5 Minuten nach dem Dienst

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Community-Antworten (8)

L
leserin

03.09.2012 um 16:00 Uhr

Dienstende 21:00 nächster Dienstbeginn nähster Tag 07:00 Uhr = 11 Std. Ruhezeit.

T
Tanzbär

03.09.2012 um 16:18 Uhr

@Leserin: setzen, 6!

B
birwein

03.09.2012 um 16:30 Uhr

Hat denn keiner der Kliniken mit der Ruhezeit ein Problem? Danke Tanzbär, ich habe auch 10 Stunden Ruhezeit berechnet von 21 bis 7 Uhr. Vielleicht stempeln aber uch nicht viele Klinken. Vor dem Stempeln hatten wir auch kein Problem. Wie mache es andere Kliniken mit der Umkleidezeit?

G
Galaxy

03.09.2012 um 17:19 Uhr

@birwein, wir haben in Absprache mit der GF und den einzelnen PDL die Schichtzeiten "angepasst" inclusive der Wege- und Rüstzeiten von 5 Minuten vor und nach einer Schicht. "Kurze Wechsel" sind jetzt nicht mehr drin, wer einen Spätdienst von 13:45 - 21:45 leistet hat eine "Rahmenzeit" von 13:40 - 21:50 und kann am nächsten Tag frühesten um 08:15 mit einem Zwischendienst wieder beginnen. Bei der DP-Gestaltung wird ein FD nach einem SD nicht zugelassen sondern automatisch vom DP-Programm gesperrt. Unsere "Schichtzeiten" sind FD und SD 8 Std. inklusive 30 Min. Pause, der ND ist 9,45 Std. inklusive 45 Min. Pause. Wir haben versucht, die Kollegen zu einem Schichtmodell von 3x 8 Std. zu bewegen, damit der ND nicht so lang ist, die Kollegen haben abgelehnt, weil der SD dann bis 22:30 gehen würde und das war Ihnen zu lang. Die Sperrung des FD nach einem SD geht automatisch über die "Software" des Zeiterfassungsprogrammes, der einzelne Dienstplaner kann das auch nicht "erzwingen", der DP wird automatisch als "nicht frei gegeben" angezeigt und wir als BR haben "Leserechte" für alle Dienstpläne, so dass wir es verfolgen können. Das Problem sind in der Regel auch nicht die Stltg. sondern die Kollegen selbst, die aus privaten, kurzfristigen Gründen gerne einen kurzen Wechsel machen wollen, zumindest bei uns ist das so. Mit Einführung des Zeiterfassungssystems haben wir in Absprache mit den einzelnen Fachbereichen zig verschiedene "Zwischendienste" zusätzlich zu den "starren" FD,SD und ND mit vereinbart um der Ruhezeit gerecht zu werden, das ist gut angenommen worden. Hilft dir das weiter????

Gruß Galaxy

L
leserin

03.09.2012 um 17:27 Uhr

Tanzbär

ja, hatte wohl die 1 Std. Schlatzeit/Schlatjahr mit dabei ;-))

K
Kölner

03.09.2012 um 21:26 Uhr

@birwein Eher ist den Ausführungen von galaxy zu folgen, da sonst nach § 3 ArbZG bei einem Wechsel der AZ von SD in den FD die maximale tägliche AZ überschritten wird - was eben nicht in Ordnung ist. Von daher ist das ein Problem, welches eigentlich keins ist...

B
birwein

04.09.2012 um 13:16 Uhr

Danke Galaxy, ist also genau wie bei uns. In der Praxis schaun die Dienste bzw. das Einhalten des ArbZG halt anders aus. MA sind das bei uns auch schon so lang gewohnt, den kurzen Wechsel. Áus betrieblichen Gründen scheint es immer legal zu sein, doch bei den Wünschen des MA pocht man auf das ArbZG. Unsere PDL hat die Dienstpläne dann doch genehmigt, wenn die Meldung "Verstoß gegen die Ruhezeit" nur auf die Umkleidezeit an sich beruhte. Das bedeutet dann aber ein genaues Hinsehen jedes einzelnen Dienstes bzw. Verstoßmeldung. Wir haben auch als BR ein Leserecht auf alle Dienstpläne.

G
Galaxy

04.09.2012 um 17:55 Uhr

@birwein um es noch einmal klar zu stellen, wir als BR genehmigen KEINEN kurzen Wechsel und das hat am Anfang zu viel Unfrieden mit den Kollegen und den Stltg. geführt. Das haben wir ausgesessen und immer wieder argumentiert, dass gegen ein Gesetz nicht verstoßen werden darf genauso wie ich bei Rot nicht über die Ampel gehen darf ohne evtl. Konsequenzen in Betracht zu ziehen. Konsequenzen wären ein Strafe für den AG UND AN, falls es zu einer Prüfung der Arbeitszeiten durch das AFA kommt und der AG hat klar gestellt, das er die evtl. Strafe des AN NICHT übernehmen wird. Inzwischen ist dieses akzeptiert und durch die automatische Sperre kann es auch nicht umgangen werden. die sogenannten "Zwischendienste" werden sogar teils gerne durch die Kollegen in Anspruch genommen, so kann man erst um 08:15 beginnen und trotzdem um 14:00 aufhören was auch nicht so schlecht ist. War aber viel Überzeugungsarbeit notwendig und hat fast ein Jahr gedauert, bis es in allen Klinikbereichen akzeptiert war. Aus betrieblichen Gründen und damit aus Sicht des AG ist ein kurzer Wechsel somit auch ausgeschlossen. Wir haben inzwischen über 60 verschiedene Dienstzeiten vereinbart, natürlich mit Zustimmung der betroffenen Kollegen in den einzelnen Kliniken und das ist gut angekommen.

Gruß Galaxy

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