Ich brauche Hilfe. Neu im Amt als Vorsitzender und die Sitzung
Hallo liebe Betriebsrätinnen und Räte,
ich bin seit etwas über einen Monat frisch im Amt in der Rolle des BR Vorsitzenden. Bin einstimmig gewählt worden, allerdings aus einer Situation heraus die wir so nicht geplant hatten. Ich versuche mein Amt so gut ich es kann auszufüllen und im Herbst habe ich mir ein paar Schulungen rausgesucht die mich in meiner "Überschrift" hier im Forum unterstützt. Aber sie ist erst im Herbst ! Ich denke ich brauche jetzt schon Unterstützung und bin über jeden ..wirklich Jeden Tip von Euch dankbar.
Meine Frage an Euch. Wie geht ihr mit BR Mitgliedern um die in der Sitzung "dominantes" Verhalten zeigen? Ich habe meinen Vorsitzeden abgelöst der was ich finde zum Glück im Amt geblieben ist. Er bringt gutes Wissen mit was ich toll finde. Allerdings war und ist er wie ich finde sehr dominant. In den Sitzungen die er geleitet hat, wo ich auch eine Zeitlang noch BR Mitglied war, hatte kaum ein BR Mitglied ein Wort zu sagen. Jedes und wirklich jedes Thema wird umgehend von ihm recht laut und energisch (aggressiv wäre aber überzogen)sofort an sich gerissen, und wie ich es empfinde niedergeredet. bzw. Mache ich einen kleinen Fehler (ich übersehe etwas) wird über mich gelacht bzw. unterschwellig versucht mich lächerlich zu machen. Meine Kolleginnen und Kollegen sind teilweise etwas stiller, ich spreche sie an um sie zu Redebeiträgen zu animieren. Mache ich solche Versuche kommt vorm Gremium von ihm mit "lachen" "die sind doch Mündig, was denn das jetzt soll" ..ich habe aber positives Feedback bekommen und würde dabei auch bleiben. Er hat gute Kenntnisse in Recht (so wirkt es jedenfalls) hatte sich auch mit Beiträgen durchgesetzt die ich aber dann lieber mit Beschluss des Gremiums über einen Anwalt hab prüfen lassen. Da lag er teilweise schon falsch. Mir fällt auf das bei der Besprechung der Tagesordnung immer am Sitzungstag auf einmal ein Thema aus dem Ärmel schüttelt. Diskussionen nehmen keine Ende. Möchte ich die bremsen heißt es warum keiner reden darf. Ich empfinde das Verhalten irgendwie, keine Ahnung, als unzufrieden weil er eine ständig negative Ansicht hat. Das wir als BR die Kollegen vertreten ist mir klar, aber ich finde für mich kein Argument permanent nur negatives Verhalten der GF. Wir haben klar unsere Haltung. Sitzen aber auch irgendwie immer bisschen "doof" vor der GF die Fragen "ja welches Fehlerverhalten wann war denn das?" und dann ist genau bei dem Kollegen stille der ungreifbare Argumente ins Gremium wirft. Das klingt jetzt bestimmt überzogen und gerne dürft ihr mich kritisieren. Auch das ich die BR Arbeit und mein Amt falsch sehe und als BR nun mit einer kritischen Haltung agiert werden sollte. Aber ich fühle mich instrumentalisiert. Aufgehetzt und soll ein negatives Bild annehmen. Und das auf das Gremium übertragen wird.
Puhhh. Sorry. .. das BR anstrend ist hatte ich schon immer gewusst aber zermürbend? Ehrlich gesagt. nein :-)
Habt ihr ihr greifbare Tips für mich? Ich habe sorge das ein Grabenkampf entsteht. Ich würde viel lieber das Wissen nutzen wollen. Aber ich habe irgendwie keine Idee die Sitzung so zu leiten das ich das kompensieren kann. Gerne würde ich die alles in postives Feedback umleiten, in gute Diskussionen. Aber wenn es anfängt bloßgestellt zu werden. Die Sitzung kann doch nicht zur Erschöpfung führen ode rdas das Gremium in passivität begibt und sich von einer Peron leiten lässt...
Ich brauche wirklich Hilfe !!
Community-Antworten (9)
28.04.2022 um 23:59 Uhr
Ganz vergessen.. Danke und "servus".. aus dem sonnigen Süden des Landes.
29.04.2022 um 01:31 Uhr
Was ihr als erstes lernen müsst, eine Einheit zu sein. Ein BRV leitet nur. Arbeiten aber muss ein gesamtes Gremium. Verteilt arbeiten auf viele Schulter und jedes Mitglied recherchiert dann und bringt seine Erkenntnis mit in die BR Sitzung. Und bildet Ausschüsse. Dies gibt dann auch den anderen mehr Selbstsicherheit. Bei Gesprächen mit der GL muss auch nicht unbedingt immer nur der BRV sprechen. Es kann förderlich sein das diejenigen die was bestimmtes recherchiert haben mal das Wort ergreifen. Ist dann mal eine Pause bei Gesprächen mit der GL anschließend die Sitzverteilung ändern. Und seht in eurem AG steht´s ein Vertragspartner und nicht euren AG, denn mehr sind sie in dem Moment nicht Laptop ist sehr Wichtig. Der sollte immer auf dem Tisch stehen. Sei es bei BR Sitzungen oder bei Gesprächen mit der GL. Kommt man mal nicht weiter das man googlen kann. Klappt gerade nix Themen ruhig beenden und verschieben bis man Klarheit hat. Genau so ist es mit Büchern. Den Fitting und Däubler, sowie das Arbeitszeitgesetz sind am Anfang das Wichtigste. Anschließend dann die Bibliothek sukzessive vergrößern (natürlich nicht ohne vorherige Beschlüsse. Schulungen nicht nur für den BRV; sondern für alle. Gerade die Grundlagenseminare und je nach Ausschüsse. Plant so das jedes Mitglied mindestens 2-3 Schulungen besucht. All dies gibt Sicherheit und lässt eurem ehemaligen BRV schlecht aussehen. Solange würde ich ihn lachen lassen. Und wenn er fertig ist mit seinen Statements und lachen, nur ans gesamte Gremium sagen. der Kollege xy ist nun wohl fertig und wir können mit der Sitzung weiter fort fahren. Nehmt ihm das Fahrwasser und er wird auflaufen. Soviel erst einmal aus dem Erzgebirge.
29.04.2022 um 09:42 Uhr
Hallo,
wir hatten im Gremium schon ähnliche Situationen. Für die Sitzungen arbeiten wir mit einen Moderator, der zum einem das Wort erteilt aber dieses auch entziehen kann. Die Sitzungen wurden strukturierter und zogen sich nicht mehr endlos. Wenn der ehemalige Vorsitzende mit seltsamen Äußerungen kommt auch einfach mal antworten: "Interessant, wo steht das denn, damit ich es nachlesen kann." Außerdem sich gut auf die Sitzungsthemen vorbereiten. Da du ja mehrheitlich gewählt bist, verteile etwas von der Last auf deine BRM. Wir haben mittlerweile einen starken BR-Ausschuss der viel vorbereitet und sehr aktiv ist.
Und Seminare besuchen und lernen.
Wie groß seid ihr eigentlich?
Grüße aus Thüringen
29.04.2022 um 10:00 Uhr
Warum ist die Schulung denn erst im Herbst? Durch die Wahlen werden doch die Grundlagenseminare jetzt gehäuft angeboten. Und selbst die für den BRV sollten früher sein.
Wenn ihr genug Personen seid, könnt Ihr Euch auch einen Referenten ins Haus holen. Der kann dann sehr speziell auf Eure Besonderheiten eingehen und das Ganze wird weniger allgemein.
29.04.2022 um 10:12 Uhr
Zu den Rechten des BRV gibt es bestimmt Impulse in entsprechenden BRV-Lehrgängen (ich habe selbst noch keinen besucht). Vielleicht rechnet das betroffene BRM einfach (noch) nicht damit, dass ihm auch mal das Wort entzogen werden kann.
Ansonsten finde ich den Ansatz von xyz68 gut: spiegeln, bis der Artzt kommt. Da gibt es viele schlechte, aber auch wahnsinnig gute Rhetorik-Kurse. Vielleicht sollte man den BRV-Lehrgang tatsächlich mal diesbezüglich ergänzen, nicht dass einem der ehemalige BRV dauerhaft die Butter vom Brot nimmt.
29.04.2022 um 11:25 Uhr
als BRV leitest Du die Sitzung, erteilst das Wort und entziehst es. Du wirst nicht umzukommen, das an Dich zu ziehen und die Leitung zu übernehmen. Ein Moderator ist also ggf. eine Übergangslösung, am Ende mußt Du aber dazu kommen, als BRV akzeptiert zu werden.
Du bist kein Vorgesetzter aber trotzdem "Herr der Sitzung" und mußt die Sitzung auch leiten, ansonsten wirst Du über kurz oder lang scheitern und der alte BRV faktisch weitermachen wie vorher.
29.04.2022 um 12:22 Uhr
"Vielleicht rechnet das betroffene BRM einfach (noch) nicht damit, dass ihm auch mal das Wort entzogen werden kann."
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der alte BRV hat eigentlich nur zu reden, wenn ihm "BayernGrüßtEuch" das Wort erteilt hat. Zu allem weiteren siehe das Posting von Relfe.
03.05.2022 um 11:48 Uhr
Herzliches "Servus" in die Runde, ganz lieben Dank, ich war erst etwas skeptisch wie in diesem Forum reagiert wird aber das war jetzt 1 A! Ich kann aus jedem Beitrag etwas mitnehmen. Und meine Gedanken wie wir das als Gremium schaffen wurden bestätigt. Schulungen fehlen bei den meisten, bis auf zwei Basisseminare wurde nichts gemacht. Da setze ich schnellstmöglich an. Eine tolle Erfahrung hatte ich in der letzten Sitzung. Es wurde mit gewisser Lautstärke bei einem Thema eine "längere Redezeit" eingefordert (bei einem Thema was schon bekannt ist) das habe ich dann etwas laufen lassen und dann ziemlich klar und direkt abgebrochen als es in nebulösen, ungreifbaren (wer wie bei einem Gespräch geguckt hätte, das alles ja bei uns schlecht ist. Aber was genau wird nicht benannt) Bisschen komisch hab ich mich gefühlt, und ehrlich auch ganz schön unsicher. Aber am nächsten Tag haben mir BR Mitglieder gesagt das sie es gut und richtig und überfällig fanden.. Das hat mich gefreut.
Übrigens ...gestärkt durch die Beiträge hier!
Schöne Grüße aus dem noch sonnigen Bayern.
03.05.2022 um 13:37 Uhr
Danke für die Rückmeldung! Und weiterhin viel Glück.
P.S. Klingt sehr danach, als ob ihr lieber ein Inhouse-Seminar machen solltet.
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