BRM und Alkohol
Guten Morgen zusammen,
habe momentan ein echt schwieriges Problem mit einem BRM: ganz kurz erklärt Kollege ist Alkoholiker, bereits 2 Abmahnungen wegen Trunkenheit am Arbeitsplatz (haben auch eine BV darüber) Letzt Woche kam er wieder hackebreit in die Arbeit und lief mir über den Weg. Seine MA sind dann sofort in der PersoAbteilung aufgeschlagen und wir haben ihn dann nach Hause geschickt. Er wollte sich auch nicht durch einen Alko-Automaten entlasten. Es sind vorab wirklich schon viele Gespräche mit dem BRM geführt worden. Unser GL hat geäußert ob er denn überhaupt noch als BRM tragbar wäre und ob nicht ein Ausschluß erfolgen sollte. Ich weiß um das ganze Prozedere mit Ausschluß aus dem BR. Auch ist klar daß es sich um arbeitsvertragliche Pflichten handelt. Er ist uns aber auch wirklich keine große Hilfe im BR mehr. Bin momentan echt etwas ratlos.
Vielen Dank fürs Lesen und Antworten
Community-Antworten (19)
20.02.2012 um 09:54 Uhr
Ich bin gerade am überlegen , ob man sich nicht auch mal dahin gehend orientieren sollte, dem Mann zu helfen.......Das heißt. Mit ihm ein Gespräch führen , ob es nicht Sinn macht in eine Therapie zu gehen. (Arzt hinzu ziehen)
Jede andere (gesetzliche) Hilfe wäre nur noch ein Zeitaufschub, der ohnehin in einer Kündigung endet.........bei dem Kollegen evtl. mit dem Tod.
Rat findet ihr (du) bei jedem Sozialpsychatrischen Dienst, Gesundheitsamt oder bei deinem Hausarzt.
Wenn der Kollege sich zu einer Therapie bereit erklärt , wäre das evtl . eine Basis für den AG diesen Mann weiter zu beschäftigen.
20.02.2012 um 10:21 Uhr
Hallo Pady.... hab ja schon geschrieben fruchtlose Gespräche ,Hilfe mehrfach angeboten. Ich selber (BRV)hab ich ihm schon mehrfach angeboten mit ihm zu anerkannten Stellen zu gehen Selbsthilfegruppen aufzusuchen. Und wir können ihn ja leider auch nicht zwingen eine Therapie zu machen.
20.02.2012 um 10:27 Uhr
Hallo,
der Kollege wird wenn überhaupt, nur auf massiven Druck reagieren. Dieser Druck muss höher sein als die Angst seinen geliebten Alkohol zu verlieren. Ich habe da schon zuviele Fälle erlebt.
Gruß
Zardoz
20.02.2012 um 10:32 Uhr
Hallo Zardoz, und wie denkst Du sollte dieser Druck ausgeübt werden ? Wer soll ihn unter Druck setzten... wir als BR oder der AG. Was noch ganz schlimm war, er hat auch vor etlichen Wochen hier in der Arbeit versucht, sich die Pulsadern aufzuritzen. Mann konnte es ihm leider nicht beweisen, er hat gesagt er hat sich an einem scharfkantigen Behälter gerissen. Das dies ein Hilferuf war ist us allen klar aber trotzdem wissen wir nicht was wir tun sollen : (
20.02.2012 um 10:39 Uhr
"Letzt Woche kam er wieder hackebreit in die Arbeit ...
Er wollte sich auch nicht durch einen Alko-Automaten entlasten. "
Nennt man wohl "Galgenhumor" ...
Was hindert den AG daran, eine personenbedingte fristlose Kündigung auszusprechen? Der BR sollte widersprechen, das ArbGericht ersetzt die Zustimmung oder auch nicht.
Entweder resultiert daraus ein echter Warnschuss oder der Drops ist gelutscht. Irgendwann ist´s halt mal Schluss mit Lustig.
20.02.2012 um 10:41 Uhr
Hallo Löwin,
ein erster Schritt könnte sein euch mit der GL zu verständigen und den Kollegen gemeinsam ins Gebet zu nehmen. Sollte das Fruchtlos bleiben, würde ich versuchen mit seiner Familie Kontakt aufzunehmen. Was mich noch interessiert, treten durch den Alkoholkonsum Gefährdungen des BR Mitglieds oder anderer Kollegen auf ?
Gruß
Zardoz
20.02.2012 um 10:55 Uhr
hallo, ein echt schwieriges problem das ihr da habt. da ich in einer einrichtung arbeite wo wir des öfteren ( psychisch kranke menschen, sucht) mit ähnlichen problemen zu tun haben kann ich dir nur sagen wie wir mit solchen situationen umgehen: gespräche helfen da nicht mehr, da wie du geschildert hast es ja schon in richtung suizid geht. der weg muß sein: neurologe, einweisung in psychiatrie, entgiftung und danach therapie. Es wird für euch natürlich relativ schwierig sein ihn dahin zu bewegen einen neurologen aufzusuchen. aber wenn er sich schon an den pulsadern ritzt so blödt wie es sich anhört das nächste mal die polizei rufen und ihn eventuell( entscheidet dann der neurologe) dann zwangseinweisen lassen. eine andere möglichkeit einem menschen in so einer situation zu helfen hat man nicht da in solchen fällen fachleute mit ins boot müssen. gruss hilfsheriff
20.02.2012 um 11:05 Uhr
Zitat peanuts: >Was hindert den AG daran, eine personenbedingte fristlose Kündigung auszusprechen? Der BR sollte widersprechen, das ArbGericht ersetzt die Zustimmung oder auch nicht.
Entweder resultiert daraus ein echter Warnschuss oder der Drops ist gelutscht. Irgendwann ist´s halt mal Schluss mit Lustig.<
Klingt drastisch - ist aber tatsächlich der letzte Schritt. Zuvor würde ich aber noch einmal externen Rat und ggf. Hilfe in Abspruch nehmen.
20.02.2012 um 11:37 Uhr
In einer meiner früheren Firmen hatte ich auch einen Kollegen mit solch einem Problem. Wir hatten damals keinen BR aber einen sehr sozialen Chef. Unsere Chef hat den Kollegen mehrmal mit Androhung von Kosequenzen abgemahnt und aufgefordert sich in Behandlung zu begeben. Irgend wann war die Situation nicht mehr tragbar und unser Chef hat den Kollegen in einem persöhnlichen Gesräch, mit einer fristlosen Kündigung nach Hause geschickt, mit den Worten: Die Kündigung ist gegestandslos wenn Sie innerhalb einer Woche eine Behandlung nachweisen. Erst jetzt, hat sich der Kollege durchringen können, etwas zu unternehmen. Der Kollege kam nach einem halben Jahr wieder und war jetzt ein super Mitarbeiter. Ich selbst verließ die Firma nach eienem weiteren Jahr. Als ich aber nach mehreren Jahren dort etwas erwerben wollte war der Kollege immer nach da.
Es ist aber nicht die Aufgabe des BR den Druck zu erzeugen. Ihr sollte ihm die Hilfen, wie auch Begleitung auf den ersten Schritten, anbieten. Die GL ist aufgefordert den Kollegen vor die Wahl Kündigung oder Behandlung zu stellen.
Erst wenn der Druck keinen Ausweg mehr zulässt, sind Suchtkranke meiner Meinung nach fähig, etwas zu unternehmen.
20.02.2012 um 11:46 Uhr
Ich als Suchtberater empfehle, Androhung der Kündigung wenn er keine Therapie macht. Die Arbeit ist das letzte was er noch hat. Reden bringt da gar nichts, ihn aber Unterstützung signalisieren.
20.02.2012 um 12:02 Uhr
Hallo Löwin
Das mit den "Fruchtlosen Gesprächen" ist beim lesen leider untergegangen. Wenn der Mann sich (nachweilich) die Adern auf machen wollte ist er eine Gefahr für sich selber und man könnte evtl eine Zwangseinweisung erwirken. Meißt sind das heut zu Tage leider nicht mehr gleich Therapien sondern erst mal (nur) die Entgiftung (ca 3 Wochen)
Die Frage bleibt natürlich immer noch "Wer sollte handeln". Wenn es um den Firmenausschluss (Kündigung) geht, wird der AG euch gerne den Schwarzen Peter überlassen.
Ein Gespräch mit der Familie, wurde angedeutet. Sollte auch ein Punkt in der Betriebsvereinbahrung sein. Das könnte etwas bewirken.
Aber glaube mir, selbst wenn ihr den Kerl zwangseinweist und er trocken bleibt......wird er es irgendwann verstehen und euch danken.
20.02.2012 um 12:06 Uhr
@peanuts..... es wird wahrscheinlich, so wie es aussieht nicht mehr allzu lange dauern, bis die GL die Nase voll hat. Bisher habe ich es immer noch geschafft die GL von diesem Vorhaben abzubringen. Aber mittlerweile gehen auch mir die Argumente dafür aus. Ich glaube halt immer bis zuletzt an das Gute im Menschen... ist manchmal ein Riesenfehler. : ( Ja @ zardoz, Habe ich schon oben erwähnt... Gespräche mit BR, GL PL ,Vorgesetzter nicht nur einmal !!! Kontakt mit Familie, sehr schwierig da auch die bessere Hälfte ganz gut mit Alk dabei ist. Und Gefährdungen jaaa, er durfte früher auf den Gabelstapler hat man ihn jetzt entzogen, war stellvertretend für den Meister - entzogen- seine Kollegen müssen alle Arbeiten (Produktion) die er tätigt nachsehen, verbessern und und und.Sie wollen ihn auch nicht mehr in der Abteilung haben nur wohin mit ihm ??
20.02.2012 um 12:28 Uhr
@holzwurm Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Aussage ernst gemeint ist und Du tatsächlich als Suchberater (??) solchen lange überholten Unsinn von Dir gibst.
20.02.2012 um 14:10 Uhr
@Kölner,
warum unterstellst Du Holzwurm, das er überholten Unsinn von sich gibt? Ich selber bin durch so einen überholten Unsinn zur Vernunft gekommen. Bei uns Süchtigen hilft zu guter letzt nur noch die Pistole auf die Brust, weil der Verlust des Arbeitsplatzes oder das Scheitern der Ehe uns oft noch einlenken läßt. Ich bin mittlerweile auch bei uns Suchtbeauftragter, und wir haben auch mit der Androhung Verlust des Arbeitsplatzes, 3 Mitarbeiter weiterhin beschäftigt, die jetzt schon 2-3 Jahre trocken sind. Bei allen haben wir das Feedback bekommen, das Sie ohne diesen Druck wohl noch weiter an der Flasche hängen würden.
20.02.2012 um 16:10 Uhr
Kölners Qualifikation ist mir bekannt. Holzwurm, welche hast du?
20.02.2012 um 23:03 Uhr
Ich finde auch OK was das Holzwürchen da sagt. Er spricht ja nicht von Rauswurf , sondern von "Androhung" und weiter "Hilfsangebot signalisieren". An dieser Stelle Oute ich mich auch.........bei mir musste es erst der Rausschmiss sein, bis ich wach wurde!!!!
21.02.2012 um 00:37 Uhr
Urteilt nicht über das was ihr lest oder meint zu verstehen, sondern seht das was hier nicht genannt wird. Der Schlüssel bei dem Thema liegt nicht im Offensichtlichen.
21.02.2012 um 07:09 Uhr
Hallo,
warum Androhung der Kündigung?
- Durch seine Arbeit finanziert er seine Sucht, so viel kann sich ein Süchtiger noch merken.
- Die Arbeit ist seine letzte soziale Anlaufstelle, Familie, Bekannte, Freunde hat er meistens schon nicht mehr.
Süchtige versprechen dir alles, können es aber nicht halten.
Wer noch nie mit einen Süchtigen zu tun hatte wird nicht verstehen warum man sehr hart sein muss.
21.02.2012 um 09:18 Uhr
Helau : ) Vielen Dank für alle eure Antworten
Es ist leider wirklich ein Problem daß nicht so ohne weiteres zu lösen ist.Vor allem wie ich schon geschrieben habe, fast alles versucht wurde um ihm zu helfen. Ich habe dem Kollegen geraten doch auch mal seinen Arzt des Vertauens aufzusuchen.. und seit gestern ist er nun krankgeschrieben.
Ich habe jetzt mal die große Hoffnung, daß er die Zeit nutzt und weitere Hilfen von außen annimmt.Aber ganz ehrlich ,ich denke er wird die Zeit weiterhin zuhause damit verbringen dem Alk zu fröhnen.
Die Aussagen von einigen, ihn mit Kündigung zu drohen ist evtl richtig oder auch nicht. Wir hatten vor Jahren schon mal so einen Fall und da war eine Kündigung leider unumgänglich. Nach einen halben Jahr ist dies Person leider an der Alkoholsucht verstorben. Man hat ihr durch die Entlassung auch noch den letzten Halt genommen. Wie man sieht kann es auch ins genaue Gegenteil umschlagen. : (
Wünsche Euch allen noch einen schönen Faschings Dienstag
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