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Beginn und Ende der Arbeitszeit nach Erfordernissen?

T
Tinamaria
Jan 2018 bearbeitet

Hallöchen, ich habe eine Frage zum Beginn und Ende der Arbeitszeit... wenn im Vertrag nur drin steht das beginn und ende der täglichen arbeitszeit sich nach den berieblichen erfordernissen sowie nach der zu erfolgenden rückspräche richtet - bedeutet das das man auch für nachtschichten und wochenende dieste eingeteilt werden kann?

LG Tina

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Community-Antworten (2)

R
rkoch

06.04.2011 um 10:45 Uhr

Nicht zwingend.... Schichtbetrieb und Nachtarbeit sind klar definierte Begriffe im Arbeitsrecht und somit sagt der Satz für sich alleine genommen noch gar nichts darüber aus ob der AN sich auch zu Schicht- und Nachtarbeit verpflichtet hat. In Deutschland gilt für Arbeitsverträge das Transparenzgebot, sprich der AN muss UNMISSVERSTÄNDLICH aus dem Arbeitsvertrag erkennen können welche Leistungspflicht er hat und welche Gegenleistung er dafür beanspruchen kann. Aus diesem Satz kann niemand eindeutig eine Leistungspflicht für Schicht oder Nachtarbeit herauslesen. Genau genommen muss an irgendeiner Stelle im Arbeitsvertrag die zum Zeitpunkt des Abschlusses geltenden Arbeitszeiten geregelt sein, und so weit diese sich ausschließlich auf die Tagschicht beziehen ist nicht anzunehmen das sich der AN damit zu grundsätzlich anderen Arbeitszeiten verpflichtet hat.

Gleiches gilt für Wochenenddienste. Im Arbeitsvertrag muss stehen an welchen Tagen der AN arbeitet uns so weit da der Samstag bzw. eine entsprechende Verpflichtungsklausel (zu Samstagsarbeit und Mehrarbeit auf Anweisung) nicht auftaucht ist auch nicht anzunehmen das sich der AN dazu verpflichtet hat.

Aber es bleibt wie immer das Problem: Im Zweifelsfalle muss man seine Rechte einklagen und so weit man das nicht will und keine Kündigung riskieren will muss man wohl oder übel tun was der Chef verlangt.....

S
Südmann

06.04.2011 um 11:02 Uhr

na ja, der Samstag ist nach wie vor ein ganz normaler Arbeitstag auch wenn viele nur von Mo-Fr arbeiten eine besondere Verpflichtungsklausel zu Samstagsarbeit sehe ich daher nicht als notwendig an

richtig ein Hinweis auf § 2 NachwG wobei ich in Bezug auf Schichtarbeit auch der Meinung bin, diese sollte im Arbeitsvertrag geregelt sein da der AN u.U. sonst nicht grundsätzlich davon ausgehen müsste, Schichtarbeit leisten zu müssen, außer es wäre von Beginn an in diesem Betrieb so üblich

Wird eine ausdrückliche arbeitsvertragliche Regelung dagegen nicht getroffen und besteht keine betriebsübliche Arbeitszeit, so kann der Arbeitgeber die Arbeitszeit im Wege seines Direktionsrechts einseitig festlegen. Bei der Ausübung des Direktionsrechts ist der Arbeitgeber gemäß § 315 Abs. 1 BGB nur verpflichtet, billiges Ermessen zu wahren. D. h., dass er die Interessen des Unternehmens und der betroffenen Arbeitnehmer ausgewogen berücksichtigen muss. Die Rechtsprechung räumt ihm hierzu jedoch einen recht weitgehenden Spielraum ein (vgl. BAG vom 11.02.1998 - 5 AZR 472/97 - DB 1998, S. 2325).

natürlich dabei auch die Mitbestimmungsrechte eines evtl. vorhandenen BR nicht zu vergessen

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