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Mitbestimmung Arbeitszeitänderung

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Rapper
Jan 2018 bearbeitet

Hallo Kolleginnen und Kollegen, hier eine Frage:

In unserer Firma wird im 5-Schichtsystem gearbeitet, also 365 Tage im Jahr und das seit 13 Jahren. Jetzt wird im März die Produktionsanlage stillgelegt und neu Aufgebaut. Dafür sind 120 Tage veranschlagt. Alle Mitarbeiter sollen beim Aufbau mit eingesetzt werden und nur im 2-Schichtsystem arbeiten, bis zu 10 Stunden am Tag. Wir als BR haben jetzt von unserem AG die detalierten Arbeitspläne erhalten, u.a. auch, wie die Bezahlung in dieser Zeit erfolgen soll. Bisher haben die Kollegen im Schnitt 140 Stunden im Monat gearbeitet. Neben dem Stundenlohn erhalten sie je nach Schicht die entsprechenden Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertage, die nicht versteuert werden. Der AG möchte nun die Kollegen 173 Stunden im Schnitt arbeiten lassen, mit dem gleichen Stundenlohn. Am Ende des Aufbaus soll jeder noch mal 600,- € Prämie bekommen. Dadurch hätten die Kollegen aber im Monat ca. 150 bis 200 € netto weniger, als wenn sie in ihrem normalen 5-Schichtsystem arbeiten würden. Sicher ist, der AG brauch keien Zuschläge zahlen, wenn keine Sonn-, Nacht- und Feiertage gearbeitet wird. Die Kollegen sind über die Vorgehensweise des AG natürlich sehr verärgert. Der AG weiß aber auch, dass wir als BR bei der Änderung der Arbeitszeit zustimmen müssen. Wir habe jetzt die Vorstellung, dass den Kollegen ihr monatlicher Durchschnittslohn auf Basis von 140 Stunden gezahlt wird, Plus die 33 + X Stunden, die jeder zusätzlich arbeiten muß mit entsprechenden Mehrstundenzuschlag (ist bei uns so geregelt). Die 600,- € Prämie erscheint uns auch etwas zu wenig, da in einem anderen Betrieb unserer Firma vor 4 Jahren der gleiche Neubau vorgenommen wurde und dort am Ende eine Prämie zwischen 2000 und 3000,- € gezahlt wurde. Wie können uns aber schon jetzt vorstellen, dass der AG diesen Vorschlag ablehnen wird. Andererseits geht es hier auch um Arbeitsplätze für knapp 100 MA, die dann für die nächsten Jahre gesichert wären.

Wie ist Eure Meinung zu dieser Situation, mal abgesehen von den mitbestimmungspflichtigen Sachen. Wie sollten wir uns als BR verhalten? Über jede Antwort würde ich mich freuen.

MfG

Rapper

2.48306

Community-Antworten (6)

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Ulrik

11.01.2011 um 17:24 Uhr

Hi,

ob die Beträge von 600 Euro in eurem Unternehmen gerechtfertigt sind, möchte ich nicht beurteilen. Ich selbst finde eine Sonderzahlung immer gut, weil sie besondere Belastungen (wie einen Umbau) würdigen. Ob das jetzt die Tausender sein müssen, die woanders gezahlt werden, mag ich nicht beurteilen, das sollte m. E. mal ein Wirtschaftsausschuss sich ansehen, ob die Finanzen das überhaupt hergeben. Denn bei 100 MA sprechen wir über 60.000€ gegenüber 300.000€, jeweils zzgl. Lohnnebenkosten. Und das ist schon ne Hausnummer.

Was die Schichtzulagen angeht.... M. E. wenn keine Schicht gearbeitet wird (5 Schicht), warum sollte dann eine Schichtzulage gezahlt werden? Für die Stunden, die die bisher regelmässigen 140 Stunden überschreiten, würde ich auf der verankerten Zuschlagsregelung bestehen. Was für eine Regelung ist das?? BV, TV?? Einfach drauf berufen.

Du sagst es selbst, es geht um die Sicherung von Arbeitsplätzen für eine ganze Menge von Arbeitnehmern. Das sollte auch für euch der Fokus sein, mit dem Hintergedanken, daß die Leute in dieser Umbauzeit nicht ausgenutzt werden. Aber alles in allem scheint mir, abgesehen von dem Mehrstundenzuschlag (sofern es eine rechtsgrundlage gibt), der Vorschlag eures AG nicht so schlecht.

Ach, eines noch, warum nur 140 Stunden im Monat bisher?? Die 173, die der AG nennt, sind die Regelstunden bei Vollzeitkräften?!

LG

R
Rapper

11.01.2011 um 21:18 Uhr

Ulrik,

5-Schichtsystem, 2 Früh, 2 Spät und 2 Nachtschichten, dann 4 Tage frei. Pro Schicht 7,75 Stunden, im Monat ca. 140 Stunden. So wird bei uns das System gehandhabt. Alle anderen arbeiten normal 40 Stunden Woche, also 173 Stunden.

Die Regelung mit den Mehrstundenzuschlägen wurde vor längerer Zeit über eine BV festgelegt.

Aber uns interessiert ne Meinug zur Bezahlung, wie wir als BR uns dazu verhalten sollen. Sicher geht es um den erhalt von Arbeitsplätzen, aber die Kollegen haben auch privat ihre Zahlungsverpflichtungen und können nicht mal so auf 150 bis 200 € verzichten für 4 Monate.

N
nicoline

11.01.2011 um 22:17 Uhr

hallo Rapper, hier scheint es ja mehr um die Bezahlung, als tatsächlich um die MB der Arbeitszeit zu gehen. Wenn ihr die Änderung der AZ nicht wollt als BR dann lehnt sie halt ab, Gründe werden Euch sicher einfallen. Was mich aber mal sehr interessiert ist, wie bei Euch die Schichten gezählt werden. Wenn ich die unterschiedlichen Schichten zähle - Früh / Spät / Nacht / Frei - komme ich auf 4, wenn ich alle Tage zusammenzähle, komme ich auf 10, wo sind die 5 Schichten versteckt?

U
Ulrik

12.01.2011 um 09:15 Uhr

@Rapper

ich seh es so wie nicoline. Daß ihr ein MBR bei diesem Tehma habt, wißt ihr genau. Gründe für eine Ablehnung fallen euch bestimmt auch ein, wie z.B. aussergewöhnliche Belastung der MA durch Entgelteinbusse.

Ich versuche für mich nur gerade nachzuvollziehen, ob die Kollegen wirklich so starke Einbussen haben. Du schreibst, für die nächsten vier Monate soll im 2 Schicht-System gearbeitet werden. Bisher hattet ihr Früh, Spät, Nacht. Ich unterstelle mal, daß ihr dann jetzt die nächste zeit in Tag-Nacht-Schicht arbeiten sollt?? Wenn ja, dann fällt ja mehr Nachtarbeit für jeden einzelnen an, welche mit Nachtzuschlag vergütet wird. Dazu kommen 33 Stunden mehr als bisher, inklusive des Mehrarbeitzuschlags (für den ihr ja eine rechtliche Grundlage habt -> BV) plus die Einmalzahlung am Ende. Von dieser Rechnung her verstehe ich die Einbusse der Kollegen nicht.

Wie gesagt, Schichtzuschläge sind Entschädigungen für Schichtbelastungen (IMHO). Wenn die entsprechenden Schichten nicht geleistet werden, kein Zuschlag.

Meine Meinung: Ein WA soll die Finanzen prüfen. Steht euer Unternehmen entsprechend gut da, und sind die Einbussen der Kollegen tatsächlich so wie Du sagst, würde ich auf einen höheren Ausgleich am Ende plädieren, vielleicht auf das doppelte. Damit wären die 200 € weniger Gehalt ausgeglichen, plus noch was oben drauf. Den Mehrzuschlag würde ich auf jeden Fall fordern, da er ja in deiner BV geregelt ist. Alles in allem würde ich persönlich der AZ-Änderung in Gänze aber auch so zustimmen, da ich den kollektiven Nutzen sehe, die Gehaltseinbussen aktuell nicht ganz nachvollziehen kann und es für die Mehrarbeit eine BV gibt, die rechtssicherheit gibt.

Hilft Dir das weiter??

R
Rapper

12.01.2011 um 21:40 Uhr

Hallo Ulrik,

nein, keine Tag und Nachtschicht. Nur Tag und Spätschicht, 5 Tage die Woche, eventuell auch Samstags. Das 5-Schichtsystem hatte 2 Früh, 2 Spät und 2 Nachtschichten a 7,75 Stunden, danach 4 Tgae frei. Ca. 140 Stunden im Monat. Pro Schicht arbeiten 15 Kollegen. Jetzt arbeiten sie dann 173 Stunden und haben aber weniger Netto am Ende, weil die Zulagen fehlen.

N
nicoline

12.01.2011 um 22:04 Uhr

Rapper, wenn die Kollegen mit Nachtschicht 140 Std. gearbeitet haben und jetzt 173 Std., so arbeiten sie doch schon mal 33 Std.mehr als mit Nachtschicht und trotzdem hätten sie noch einen so hohen finanziellen Verlust??? Schwer zu verstehen!

Magst Du noch mal erklären, wie die Bezeichnung 5 Schichtsystem zustande kommt?

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