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Lohnmodel oder Abzocke???

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puschelnetti
Nov 2016 bearbeitet

Hallo, unsere Geschäftsführung möchte mit uns eine BV zum Thema variables Zieleinkommen machen. Aber wenn man deren Vorschlag von 24 Seiten auf einen Satz herunterbricht dann wollen Sie dass alle MA ihr dreizehntes Gehalt umwandeln und sich damit vom Ebit des Unternehmens abhängig machen. Das heißt wenn es der Firma gut geht bekommt der Mitarbeiter vieleicht ein paar Mücken, weil man ja aus Concernsicht dafür sorgen muss daß der Ebit nicht zu groß wird. Wenn die oberen 10.000 ihren Job aber schlecht machen wird dem kleinen Angestellten sein Notgroschen gestrichen. Fällt das bei genauerer Betrachtung nicht unter die Rubrik "unternehmerisches Risiko auf den MA abwälzen" Wie ist eure Meinung dazu??

Gruß puschelnetti

Ergänzung: Das dreizehnte Gehalt besteht aus zugesichertem Urlaubsgeld und arbeitsvertraglich zugesichertem Weihanachtsgeld. Also beides feste Gehaltsbestandteile an die er nicht ran kann.

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Community-Antworten (9)

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ganther

25.11.2010 um 14:13 Uhr

bei uns gibt es etwas ähnliches. Dafür sollte man aber erst einmal wissen auf welcher Grundlage bei Euch das 13. Gehalt gezahlt wird

Bei uns war es eine freiwillige Leistung des AG. Er hat immer brav seinen Vorbehalt erklärt und so war auch über betriebliche Übung und so nichts zu wollen. Der AG hat uns dann vor die Wahl gestellt. Entweder etwas erfolgsabhängiges oder es gibt gar nichts mehr in Zukunft. Dann ist die Wahl recht leicht. Letztendlich haben wir es auch nicht bereut da die Ausschüttung bislang immer höher war wie früher. Liegt aber eben auch an der wirtschaftlichen Situation unseres Ladens

Nachdem es sich bei uns um eine freiwillige Zahlung des AG handelte finde ich die heutige Handhabung auch ok. Das wirtschaftliche Situation stand auch früher einer solchen Zahlung ggf. im Wege und auch kein AN konnte schließlich fest damit rechnen. Dann doch lieber eine über eine BV abgesicherte Zahlung die bestimmte Regeln hat und damit Rechtssicherheit gibt

Wenn die Zahlung des 13. Gehalts nicht freiwillig vom AG erfolgt sollte sich der BR erst einmal ansehen wie der AG die überhaupt umwandeln will. An AV-Zusagen kommt er nicht vorbei und auch beim TV wird es schwierig - außer es gibt genau dafür Öffnungsklauseln und dann fände ich es wieder okay

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HermineZander

25.11.2010 um 14:35 Uhr

Wie ganther schon sagte - ihr habt nur einen Anspruch auf das 13. Gehalt wenn dieses entweder bereits per BV geregelt ist, oder der AG seinen Vorbehalt nicht erklärt hat. Dann ist es betriebliche Übung und zumindest das nächste 13. Gehalt ist noch gesichert. Im Folgejahr wird der AG allerdings dann nicht so "dumm" sein und seinen Vorbehalt äußern.

In unserem Betrieb möchte man sich bisher überhaupt nicht auf eine per BV geregelte Zahlung einlassen. Dort heisst es jedes Jahr wieder "Überraschung" - auch wenn sich die Zahlung im Endeffekt am Businessplan orierentiert.

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ganther

25.11.2010 um 14:46 Uhr

naja das mit dem später erklärten Vorbehalt ist ja nicht mehr so einfach seit das BAG die negative betriebliche Übung abgeschaft hat ;-)

W
wahlvst

25.11.2010 um 15:41 Uhr

Es muss hier kein Minus für die AN entstehen. Es liegt alles nur an einer vernüftigen BV. Also was wird betreffend der Zielvereinbarungen ausgehandelt. Es dürften nur Ziele möglich sein, welche jeder AN in der Regelarbeitszeit selbstgesteuert erreichen kann. Unternehmes Ebit eben nur bei den hier Verantwortlichen. Weier muss es selbstverständlich auch möglich sein Ziel zu deutlich über 100% zu erreichen. Gibt es alles schon. Auch ich hatte so teile Zielerreichungen von > 110%

Also, grundsätzlich JA sagen zur BV -- Aberrrr nur wenn der BR sich dazu externen Sachverstand hinzuziehen darf

Verdi hat zu diesem Thema auch schon positive TVs vereinbart

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ganther

25.11.2010 um 16:06 Uhr

ach wahlvst was erzählst Du da wieder....

"Ebit eben nur bei den hier Verantwortlichen"

Wie willst Du das denn in einer Konstelation wie der oben von mir geschilderten durchsetzen? Da zieht dir der AG den Stecker und dann gibt es gar nichts. Der AG sitzt dabei an einem sehr langen hebel nud daher muss man sehr vorsichtig verhandeln Wir hatten auch zuerst verdi mit am Tisch. Echt klasse! Wenn es nach denen gegangen wäre hätten wir heute nicht unser Modell mit dem unsere MA auf bis zu 3 zusätzlichen Gehätern kommen kann. Die hatten nämlcih immer die Branche und nicht unser Unternehmen im Blick. wir sind aber eben anders!

Tut mir echt leid aber mit verdi wäre es wirklich nichts geworden.

Aber Dir viel Spass mit mehr als 110 %

W
wahlvst

25.11.2010 um 17:27 Uhr

ganther

wer glaubt es besser zu können als die Gewerkschaften, der sollte es machen, dann aber auch nicht klagen/jammern. Das eine gewerkschaft immer auch die Branche im Blick hat ist wichtig und richtig, denn morgen könnte ihr einen Anderen AG haben und ggf. auch keine Tarifbindung mehr, dann helfen oftmals hausgestrickte Dinge nicht mehr.

Die gößere Erfahrung und auch Durchsetzung dürfte unbestritten bei den Gewerkschaften liegen. Doch der Einsatz der Gewerkschaft hängz immer auch GANZ BERECHTIGT mit der Zahl (%%) der Mitglieder im Betrieb zusammen.

Bedeutet, AN die denken, diese paar Eurp Mitgliedsbeitrag sparen zu können, dürfen nicht auf Unterstützung der Gewerkschaft hoffen.

Die AG dürften i.d.R. gegenüber den BR immer meistens die besseren Karten haben, denn sie können sich die Fachleute leisten und holen. Denn die Kosten die diese verursachen, sparen sie dann an den Gehältern.

PS: Bei richtigen Regelungen (BV) hilf dem AG auch nicht das Steckerziehen wie du schreibst. Denn bei richtigen Regelungen erhält der AN dann zu mindest 100% so ja auch schon das BAG.

P
Pandabeer

25.11.2010 um 18:43 Uhr

Hupps ist da einer getroffen?

Also ganthers Argumente überzeugen mich mehr als deine sozialromantik. M. E. Sind Gewerkschaften auch nicht gerade die besten Berater wenn es sich um übertarifliche Zulagen handelt.

W
wahlvst

25.11.2010 um 19:17 Uhr

Pandabeer

M. E. Sind Gewerkschaften auch nicht gerade die besten Berater wenn es sich um übertarifliche Zulagen handelt.

Wenn Du zu denen zählst die denken sie könnten es besser, solltest Du dich bei deinem AG um einen AT-Vertrag ebmühen. Es wäre dann aber ggf. fraglich ob Du dich besser stellen würdest.

Denn was dabei herauskommt kann man an den TV der Christlichen "Gewerkschaften" erkennen. Diese Abschlüsse sind vergleichbar mit möglichen ArbV/Abschlüssen von AN oder TV einer Gewerkschaft im Rücken.

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ganther

25.11.2010 um 21:25 Uhr

by the way

ver.di vertritt unsere Branche so gut dass die meisten BRs (und ich meine da nicht unser Haus sondern wirklich in der Branche) aus verdi ausgetreten sind. Wie soll man als BR auch eine Gewerkschaftspolitik gutheißen die in unserer Brachen tausende von Arbeitsplätzen kosten wird?

verdi setzt sich massiv für die Bürgerversicherung ein. Das wäre für die private Versicherungswirtschaft ein herber Schlag. Alleine bei uns im Unternehmen wären wahrscheinlich fast 1000 Mitarbeiter betroffen. Klasse! Und was sagen die Verantwortlichen unseres Fachbereiches bei verdi? Sie finden es ja auch nicht gut aber das wäre eben der Preis einer großen Dienstleistungsgewerkschaft. Bestimmt nicht ohne Grund haben letzte Woche mehrere Betriebsräte der großen deutschen Versicherungsunternehmen eine eigene Spartengewerkschaft gegründet.

und ja wir haben auch bei uns im Unternehmen viele AT-Angestellte. Etwa 20% der Beschäftigten und wenn ich sehe welche Verträge die haben wäre ich froh wenn ich auch schon so viel verdienen könnte!

Ich will damit nicht sagen dass Gewerkschaften schlecht sind. Sie sind ein absolut notwendiges Element. Aber sie sollen sich um die Beschäftigten kümmern und das tut verdi in unserer Branche absolut nicht! Ich würde es mir ja wünschen dass sie es tun aber bei uns ist es eine Hustentruppe ohne Rückrat. Ich könnte hier noch viel mehr aufzählen warum verdi bei uns unten durch ist. Gewerkschaftsekretäre trauen sich bei uns kaum noch zu Betriebsversammlungen denn die Belegschaft geht bei denen demonstrativ raus.

Nicht falsch verstehen: es muss nicht überall so laufen wie bei uns aber ich bekomme einen Mega-Hals wenn jemand so unreflektiert wie du die Gewerkschaft als Heilsbringer verkauft!

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