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"Füllschicht" am samstag als Nacharbeit für Pausen bei Drei-Schicht-Betrieb

F
Fragesteller
Jan 2018 bearbeitet

Unsere Drei-Schichtler arbeiten pro Schicht nur 7,5 Stunden und haben eine halbe Stunde Pause. Damit sie auf ihre acht bezahlten Arbeitsstunden kommen, gab es bisher verbindlich vorgeschrieben eine "Füllschicht" samstags aller drei Wochen als sechste Schicht (5 x 0,5 Stunden x 3 Wochen = 7,5 Stunden = 1 Schicht). Jetzt wollen wir diese Füllschicht abschaffen. Gibt es eine solche AN-unfreundliche Regelung überhaupt noch irgenwo anders? Bekommen Drei-Schichter in anderen Unternehmen ihre Pausen bezahlt? Oder gibt es bei 3-Schicht-Arbeit den 8-Stunden-Tag nicht mehr? Welche Argumente wären gegenüber dem Chef denkbar, um ihm die wegfallende Füllschicht schmackhaft zu machen?

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Community-Antworten (7)

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Oluscha

27.11.2009 um 18:15 Uhr

Da der BR hinsichtlich der Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit kein MBR hat, bleibt eigentlich nur der Weg über § 87 Abs. 1 Nr. 2. Ich würde dem AG darauf hinweisen, dass hier eine erzwingbare BV möglich ist und anbieten, dass die tägliche Arbeitszeit auf 8 Std. erhöht wird und dafür die Füllschicht entfällt.

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Fragesteller

27.11.2009 um 19:04 Uhr

Die "Arbeits-"Zeit zu erhöhen, ist leicht gesagt. Der AG will ja die Pausen nicht bezahlen. Also nur 7,5x den Stundenlohn. Das bringt eine Lohneinbuße, die die meisten AN nicht wollen.

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Oluscha

27.11.2009 um 19:55 Uhr

Die Pausen muss dein Arbeitgeber auch nicht bezahlen. Die Arbeitnehmer müssten also von Mo. - Fr. 8,5 Std (einschließlich 0,5 Std Pause) auf Arbeit sein, damit die Füllschicht wegfallen kann. Dabei gehe ich davon aus, dass ihr eine 40 Std/Wo arbeitsvertraglich festgelegt habt, oder?

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DonJohnson

27.11.2009 um 20:02 Uhr

Oluscha Was in einem AV steht muß im Anbetracht eines eventuell gültigen TV nicht relevant sein ;-)))

Weiterhin sollte hier nachgesehen werden, ob eventuell ein TV einer BV entgegen steht. Ich weiß, nicht wahrscheinlich aber auch nciht ausgeschlossen.

Ich gehe hier durchaus von einer BV aus die gelebt wird. Fragesteller will ja eigentlich nur diese Wechselschicht weg haben. Nun, versuchen kann man es durchaus aber ob es Erfolg hat, ist nicht sicher. Eventuell wenn Wechselschicht mit der Mehrbelastung für die AN.

Weiterhin sollte man dann entsprechend die Betriebsversammlungen passend legen ;-)

Aber so oder so halte ich die Nachfrage nach einem TV als am sinnvollsten

F
Fragesteller

27.11.2009 um 22:33 Uhr

Einen Tarifvertrag haben wir nicht. Hier im Osten ist die große Mehrheit der Unternehmen nicht im Arbeitgeberverband und an keinerlei Tarifvertrag gebunden.

Wie vielleicht im Forum bekannt ist, bedeutet das, dass die Löhne/Gehälter hier im Osten weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Wir sind ein neuer Betriebsrat und versuchen nun, Schritt für Schritt die "historisch gewachsenen" Missstände zu entschärfen.

Es gilt für alle AN die 40-Stunden-Woche. Auch für die 3-Schichtler gibt es da keine Ausnahme. Das ist auch arbeitsvertraglich so geregelt.

Da die Mitarbeiter im 3-Schicht-Betrieb aber pro Schicht auch eine halbe Stunde Pause machen müssen, bleibt die Frage, wann die Arbeitszeit nachgeholt wird. Eine "Überlappung" der Arbeitszeit wurde bisher abgelehnt, weil eine Maschine ja nur einmal laufen kann, also auch nur ein Maschinenbediener etwas zu tun hat. Sagt jedenfalls der AG.

Wir denken an einen Kompromiss, dass die Mitarbeiter eine gewisse Zeit überlappend anwesend sind. Bei den meisten Arbeitsplätzen ist das organisatorisch ohne Probleme möglich oder zumindest sinnvoll: Maschinenübergabe, Einrichten usw.

Wie ist die Pausenzeitgestaltung in anderen 3-Schicht-Betrieben mit Produktion geregelt?

B
BrumbärTosca

27.11.2009 um 23:44 Uhr

Bei uns ist es so geregelt das wir 9 Std. inkl. 1 std Pause arbeiten, so kommen wir auf unsere 8 Std. bezahlte Arbeit. So was wie eure Füllschicht, nee so was wollten/wollen wir nicht!

S
Solarkrieger

30.11.2009 um 14:30 Uhr

@ Fragesteller

Wir arbeiten in 4- Schichtbetrieb. Bei uns kommt die GL auch grad auf den Gedanken die Pausen nicht mehr ( wurde bis jetzt so gehandhabt) zu bezahlen. Ich kann dir da also durchaus nachfühlen. Leider haben wir als BR rechtlich kaum eine Möglichkeit gegen zu steuern. Aber wir sind da noch in Verhandlungen und evt. finden wir einen Lösungsansatz mit dem wir alle leben können. Man kann nur versuchen über eine BV eine vernünftige Regelung herbei zu führen.

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