Überstunden laut Mitarbeiterjournal m.M.n. fehlerhaft - ersuche euren Rat
Hallo liebe Betriebsräte und Forenmitglieder,
die Arbeitszeiterfassung und die Berechnung der Überstunden ist etwas, was mir leider schon immer nicht so lag. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle und bevor ich mit meiner Argumentation hinsichtlich "der fehlerhaften Berechnung meiner Überstunden" auf wackeligen Pfaden wandere, wollte ich hier um euren Rat ersuchen.
Ich arbeite im Unternehmen seit dem 01.04.2020, Überstunden werden zur Zeit nicht ausgezahlt, sondern diese werden einem Zeit-Konto gutgeschrieben. Zudem sind in meinem Vertrag 10 Überstunden inkludiert (bedeutet, dass man diese nicht machen muss, doch wenn man diese macht, sind diese mit dem Grundgehalt abgegolten).
Anbei die Screenshots des jeweiligen Monats von unserem Zeiterfassungssystem.
Nu ist es so, dass ich durch die Addition und die Subtraktion der Arbeitszeiten ganzheitlich den Überblick verloren habe. Auch gibt es mir bei einigen Monaten, unterm Strich, die falsche Überstundenanzahl aus. Wenn man schon direkt in einer lapidaren Durchsicht erkennt, dass dort etwas Aufgeführt wurde/wird, was sehr konfus zu sein scheint, ist dass Vertrauen in das System dahin. Auch wird dort Monat für Monat von der Buchhaltung etwas manuell verändert und zahlen korrigiert.
Die zeitliche Darstellung der Kommt- und Geht-Zeiten stimmt jedenfalls, dass konnte ich schon verifizieren.
Auf meiner aktuellen Gehaltsabrechnung (noch immer der vom Juli) steht eine Gutschrift von 17 std. auf dem AZK (Arbeitszeitkonto), was, rein vom Gefühl her, schon überhaupt nicht stimmen kann.
Vertraglich habe ich eine 40 std./Woche und wenn im System Urlaub (grünes Feld mit "U") vermerkt wurde, dann bedient man sich hier wirklich vom Urlaub und nicht vom AZK. "F" bedeutet "Feiertag".
Ich wäre euch wirklich sehr sehr dankbar wenn ihr mir diesbezüglich weiterhelfen könntet.
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Community-Antworten (9)
11.08.2020 um 09:30 Uhr
Ich empfehle keine Überstunden zu machen. Du wirst überrascht sein, aber der Betrieb wird daran nicht zu Grunde gehen - und du schaffst womöglich sogar einen zusätzlichen Arbeitsplatz.
Ausserdem: Habt ihr keinen Betriebsrat?
11.08.2020 um 09:48 Uhr
Danke vielmals für deine zeitnahe Antwort. Meine Position im Unternehmen ist die des Fertigungsleiters und deshalb fallen zwangsläufig Überstunden an (warten bis alle Mitarbeiter die Halle verlassen haben ; bischen Papierkram nach Schichtende, etc.pp). Überdies wollte ich für mich nur Klarheit schaffen was die Arbeitszeiterfassung und die Ausschreibung der Überstunden betrifft. Für mich passt es einfach nicht so recht zusammen.
Einen Betriebsrat haben wir, doch.....und dies soll jetzt nicht abwertend klingen.....dieser besitzt nicht die nötige Sach- und Fachkenntnis um mich bei diesem Problem zu begleiten. Ich war im Vorfeld schon selbst beim Betriebsrat und bekam hier als Antwort: " Also ich kenne mich auch nicht mit dieser Zeitberechnung aus, bei mir hat, bis auf ein paar Kleinigkeiten, immer alles gestimmt". Gleiches/Ähnliches bekam ich auch von den anderen Mitgliedern zu hören. Die Kollegen würden mich zwar zu einem diesbezüglichen Gespräch in die Buchhaltung begleiten, doch argumentativ müsste ich wohl hier allein tätig werden.
11.08.2020 um 10:01 Uhr
Ich komme wenn ich es fix überschlage auf +16,45 Ende Juli. Scheint also soweit zu stimmen!? Problem scheint mir der 27. und 28. Juli zu sein, da hier keine Buchungen vorliegen und das System somit 16 Std. abzieht.
Monat IST SOLL Diff 10 Std p. Apr 193,50 184,00 9,50 0,00 Mai 188,00 168,00 20,00 10,00 Jun 187,75 168,00 19,75 9,75 Jul 181,00 184,00 -3,00 -3,00 16,75
11.08.2020 um 10:29 Uhr
Wenn du Fertigungsleiter bist, hast du sicherlich einen Einfluss darauf, dass der BR seine erforderlichen Schulungen bekommt.
Wenn du immer Überstunden machen "musst ", stimmt dennoch etwas im System nicht. Vielleicht kannst du nicht richtig delegieren? Oder eure Organisation ist nicht richtig strukturiert.
Versuche es doch einfach mal. Mache Feierabend.
11.08.2020 um 10:45 Uhr
Ich komme auf die gleichen Zahlen wie wdliss. Blöd für die Monatsweise Betrachtung ist halt das die Soll Zeiten immer direkt am Montag aufgeführt werden, das "verfälscht" die Sichtweise am am Monatsende Wenn man aber die Ist Zahlen addiert und die Arbeitstage (je 8 Std) dagegenhält kommt man auf die Zahlen. Und natürlich am Monatsende immer 1o h (zu leistende Ü Std.) abziehen
11.08.2020 um 10:55 Uhr
@wdliss ok, danke dir vielmals!
@Kratzbürste Um mal das Kind beim Namen zu nennen. Der BR ist in unserem Unternehmen eher so etwas wie eine "Arbeitsplatzsicherung", so kommt es mir jedenfalls vor und dies hab ich auch schon in etwaigen Gespräcen, die ich mit den Mitgliedern des BR führte, kund getan. Nicht nur der GF und/oder der Fertigungsleiter sind eben jene, die oftmals quer treiben, sondern es bedarf auch ein BR der gewillt ist, diese Schulungen anzugehen. Und das sehe ich hier im Unternehmen keinesfalls. Ich denke nicht, dass man, bzw. das du, aus der Ferne beurteilen kannst, ob Überstunden notwendig sind und ob dadurch dass Überstunden anfallen, unser System nicht funktioniert. Wenn bei mir Überstunden anfallen und bei den Mitarbeitern nicht, ist dies noch lange kein Anzeichen dafür, dass ich nicht richtig delegieren kann oder unsere Organisation nicht richtig strukturiert ist, sogar das Gegenteil ist der Fall, gerade weil die Mitarbeiter keine Überstunden machen müssen.
Wie du anhand meiner Arbeitszeiterfassung erkennen könntest, gibt es sehr wohl Tage, an denen ich zeitig Feierabend mache, doch ich bin niemand, der nur aus Prinzip den "Hammer" Punktum fallen lässt. Wenn man mit Herzblut bei der Sache ist, seinen Job gerne macht, wenn man sich in einem Unternehmen und vor allem während der Arbeit, bei dem was man macht, wohl fühlt, dann schaut man nicht tagtäglich auf die Uhr und sehnt den Feierabend herbei. Nein, dann bleibt man auch gerne mal etwas länger und nicht weil gefordert oder es erforderlich ist.
Also ein BR-Mitglied der so polemisch Fragen formuliert und aus der Ferne, ohne Hintergrundinformationen, Schlüsse zieht....naja, weiß nicht so recht ob dieser in seiner eigentlichen Form und Funktion, vermittelnd tätig sein kann wenn es die Situation erfordert. Man beurteilt und zieht doch keine Schlüsse anhand einer undurchsichtigen Ausgangsituation!?
11.08.2020 um 19:30 Uhr
@hpoperator86: Wir lesen hier sehr vieles, mal mehr mal weniger deutlich und ausführlich beschrieben. Wir versuchen zu helfen und wir machen uns unsere Gedanken. Ein bisschen Erfahrung haben wir auch. Wenn ich als Arbeitgeber einen Mitarbeiter einstelle, dann gebe ich ihm vernünftigerweise soviel Arbeit wie er in seiner Arbeitszeit bewältigen kann. Ist die Arbeit in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu schaffen ist es entweder: zuviel Arbeit, dann muss ich noch jemanden einstellen, oder es ist ein überforderter Angestellter, dann muss ich schulen oder Aufgaben anders verteilen, oder es sind Abläufe schlecht organisiert, dann muss ich Abläufe ändern. Klar ist, wenn jemand jeden Monat Überstunden machen muss, dann stimmt etwas nicht und etwas gehört geändert.
12.08.2020 um 01:00 Uhr
Kann den Anderen hier nur voll zustimmen.
12.08.2020 um 10:21 Uhr
Zitat: von hpoperator86 "Nein, dann bleibt man auch gerne mal etwas länger und nicht weil gefordert oder es erforderlich ist." Sind denn das dann Überstunden? Nach meinem Kenntnisstand müssen Überstunden doch notwendig sein und angeordnet, oder zu mindestens geduldet werden.... Ironie Off
Ich habe ein offenes Konto, und achte trotzdem drauf, mich in unserem genehmigen GLZ-Korridor zu bewegen. Und in der aktuellen Situation am Monatsende möglichst mit Plus-Minus _Null rauszukommen. Trotz aktuell hohem Arbeitsaufwand und BR-Tätigkeit.
Mir fällt bei deinen Stundenzetteln aber auch auf, das du an der häufig vorkommenden Krankheit von "Führungskräften" leidest: Gesetze gelten nur dann für mich, wenn ich es will. Arbeitszeitgesetz wird nicht eingehalten gab es Naturkatastrophen, Brände etc. ? Kenn ich von meinen Chefs (aber die hatten Vertrauensarbeitszeit und waren darum nicht so einfach zu kontrollieren)
Ansonsten, soweit ich das System verstehe, komme ich erstmal auf keine auffälligen Fehler zu deinem Ungunsten.
Generell würde ich an deiner Stelle schon prüfen, welche Aufgaben wirklich zwingend nach Schichtende erledigt werden müssen und nicht bis zum nächsten Tag warten können. Und ob man als Fertigungsleiter der Erste und der Letzte sein muss? Ich weiß es nicht.
Ansonsten gibt es tolle Excel-Tabellen oder auch Apps mit denen man seine Zeiten kontrollieren kann. Nutze ich auch, um Überstunden zu vermeiden.
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