Arbeitsverdichtung bis zum Zusammenbruch - müssen wir als BR diese Sklavenhalter-Mentalität einfach hinnehmen?
Hallo,
bei uns wird der Belegschaft immer mehr draufgepackt. Wir sind ein Dienstleister, wo es leider keine Arbeitszeitplanwerte wie bei REFA gibt. Wir machen jeden Herbst zwar eine "Ressourcen"-Planung für das kommende Jahr, die aber die Bezeichnung nicht verdient. Wenn jemand z.B. einen Voranschlag von 20 AT für die Abwicklung eines Projektes angibt, sagt GF einfach, muss auch in 10 Tagen zu machen sein - was natürlich nicht ist. Die Arbeitsverdichtung hat inzwischen auch auf die Arbeitsqualität durchgeschlagen. Ein Mitarbeiter ist deshalb auch über einem Auflösungsvertrag "gekündigt" worden. Man hat ihn einfach auf seine Fehler hingewiesen und ihm Geld angeboten, damit er reibungslos geht.
Inzwischen haben wir auch einige Fälle von Tinnitus, Auto-Immunreaktionen und Burn-Out-Syndrom in der Firma.
Alles verursacht hat ein neuer Oberchef, der selbst in seiner Runde der Chefs einen rigiden Umgang hat und alle Führungskräfte feuert, die seinen Druck nicht weitergeben.
Unser Betriebsrat ist neu gewählt worden und völlig überfordert (einschließlich mir als neuer Vorsitzender). In Schulungen wurde uns gesagt, da kann man wenig machen, das sei alles Führungsstil.
Stimmt das, müssen wir diese Sklavenhalter-Mentalität einfach hinnehmen? Oder sollen wir alle uns einen neuen Job suchen?
Community-Antworten (3)
06.11.2007 um 15:35 Uhr
Hallo Koller, Ihr habt doch sicherlich eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, schaltet diese ein, da es sich ja offensichtlich um krankmachende Zustände in Eurem Betrieb handelt.
06.11.2007 um 19:46 Uhr
@koller Überlastungsanzeige? § 80 BetrVG wird eingehalten? § 87 BetrVG wird eingehalten? Überstunden? Schulungen?
07.11.2007 um 18:04 Uhr
Hallo, nein, wir haben keine Fachkraft für Arbeitssicherheit, wir sind kein produzierender Betrieb. Wer eine Überlastungsanzeige stellt, würde als nächster auf die schwarze Liste gestellt und unter Druck gesetzt.
Überstunden gibt es nicht - der alte BR hat sich auf "Vertrauensarbeitszeit" eingelassen. Die Einhaltung der Paragrafen ist doch nur Theorie - wie kann man in der Praxis gegen die Tatsache vorgehen, dass den Leuten unmöglich erreichbare Ziele gesetzt werden. Nur: was ist rechtlich gesehen "unmöglich?"
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