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Organigramm Anpassung mit Stellenabbau

B
BlueBird
Sep 2023 bearbeitet

Schönen guten Morgen zusammen, die Geschäftsführung hat den BR über eine Organigramm Anpassung informiert und möchte diese zeitnah umsetzen. Aus dem Konstrukt 1x Führer delegiert 2x Fahrer sollen in Zukunft zwei gleichwertige Stellen geschaffen werden, die auf Augenhöhe agieren. Die Bezeichnung für Führer soll wegfallen, weil sie nicht mehr als zeitgemäß angesehen wird. Wir als BR sehen diese Veränderung sehr kritisch aufgrund von hoher Arbeitsverdichtung. Die Mitarbeiter in Funktion Führer sehen ihrer Aufgabe stark verändert, da sie ja in Zukunft die Aufgaben nicht mehr dirigieren, sondern selbst ausführen müssen. Die Geschäftsführung lässt 9 Fahrer Stellen wegfallen und schreibt 5 Neue Stellen aus. Bei den Führerstellen sieht sie eine Umbenennung als ausreichend an. Zum Glück wird der Abbau über rentennahe Mitarbeiter realisiert und es kommt zu keinen Kündigungen. Eine höhere Entlohnung bekommen die 5 neuen Stellen, die geschaffen werden, eine Erhöhung der Entlohnung der früheren Führer Stellen sieht die Geschäftsführung nicht. Die bleibenden Mitarbeiter sind stark verärgert auf Grund von Arbeitsverdichtung und der daraus fehlenden höheren Vergütung. Welche Möglichkeiten hat der Betriebsrat der Geschäftsführung noch Steine in den Weg zu legen, um mehr für den einzelnen Mitarbeiter rauszuholen? Wir sehen eine Ausschreibung aller Stellen für möglich, Vor- wie Nachteile für den Mitarbeiter, sowie eine Anforderung einer Psychischen Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes. Ändern werden wir diesen Einschnitt nicht mehr können. Es ist schade zu sehen wie in Deutschland und deutscher Industrie diese Vorgehensweise immer mehr eingesetzt wird die Mitarbeiter an ihre Grenzen zu bringen und Mitarbeiter so behandelt werden, obwohl ja Fachkräftemangel herrschen soll. Grüße Günter

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Community-Antworten (11)

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Tagträumer1

04.09.2023 um 07:11 Uhr

Das bedeutet also, mit einer höheren Entlohnung wäre der BR einverstanden? Was ist dann mit der höheren Belastung, alles kein Ding mehr, wenn die Kohle stimmt?

Habt Ihr Euch gefragt oder auch die GF, aus welchem Grund dieser Schritt gegangen wird? Stimmen die Kosten nicht mehr, muss deshalb gespart werden?

B
BlueBird

04.09.2023 um 14:45 Uhr

Natürlich geben wir uns mit einer höheren Entlohnung nicht zufrieden. Damit kann man allerdings die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter einigermaßen hoch halten was auch nur gerecht wäre. Der BR hat hier leider nur ein Informationsrecht und keine Mitbestimmung. Wir werden leider in Zukunft mit Überlastungsanzeigen arbeiten müssen, was wir auch nicht wollen. Solche Arbeitsverdichtungen haben wir immer wieder auf dem Tisch liegen aus unterschiedlichen Abteilungen. Der Grund des Konzerns ist wie immer Gewinnmaximierung, Fixkosteneinsparung und Wettbewerbsfähigkeit. Ein börsennotiertes Unternehmen muss Zahlen liefern. Lg Günter

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rtjum

04.09.2023 um 15:07 Uhr

wie wäre es mit Versetzung? "Die Mitarbeiter in Funktion Führer sehen ihrer Aufgabe stark verändert, da sie ja in Zukunft die Aufgaben nicht mehr dirigieren, sondern selbst ausführen müssen." hört sich für mich, ohne genaues Hintergrundwissen, erstmal nach einer erheblichen Änderung der Umstände unter denen die Arbeit zu leisten ist an. Und die Dauer von mehr als 1 Monat ist zusätzlich gegeben.

B
BlueBird

04.09.2023 um 16:55 Uhr

Hi rtjum, ja ist richtig die Aufgabe des Führer sehen wir auch stark verändert. Deswegen auch die Idee von uns diese Stelle neu auszuschreiben. Die jetzige Stellenbeschreibung des Führer deckt aber die neue Aufgabe ab, das dirigieren fällt aber weg. In der Praxis macht das große Unterschiede, auf dem Papier nur ein Satz. Der AG möchte deshalb nur eine Namensänderung der Stelle, die Aufgabe bleibt gleich. Grüße Günter

D
DummerHund

04.09.2023 um 17:14 Uhr

@BlueBird Ich denke mal du hast @rtjum nicht richtig verstanden mit Versetzung. Versetzung ist § 99 BetrVG. Von daher habt ihr nicht nur ein Informationsrecht, sondern seit in der Mitbestimmung.

T
Tagträumer1

04.09.2023 um 23:55 Uhr

Was sind denn nun die Gründe?!

Der Grund des Konzerns ist wie immer Gewinnmaximierung, Fixkosteneinsparung und Wettbewerbsfähigkeit.

Gewinnmaximierung UND Wettbewerbsfähigkeit ergibt keinen Sinn. Kennst Du die Gründe oder vermutest Du diese lediglich? Ohne Gründe zu kennen, wird es schwierig bis unmöglich, nachvollziehen zu können, weshalb der AG diese Schritte geht.

Bei einem börsenorientiertem Unternehmen, sind ja ohne Probleme die Jahresabschlüsse einsehbar. Wie bewertest Du diese denn? Wie entwickelt sich das Unternehmen in den letzten Jahren? Welche Bereiche wachsen, welche stagnieren und welche sind Rückläufig? Wird aus Deiner Sicht richtig auf die Entwicklung reagiert, falls nein, was sollte getan werden?

Genau DAS erwarte ich von einem BR.

D
DummerHund

05.09.2023 um 01:22 Uhr

@BlueBird Ich würde mich nie nur aus Zahlen aus dem Internet verlassen. Diese geben bei Nachfragen keine Antworten. Ich weiß jetzt nicht wie viele MA euer Unternehmen hat, daher für die Zukunft vielleicht der Hinwies auf die §§106 und 110 BetrVG.

B
BlueBird

05.09.2023 um 10:57 Uhr

Hallo guten Morgen zusammen, langsam nimmt die Sache fahrt auf, das gefällt mir. Ich versuche die Fragen bestmöglich zu beantworten.

@BlueBird zur Versetzungsgeschichte, ja doch das ganze ist bei mir angekommen um in die Mitbestimmung zu kommen, deswegen auch der 1 Monat um jetzt nicht weiter auszuholen. Ich denke es ist trotzdem schwierig das als Versetzung zu deklarieren. Als Beispiel. Der Führer hat vorher den Mitarbeiter angewiesen vor Ort zu gehen die Maschine auf Öl Druck und Öl Stand zu kontrollieren. Jetzt hat er niemand mehr für diese Aufgabe und muss sie selbst erledigen. Das wurde auch schon immer in der Stellenbeschreibung des Führer abgebildet. Der Führer arbeitet nach wie vor in seinem Bereich am gleichen Ort und betreut die gleichen Aufgaben aus seiner Stellenbeschreibung nur jetzt verdichtet und alle Aufgaben selber zu erledigen.

@Tagträumer1 ja ich kenne alle Zahlen sehr genau aus dem Wirtschaftsgermium des GBR und ja wir schreiben schwarze Zahlen im Millionenbereich. Wenn du aus einer Brosche kommst, die kein Wachstum auf Grund von Digitalisierung verzeichnen kann und es darum geht der letzte Überlebende in der Sparte zu bleiben, herrschen andere Gesetze. Wir stehen dauerhaft im Vergleich zu Schwesternwerken oder anderen Mitbewerben. Wenn die Zahlen nicht mehr stimmen und ich rede hier nicht von roten Zahlen wird so schnell ein Standort geschlossen ohne mit der Wimper zu zucken. Die Auslastungen stehen gerade in der Branche bei ca 50%, ein umlagern und schließen somit einfach möglich. Wir haben in unserem Unternehmen weitere sehr gewinnbringende Sparten und an diesen werden wir gemessen. Eine Investition in deutsche Werken auf Grund von Politik und anderen deutschen Faktoren liegen in weiter ferne. Der Arbeitgeber teilt ganz klar mit, wenn es zu Produktionsausfallen auf Grund von Mitarbeiterreduzierungen geben sollte trägt die GF dieses Risiko und das kann man sich auch bei der Aktuellen Marktsituation erlauben. D.h. der Mitarbeiter wird ganz klar über seine maximale Arbeitsleistung geführt. Und nochmal es wird zu keinen Kündigungen kommen, der Abbau erfolgt über die Altersstruktur und das nicht nachbesetzen von jetzt schon frei stehenden Planstellen . Wir sind an unserem Standort ein 11er Gremium um die Frage der Anzahl der Mitarbeiter zu beantworten.
LG Günter

D
DummerHund

05.09.2023 um 11:39 Uhr

Der BR sollte erst einmal bei der Versetzung und der Mitbestimmung bleiben. Wenn es hart auf hart kommt lässt man eben eine Einigungsstelle darüber urteilen. Klar ist das im Sinne der Gleichberechtigung beim Lohn eine Angleichung erzielt werden muss ( sofern nicht bestimmte Qualifikationen für einen bestimmte Qualifikationen Voraussetzung sind). Hier könnte man z.B. dem AG vorschlagen das die Führer 10 % und die anderen 30% mehr Lohn bekommen. Das konnte man zeitlich staffeln in einem Zeitraum von x- y. (Die % Zahlen habe ich jetzt mal fiktiv genannt)

R
rtjum

05.09.2023 um 16:37 Uhr

" Wenn es hart auf hart kommt lässt man eben eine Einigungsstelle darüber urteilen." Du meinst sicher das Arbeitsgericht?

T
Tagträumer1

05.09.2023 um 18:44 Uhr

Er hat doch geschrieben, dass die "neue"Tätigkeit des Führers bereits in der alten Stellenausschreibung vorhanden war, folglich keine Versetzung.

Auch die Gehaltserhöhungen basieren auf keiner rechtlichen Grundlage.

Der AG kann die wirtschaftliche Lage besser bewerten als ein BR, speziell der Blick in die Zukunft.

Das der Gesetzgeber das genauso sieht, sieht man an der Tatsache, dass es lediglich eine Informationspflicht gibt ...

Folglich wird der AG zurecht sein Programm durchsetzen.

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