Hallo!
Folgende Situation: Ein Mitarbeiter (als "Verlagsmitarbeiter" beschäftigt) arbeitet seit Jahren in der Abteilung A mit Aufgabengebiet 1 - wird aber bei Arbeitsmangel im Bereich 1 auch regelmäßig wiederkehrend in den Aufgabenbereichen 2,3 und 4 beschäftigt. In dieser Abteilung wird die Arbeit täglich durch die Abteilungsleitung jedem einzelnen Mitar´beiter zugewiesen!

Jetzt wird eine flexible Arbeitszeitregelung eingeführt, wo der Arbeitnehmer eigenverantwortlich in der Gleitzeit sein Arbeitsbeginn und -ende selbst bestimmen kann - betriebliche Belange sind aber zu berücksichtigen. Und nun passiert wundersames! Die Arbeitszuweisung wird nun zur Steuerung der Felxiblen Arbeitszeit mißbraucht - Arbeit wird einzelnen Mitarbeitern nicht mehr zugewiesen und so ein "betriebsbedingter Arbeitsmangel" erzeugt: Der Abteilungsleiter meint nun bevollmächtigt von der GL, das der Mitarbeiter bei Arbeitsmangel im Aufgabenbereich 1 nicht mehr in den Bereichen 2,3 und 4 aushelfen kann (Direktionsrecht) und schickt ihn wegen Arbeitsmangel im Aufgabenbereich 1 nach Ende der Kernzeit n. Hause! Natürlich trifft es immer einige handverlesene Mitarbeiter - andere Mitarbeiter die an der flexiblen Arbeitszeit teilnehnen, aber auch Mitarbeiter die nicht daran teilnehmen haben meist noch Arbeit - nach hause werden sie aber nie geschickt!!!
Der Mitarbeiter beschwert sich, wie ich finde zu recht beim BR - aber das Gremium (leider uneinig) sagt, dass der AG das per Direktionsrecht machen könne! Er entscheide wer was arbeitet! Diese Anwendung durch die GL ist so nicht gewollt und verabredet worden und müsste grundsätzlich geklärt werden. Leider verweigert der BR mehrheitlich den Weg der Einigungsstelle um diese zur Auslegung und Anwendung der Flexiblen Arbeitszeit-BV zu befragen.
In den Verhandlungen mit der GL wurde seinerzeit vor Abschluss durch ein BR-Mitglied der Geschäftsführer konkret auf so ein Fallbeispiel angesprochen, da der besagte Abteilungsleiter bekannt dafür ist, dass einzelne Mitarbeiter systematisch schlechter gestellt werden. Die BV sollte daher kein weiteres Werkzeug darstellen um auf Mitarbeiter Druck auszuüben! Der BR-Vors. und der Geschäftsfüher waren sich einig und verneinten - also herschte über die Auslegung und deren Anwendung der BV Einigkeit während der Verhandlung Einigkeit zwischen den Parteien!
Ich meine, dass der BR kollektivrechtlich von der GL oder an anderer Stelle die vernünftige Anwendung einfordern muss - der BR-Vors. sagt, dass nur der AN individualrechtlich seine Ansprüche geltend machen kann?! Greift hier nicht sogar beides?

Ist den hier nicht durch betriebliche Übung (regelmäßig wiederkehrend andere Aufgabenbereiche zugewiesen bekommen) ein arbeitsvertraglicher Anspruch entstanden? - Im Arbeitsvertrag steht nur "Verlagsmitarbeiter" ohne Beschreibung der Tätigkeit!

Problem ist, wenn diese Praxis vom BR geschluckt wird, dann wird sie sicherlich in einiger Zeit auf alle anderen Abteilungen übertragen und die Leute werden durch Arbeitszuweisung gesteuert nach hause geschickt, so wie es der Abteilungsleitung gefällt!

Wenn das so ist, haben wir vom BR einen sch... Job gemacht!

Danke!