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Begleitung zum Personalgespräch

E
enigmathika
Aug 2025 bearbeitet

Werte Kolleginnen und Kollegen,

wir stehen vor einem delikaten Problem. Vor etwa zwei Wochen hat ein Oberarzt in der Cafeteria mit drastischen Worten über die PDL und den Betriebsrat hergezogen und dabei unwahre Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Ich habe bereits um rechtlichen Rat ersucht, ob es sich hier schon um Behinderung der Betriebsratsarbeit handelt. Die PDL hat sich bei der Geschäftsführung beschwert und der Oberarzt wird nun zu einem Gespräch eingeladen. Dort soll er eine Abmahnung wegen rufschädigenden Verhaltens bekommen. Da wir als Betriebsrat ebenso von diesem Verhalten betroffen sind, hat eigentlich keiner von uns das Bedürfnis, den Kollegen zu diesem Gespräch zu begleiten.

Könnten wir das ablehnen oder begehen wir damit eine Pflichtverletzung?

Mit kollegialen Grüßen

Enigmathika

30204

Community-Antworten (4)

R
rtjum

01.08.2025 um 15:30 Uhr

Tja, das ist manchmal so ein Dilemma des BR. Wenn der Oberarzt euch bittet dabei zu sein, dann solltet ihr das nicht ablehnen. Es ist ja nicht Aufgabe des BR so ein Gespräch zu führen oder für den OA zu argumentieren.

S
seehas

04.08.2025 um 19:05 Uhr

Ein BR kann ja dabei sitzen. Sagen muss er nichts. Meine Aufgabe als BR in einem Personalgespräch ist es nicht den MA zu verteidigen, dafür gibt es einen Anwalt. Meine Aufgabe als BR ist es darüber zu wachen, dass keine unfairen Einschüchterungstaktiken angewandt werden und nebenbei ein Protokoll zu schreiben, dass der MA nachher nachlesen kann was gesagt wurde. Das ist ein Moment wirkliche Größe und Stärke zu beweisen, und auch in diesem Moment neutral zu sein.

OH
Olav HB

05.08.2025 um 14:35 Uhr

Das ist tatsächlich etwas verzwickt.

Ich würde, ungeachtet ob der Betreffende die Anwesenheit beim Personalgespräch wünscht, als BR das Gespräch suchen. Vorher einmal tief durchatmen und nicht sofort auf "so etwas kannst du nicht machen" Schiene gehen, sondern nachfragen, was ihm zu seiner Kritik an dem BR bewegt. Haben wir als BR vielleicht in der Kommunikation unserer Tätigkeiten nach Außen etwas vergessen oder unklar formuliert? Fühlt er sich von uns irgendwie "im Stich gelassen", oder gibt es Misverständnisse über die Aufgaben, Rechte, Pflichte und Möglichkeiten des BR? Wenn man seitens des BR versucht ohne Vorwurf daran zu gehen, kann es sein, dass er sich realisiert, mit seiner Äußerungen eine Grenze überschritten zu haben. Das ist viel effektiver als eine Abmahnung, denn da ist nicht auszuschließen, dass er sich gerade in seine Vorwürfe bestätigt sieht.

Wir befinden uns selbst als BR gerade in eine ähnliche Situation (betriebsbedingte Kündigungen die wir aus eine Vielzahl von gründe nicht widersprechen können), und haben uns entschieden gemachte Vorwürfe ("Was ist das denn für Vertretung...!") aktiv mit ausführliche Kommunikation zu begegnen. Zugegeben, das war nicht einfach, denn wir fühlten sun nach viele anstrengende Monate richtig auf dem Schlipps getreten, aber es war sehr konstruktiv. Weder wir noch die Leute sind jetzt glücklich, aber wir haben wenigstens mehr Verständnis für ein ander und können uns ohne böse Blicke begegnen.

Und vielleicht kann man dann in ein personalgespräch auch noch mal vermittelnd in en Konflikt zwischen Arzt und PDL auftreten.

M
Muschelschubser

11.08.2025 um 10:46 Uhr

Es ist ja vergleichbar mit einem Strafverteidiger, der mit Sicherheit auch nicht gut findet, was seinen Mandanten da "passiert" ist. Er hat auch nicht die Aufgabe ihn auf Teufel komm raus herauszuboxen, wohl aber ihm ein möglichst faires Verfahren zu ermöglichen, das nicht emotional geprägt ist und ein angemessenes Strafmaß nach sich zieht.

Ähnlich sehe ich es als BR. Wenn ich in Personalgesprächen dabei bin, reflektiere ich ob es seinen Zweck als solches erfüllt hat und wie miteinander umgegangen wurde. Grundsätzlich bin ich aber erstmal stiller Zuhörer und einfach erstmal Zeuge, für den Fall dass der AG in unangemessener oder unzulässiger Weise agiert.

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