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Mitarbeiter-Ablagefach Brief entnehmen

J
JaMomn
Jul 2024 bearbeitet

Hallo, wir Mitarbeiter haben alle ein Ablagefach in den jeweiligen Büros (ich arbeite in der Pföege und Betreuung) unsere neue Chefin hat einen Brief/Zettel (es standen nur Arbeitsabläufe für sie persönlich darauf) aus ihrem Ablagefach genommen. Sie beruft sich darauf, dass sie das dürfe, da die Ablagefächer nicht privat seien und nicht abschließbar? Meine Frage, darf sie sich Unterlagen, welche offensichtlich nicht vom Unternehmen sind einsehen und an sich nehmen? Dort werden auch die Briefe mit der Gehaltsabrechnung / Vertragsänderung etc. abgelegt.

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Community-Antworten (24)

K
Kehler

01.07.2024 um 16:32 Uhr

Sind diese Fächer mit dem jeweiligen Namen beschriftet? Gibt es einen Betriebsrat?

J
JaMon

01.07.2024 um 16:41 Uhr

Ja sie sind mit dem Vornamen beschriftet. Es gibt eine Mitarbeitervertretumg, die konnten mir diese Frage nicht beantworten

M
Muschelschubser

01.07.2024 um 17:40 Uhr

Meiner Ansicht nach kommt es darauf an, wie die Post adressiert ist.

Dienstliche Post muss ja im Krankheitsfall von der Vertretung geöffnet werden können.

Bei uns im Hause gilt: Als "persönlich" oder "vertraulich" gekennzeichnete Briefe sind tabu. Das ist auch von einem Urteil des LAG Hamm gedeckt.

Ansonsten machen wir es an der Adressierung fest:

Steht das Unternehmen zuerst, und der Name darunter, ist die Post dienstlich und kann von anderen geöffnet werden. Hier wird argumentiert, dass der Name lediglich der besseren Verteilung dient.

Steht der Name zuerst, öffnen wir es ebenfalls nicht und sehen es als persönlich an. Das ist aber nur unsere interne Regelung. Das LAG Hamm erlaubt hier die Öffnung, da es keinen Vermerk "persönlich" oder "vertraulich" gibt.

R
rtjum

01.07.2024 um 17:53 Uhr

was meinst Du mit: "unsere neue Chefin hat einen Brief/Zettel (es standen nur Arbeitsabläufe für sie persönlich darauf) aus ihrem Ablagefach genommen."

Wenn der Brief doch für die Chefin war, wo ist dann das Problem, oder verstehe ich da was falsch?

J
JaMon

01.07.2024 um 18:03 Uhr

Ich hab mich blöd ausgedrückt, Meine Kollegin hat sich Notizen gemacht und diesen Zettel in ihr Ablagefach gelegt. Darauf hat sie sich Notzinen für die Schicht gemacht. Unsere Chefin hat sich diesen Zettel aus dem Fach der Kollegin genommen und ihn einbehalten.

Also könnte theoretisch jeder Mitarbeiter sich Unterlagen aus den Fächern der anderen Mitarbeiter nehmen?

M
Muschelschubser

01.07.2024 um 18:17 Uhr

"Also könnte theoretisch jeder Mitarbeiter sich Unterlagen aus den Fächern der anderen Mitarbeiter nehmen?"

Grundsätzlich ja, wenn sie nicht als persönlich/vertraulich gekennzeichnet sind.

Ansonsten eben vorher verschließen und entsprechend kennzeichnen.

J
JaMon

01.07.2024 um 18:36 Uhr

Vielen Dank für die Antworten. Leider können wir diese Ablagefächer nicht abschließen, es gibt generell keine Möglichkeit solche Unterlagen in der Arbeit zu lagern. Dass heißt wir müssten Unterlagen und Notizen täglich mit nach Hause nehmen. Post im Krankheitsfall wird von niemand anderem geöffnet, da dies bei uns im Team nicht relevant ist, keiner hat eine Leitende Funktion. Wenn das so rechtens ist, wird es wohl so sein, auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, aber ein feiner Zug ist es wohl doch nicht, Briefe oder Unterlagen zu entwenden…

C
celestro

01.07.2024 um 18:52 Uhr

"Sie beruft sich darauf, dass sie das dürfe, da die Ablagefächer nicht privat seien und nicht abschließbar?"

Wie kommt es denn zu dieser Ansicht? Also wer benutzt diese Fächer normalerweise und wofür?

J
JaMon

01.07.2024 um 19:22 Uhr

Jede Wohngruppe hat bei uns ein Büro, welches abschließbar ist, auf dem Schreibstisch stehen, mit Vornamen gekennzeichnet Ablagefächer, sie wie man sie eben typisch aus den Büros kennt. Dort werden unsere geschlossenen Gehaltsabrechnungen, Vertragsänderungen und unsere Stundenabrechnung, welche nicht in einem Briefumschlag steckt, abgelegt. Prinzipiell kann jeder Mitarbeiter in seinem Fach Notizen, Kleinigkeiten und so ablegen.

Zu dieser Ansicht kommt es vermutlich, da sie „DIE Chefin“ ist, sie ist der Meinung, da die Fächer nicht abschließbar sind, ist es ihr Recht, durch Unterlagen und Notizen zu gehen und sich bei Gelegenheit wohl auch etwas rauszunehmen. Im Großen und Ganzen kennt sie sich überhaupt nicht mitden Gesetzen aus,… Sie meint wenn wir nicht wollen, das etwas rausgenommen wird, müssen wir es in einen Spind im Keller einsperren. Diese Spinde sind nicht zugewiesen, der Schlüssel muss nach der Schicht wieder abgegeben werden.

Finde es fragwürdig, als Einrichtensleitung Unterlagen aus den Postfächern der Mitarbeiter an sich zunehmen

D
DummerHund

01.07.2024 um 21:30 Uhr

https://www.sekretaria.de/bueroorganisation/personalmanagement/arbeitsrecht/briefgeheimnis-unternehmen/

Liest man diesen Artikel kann die Chefin durchaus Zettel oder lose Schreiben aus dem persönliche Fach der MA lesen. Was dennoch gar nicht geht das sie selbiges dann nicht wieder an Ort und Stelle zurück legt. Dies könnte ein Tatbestand des Diebstahls sein. Was noch weniger geht das Stundenabrechnungen öder ähnliche unverschlossen in diesem Fach landen. Dies können vertrauliche Dinge enthalten und wäre dann ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz. Hier müsste der BR tätig werden.

F
Fried

01.07.2024 um 22:55 Uhr

Blödsinn, auf den Fächern steht lediglich der Vorname drauf, somit ist da nichts persönlich! Nix mit Diebstahl etc.!

D
DummerHund

01.07.2024 um 23:26 Uhr

@ JaMomn Es gibt natürlich auch Antworten von Usern die man gar nicht beachten muss. Dies aber wirst du im Laufe der Zeit bei weiteren Antworten bestimmt auch selber feststellen.

J
JaMomn

01.07.2024 um 23:43 Uhr

@Dummerhund

Ich warte mal ab, vielleicht hat ja doch jemand auch Erfahrung damit.

Dass sie in die Unterlagen eventuell schauen darf, ist das eine.

Aber sie nimmt sie an sich, kritzelt darauf herum und behauptet sie hätte dieses Schreiben aus einem allgemeinen Ordner entnommen.

Unsere MAV wird den Fall bearbeiten und diesen höchstwahrscheinlich in eine Gesamt-MAV Besprechung mitnehmen. Dort treffen sich alle MAV Mitglieder der gesamten Einrichtungen.

Mich persönlich und auch den überwiegenden Teil meiner Kolleginnen stört es, wenn in unseren Fächern „geschnüffelt „ wird. Eben auch, weil dort Unterlagen mit sensiblen Daten einsehbar, also ohne Umschlag abgelegt werden.

Der Dienstplanentwurf einer anderen Gruppenleiterin wurde auch aus deren Fach entwendet und ist natürlich auch nicht mehr aufgetaucht.

D
DummerHund

02.07.2024 um 00:08 Uhr

Wie beschrieben, bei sensiblen Daten kommt auch der Datenschutz ins Spiel. Ich persönlich würde es so halten das ich mir jedes mal auf Firmenkosten einen Briefumschlag nehmen würde, drauf schreiben würde "persönlich, dann Vorname und Name" drauf. Öffnet sie es dann ist es ein Verstoß gegen das Briefgeheimnis.

C
celestro

02.07.2024 um 02:34 Uhr

Vorname ist nicht persönlich ... kannst Du Dir (eigentlich) nicht ausdenken so eine Grütze.

F
Fried

02.07.2024 um 08:28 Uhr

Korrekt, zu behaupten, wenn man einen Zettel aus einem Fach, auf dem lediglich ein Vorname steht, nicht zurücklegt, wäre Diebstahl, ist riesige Grütze!

D
DummerHund

02.07.2024 um 10:47 Uhr

Riesige Grütze ist wenn meine Frau zu Gützwurst noch Sauerkraut und Kartoffestampf macht. :-)

S
seehas

02.07.2024 um 11:16 Uhr

Vielleicht solltet ihr mal das Gespräch mit eurer Chefin suchen und ihr klarmachen, dass es für das Klima in dem ihr miteinander arbeitet nicht dienlich ist wenn sie Notizen aus Fächern entnimmt, die sie nichts angehen. Auch wenn es vielleicht legal sein kann, so zeugt es nicht von guter Kinderstube.

C
celestro

02.07.2024 um 11:16 Uhr

"Korrekt,"

Diese Aussage habe ich überhaupt nicht getätigt. Somit ist das Wort "korrekt" an der Stelle deplaziert. Auch wenn es durchaus richtig ist, das an anderer Stelle der Begriff Diebstahl nicht passend ist.

F
Fried

02.07.2024 um 11:23 Uhr

Das Dummerhund mal wieder völlig verkehrt liegt mit seiner Bewertung, wundert in diesem Forum wohl niemanden ...

J
JaMomn

02.07.2024 um 11:33 Uhr

@seehas

Wir haben mit ihr gesprochen, sie hat ja erst abgestritten, dass sie es war. Aber sie wurde beobachtet und damit auch konfrontiert. Bei ihr fehlt leider jegliche Einsicht, sie lügt auch in anderen Fällen, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Im Großen und Ganzen, sorgt sie alleine für sehr schlechte Stimmung in der Einrichtung.

Wir haben nun alle unsere Ablagefächer ausgeräumt und werden abwarten was rauskommt

M
Muschelschubser

02.07.2024 um 11:51 Uhr

Die MAVO gibt, ähnlich wie das BetrVG, ein Beschwerderecht her.

Aus dem Rohr würde ich natürlich nicht sofort feuern.

Aber wenn sich Lügen häufen, oder eine große Tragweite haben, dann würde ich das mal protokollieren und mit der MAV besprechen.

X
XYZ68

02.07.2024 um 15:39 Uhr

Wenn solche Fächer keine Sicherheit vor Entnahme, durch wen auch immer, bieten und Unterlagen verschwinden (können) sollte man vielleicht ein anderes Ablagesystem wählen.

F
Fried

02.07.2024 um 22:59 Uhr

Welch Kombination, ist wahrscheinlich noch niemand drauf gekommen ...

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