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Dieser Beitrag ist vor 2 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Dienstreise / Team Meeting

M
mitleidenschaft
Mai 2024 bearbeitet

Ein Mitglied unser Betriebsrats, das auch in der Finanzabteilung arbeitet, wurde gebeten, an einem Teammeeting (3 tagen in NL) teilzunehmen. Das Betriebsratsmitglied, die Mitarbeiterin, lehnte ab, weil sie sich nicht sicher fühlt, dass ihr Englisch stark genug ist. Der Manager antwortete darauf, dass ihr Englisch ausreichend ist und es eine tolle chance wäre andere finanze kollegen kennenzulernen (sie ist erst 5 monate in ihre rolle), und bat sie, trotzdem am Meeting teilzunehmen. Sie lehnte immer noch ab.

Die Chefin hat geantwortet - 'ich nehme zu kenntnis das du nicht kommen möchtest' (so etwas).

Wir haben ihr gesagt, das es nicht die beste idee war. Aber sie mag ihr neue rolle nicht, sagt es auch jeden (sogar in emails) und blockt aufgaben mit den hinweis das sie neu ist und versteht die aufgabe nicht. Sie hofft das die leitung ihr eine neue stelle zuweist, aber ich glaub das es wird nicht kommen - die haben die finanzabteilung outgesourced (es funkzuniert sehr gut). Sie hat ihre rolle nur weil sie im BR ist.

Muss sie mit irgendwelchen Konsequenzen rechnen?

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Community-Antworten (5)

D
DummerHund

02.05.2024 um 18:05 Uhr

Ist diese "gebeten" nur eine Bitte gewesen oder aber eine Aufforderung ihrer arbeitsvertraglichen Verpflichtungen. Bei letzteren könnte ihr wegen Arbeitsverweigerung eine Abmahnung, oder je nach umständen eine Kündigung drohen. Die Tatsache das sie Mitglied im BR ist spielt hier keine Rolle.

M
Muschelschubser

02.05.2024 um 18:35 Uhr

Zunächst einmal habe ich Verständnis dafür: wenn man eine Stelle neu bekleidet, ist es doch normal dass man im Hinblick auf weitere Aufgaben zunächst verunsichert ist. Gleichzeitig liegt hier aber auch der Kasus Knaxus, denn wenn man etwas neues beginnt, dann bedingt das auch regelmäßig den berühmten Schritt aus der eigenen Komfortzone heraus. Insofern weiß ich nicht, ob sie sich mit einer grundsätzlichen Abwehrhaltung einen Gefallen tut.

Nun kenne ich den Wortlaut der Konversation nicht, aber die Antwort der Chefin liest sich für mich etwas trotzig. Hätte man für Schritte auf neues Terrain etwas mehr Unterstützung signalisiert, wird ein MA vielleicht eher dazu ermutigt, sich aus der oben genannten Komfortzone herauszuwagen.

Ich hoffe daher, dass es sich wirklich nur um eine Bitte gehandelt hat, so dass zumindest direkte arbeitsrechtliche Konsequenzen ausgeschlossen sind. Zwar ist ein BRM gegen personen- und verhaltensbedingte (also ordentliche Kündigungen) geschützt - wird das Verhalten allerdings als Arbeitsverweigerung ausgelegt, könnte es auch zu einer außerordentlichen Kündigung kommen. Dann müsste die verweigerte Tätigkeit aber auch Bestandteil des Arbeitsvertrags sein, und ein außerplanmäßiges Meeting lässt das erstmal nicht vermuten.

Ansonsten kann es so natürlich passieren, dass die Kollegin jetzt unterschwellig links liegen gelassen wird, andere bei interessanten Aufgaben bevorzugt werden - oder dass man sich ganz andere Aufgaben für sie ausdenkt. Da herrscht dann vielleicht auch mal ein schmaler Grat zwischen Direktionsrecht und Versetzung, je nach dem wie schlau der AG sich anstellt.

Allerdings macht mich noch eine Sache stutzig: Bedeutet das Outsourcing der Finanzabteilung, dass eine komplette Abteilung stillgelegt wird? Oder gibt es sie im Organigramm weiterhin? Denn die Stilllegung einer kompletten Abteilung kann u.U. zu einer Ausnahme beim besonderen Kündigungsrecht führen - aber nur, wenn eine anderweitige Beschäftigung nicht möglich ist.

Fazit: Es könnte sehr unruhig werden, aber nichts von all dem genannten ist wirklich so griffig, dass der AG ohne wenn und aber juristisch damit oben bleiben würde.

M
mitleidenschaft

02.05.2024 um 19:44 Uhr

Hi, leider war ihre chefin in ihre erste antwort, sehr sehr nett und hat ihr gesichtet hat ihr english ausreichend wäre. sie hat auch gesagt, es kommt vor das sie auch manchmal nach fragen muss, wenn sie was nicht verstanden hat. Sie hat geschrieben das sie fruet sich alle kollegen persönlich kennenzulernen und hoft das es alle im team hilft zusammen zu arbeiten. ihre chefin kommt aus kanada (die sind die freundlichest menschen der welt).

die erste email, war eine einladung an des gesamten team. die zwei weiter emails, war an sie persönlich als sie sich geweigert hat. die chefin wollte halt keine dritte bitte bitte schrieben. es war eine sehr nette arbeitsanweisung. aber klar eine arbeitsanweisung.

des meeting sollte in Juni sein. Die chefin hat in april eingeladen. es war nicht spontanes oder außerplanmäßiges Meeting.

Die finanzabt. ist ausgegliedert. Sie gibt es nicht mehr an unser standort. Und war keine option für unser BRM mit zu gehen (sie hat es ausgeschlagen - schriftlich). Die restliche kollegen haben eine abfindung erhalten.

okay - so wie ich deine antwort lese, könnte unser BRM, grade noch so die kurve bekommen - wenn es nicht ein offensichtliche arbeitsanweisung war.

dann sehen wir es einfach sportlich an und schauen wie die reaction ist.

danke

OH
Olav HB

06.05.2024 um 12:30 Uhr

Zunächst ganz wichtig: Die betreffend Kollegin soll äußerst vorsichtig sein "beriebs-öffenlich" ihre Weigerung an dieses Meeting zu begründen. Im BR okay, aber darüber hinaus nicht. Es kann nämlich dazu führen, dass der AG meint, dass sie gegen ihre arbeitsverträgliche Nebenpflichten (i.c. die Loyalität) verstößt und dass das für die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erforderliche Vertrauensverhältnis grundlegend verstört ist. Das wäre ein Kündigungsgrund, auch nach 626 BGB.

Dann würde ich als BR und Kollege noch einmal ins Gespräch mit der Mitarbeiterin gehen. Ist ihr Englisch tatsächlich so schlecht wie sie meint, oder ist sie "einfach nur" unsicher? Und gibt es vielleicht ein ganz anderen Grund, dass sie nicht in den Niederlanden möchte. Macht ihr Mut den Schritt zu wagen, sie wird nicht nur Kolleg*Innen treffen die Englisch sprechen, sondern gerade in den Niederlanden auch einige die Deutsch sprechen, wenn auch mit Hände und Füsse. Wir Niederländer sind gar nicht so böse wie manch einer fürchtet (wir haben euch sogar mal die Europameisterschaft gewinnen lassen...).

C
celestro

06.05.2024 um 12:39 Uhr

"Wir Niederländer sind gar nicht so böse wie manch einer fürchtet (wir haben euch sogar mal die Europameisterschaft gewinnen lassen...)."

Was macht ein Niederländer, wenn die Elftal die Fussball-WM gewonnen hat? Er macht die Playstation aus! ;-)))

P.S. Gute Ratschläge!

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