Betriebsvereinbarung Unternehmenssprache
Betriebsvereinbarung Unternehmenssprache Hallo zusammen, wir sind ein deutsches unternehmen mit einer Amerikanischen Mutter. Da wir immer mehr englische Dokumente bekommen müssen wir eine Betriebsvereinbarung über die Unternehmenssprache (Deutsch) machen. Kann mir jemand einen Tipp geben wo ich sowas als Muster finde. Vielen Dank Gruss Sittingbull
Community-Antworten (7)
24.11.2016 um 16:06 Uhr
Wieso "müsst" ihr das machen? Amtssprache ist in Deutschland Deutsch. Wenn Dokumente in englischer Sprache kommen, müssen diese eben übersetzt werden. Auch wenn die Mitarbeiter die englische Sprache "können", können englische Texte trotzdem leichter fehlinterpretiert werden. Sie sind eben keine englischen Muttersprachler. Und daraus können dann ggf. Personelleinzelmaßnahmen entstehen. Daher ist es wichtig solche Dokumente zu übersetzen. Ohne wenn und aber.
24.11.2016 um 16:11 Uhr
Stellt Euch mal vor Ihr würdet an die Chinesen verkauft ;-) nein wie Outof..... schreibt keine Unterlagen bearbeiten die nicht auf Deutsch übersetzt sind.
24.11.2016 um 16:27 Uhr
Wenn der Arbeitgeber eine andere Unternehmenssprache einführen will, dann wird ER darüber mit dem BR zu beraten haben.
Bevor man sich hier dem sich abzeichnenden Wandel vollständig widersetzt, sollte man sich aber auch die Frage stellen, welche möglichen Auswirkungen es hat, wenn man sich weitestgehend von der unternehmensinternen Kommunikation abkoppelt, wie bedeutend der deutsche Betrieb im Gesamtunternehmen ist und wie viele Arbeitsplätze zwingend in Deutschland gebraucht werden.
24.11.2016 um 17:05 Uhr
In vielen Qualitätsnormen, denen sich die AG selbst unterwerfen (oder auch müssen) steht meistens, dass Arbeitsanweisungen usw, in der Sprache verfasst sein müssen, die die AN auch sprechen (Muttersprache).
Ich sehe da auch keine Notwendigkeit einer BV. Ihr solltet dennoch beim AG vorstellig werden und das Problem diskutieren. (Denkbar ja auch eine Lösung nach § 97 Abs, 2 BetrVG).
Ich würde dennoch eher auf deutsch bestehen. Es hat auch etwas mit kultureller Wertschätzung und Identität zu tun.
25.11.2016 um 09:04 Uhr
Danke Gironimo für Deine konstruktive Antwort. Vielleicht als Hintergrund: wir sind ein Softwarehaus und die große Masse unserer Handbücher sind in Englisch verfasst. Das gehört zum Job, ist aber auch Fach- sprich EDV-englisch. Das ist kein Problem. Jetzt bekommen wir in letzter zeit aber vermehrt englische Mails von unserer amerikanischen Muttergesellschaft. In diesen Mails geht es unter anderem um personelle Dinge, Sicherheitsfragen usw. also teilweise Juristen-Englisch.
Nichtbeachtung oder falsche Interpretation des englischen Textes kann u. U,. zu personellen Konsequenzen bis hin zur Kündig führen. und genau diese E-Mails wollen wir Deutsch haben. keiner von uns ist in der Lage Juristen Englisch 100% zu verstehen.
25.11.2016 um 10:30 Uhr
Dann fordert diese Dokumente in deutsch ein. Dafür braucht ihr keine BV.
25.11.2016 um 14:14 Uhr
Zita (sittingbull): "keiner von uns ist in der Lage Juristen Englisch 100% zu verstehen."
Juristendeutsch versteht Ihr aber zu 100%?
Eigentlich ist die Situation in der Ihr Euch momentan befindet die Situation die für die Arbeitnehmer rechtlich äußerst komfortabel ist, während der Arbeitgeber sich zwingend überlegen müsste, wie er die erhebliche Risiken für sich minimieren kann.
Zitat (sittingbull): "Nichtbeachtung oder falsche Interpretation des englischen Textes kann u. U,. zu personellen Konsequenzen bis hin zur Kündig führen."
Jaja, das steht dann oft unter diesen Texten. Aber Papier ist geduldig und solch eine Phrase kann das deutsche Arbeitsrecht nicht aushebeln. Häufig beziehen sich solche Dinger dann doch auch noch auf die Rechte bestimmter Bundesstaaten ("and is to be governed in accordance with the substantive laws of the State of Texas without regard to the state’s conflict of laws rules") und beinhalten Regelungen wie sie in der EU sowieso unwirksam sind. Sie enthalten Konstrukte für die es bei uns keinerlei Entsprechung gibt (z.B. "employment at will") und jeder vernünftige deutsche Arbeitgeber müsste eigentlich sagen: Das kann ich gleich in die Tonne treten, die Unterschrift ist nicht einmal die Tinte wert.
Die Frage ist halt, ob man den ewigen (aus meiner Sicht unnötigen) Kampf um deutsche Übersetzungen, deutsche Interpretationen und Umsetzung in deutsches Recht führen will, oder ob man das Spiel mitspielt, damit die eigene Business Unit "100% compliance" melden kann. Es geht doch in der Regel gar nicht darum, dass diese policies wirklich eingehalten werden, sondern nur darum, in den Spredsheets für den eigenen Bereich nur grüne Felder zu haben.
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