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Ampelkonto und minusstunden

C
Coors
Mrz 2023 bearbeitet

Hallo in die Runde, mein AG möchte ein ampelkonto errichten. Da wir in unserem Betrieb mit Auftrags Schwankungen leben müssen, erhofft sich der AG das mit einem Ampelkonto besser lösen zu können. Da ich jetzt schon viele Meinung (RA, IGM und Freund Google) gelesen und gehört habe aber keiner so genau wird, stelle ich hier mal meine Frage. Mein AG möchte uns doch auch gerne ins minus fahren und uns aber auch verpflichten diese Stunden wieder einzuarbeiten, plus Stunden werden überhaupt nicht gesondert vergütet. Da der AG der Meinung ist, "ich bezahle euch ja damit ihr daheim seit". Wie verfährt man in anderen Branchen (ich AN in einem mittelständisches Industrieunternehmen) und Firmen mit Ampelkonten und der dazugehörigen Bezahlung.

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Community-Antworten (7)

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EDDFBR

23.03.2023 um 20:25 Uhr

Moin,

ich bin ein wenig verwirrt. Der Sinn und Zweck eines Ampelkontos ist doch, dass Minusstunden nachgearbeitet und Plusstunden durch Freizeit ausgeglichen werden. Die Frage nach einer Bezahlung sollte sich also gar nicht stellen.

Im übrigen ist eine eine pauschale Nichtvergütung von Überstunden nicht zulässig.

C
Coors

23.03.2023 um 21:48 Uhr

Ja ich bin da ja auch verwirrt, da ich die Definition ampelkonto anders lese. deswegen suche ich ja nach antworten. Mein AG ist der Meinung das nur er über dieses Konto verfügen kann, d.h wenn Mehrarbeit erforderlich ist, er Mehrarbeit verpflichtend anordnen kann. Ist wenig bis keine Arbeit vorhanden schickt er die MA nach Hause, wohl auch ins minus. Und dann müssen wir die Stunden verpflichtend wieder einarbeiten mit der Begründung das wir ja schon bezahlt wurden. Natürlich soll die Mehrarbeit in keiner Art und Weise vergütet werden. Daher interessiert es mich wie andere Firmen es handhaben da man nichts spezifisches über Entlohnung in diesem speziellen Konto findet.

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DummerHund

23.03.2023 um 22:28 Uhr

Ich denke ihr solltet euch Grundsätzlich erst mal einig werden was und warum ein Ampelkonto eingeführt werden sollte. Und einseitig einfach einführen kann der AG die nicht, ihr seit in der Mitbestimmung. https://michelspmks.de/de/blog/blogeintrag-nr.-10

C
Coors

23.03.2023 um 22:38 Uhr

Na allem was ich über ein ampelkonto gelesen habe finde ich das gar nicht so verkehrt. Ja die Mitbestimmung will der AG vom bösen BR nicht, da kann er doch nicht schalten und walten wie er möchte. Die Frage ist ja auch wenn ich in einem ampelkonto plus Stunden erbringe die als Mehrarbeit gezählt werden, heißt vergütet werden oder werden die nicht gesondert vergütet sondern "abgefeiert"

D
DummerHund

23.03.2023 um 23:11 Uhr

Genau das müsst ihr Verhandeln. Daher macht es auch immer Sinn neben dem Ampelkonto auch ein Arbeitszeitkonto zu haben.. Und ob der AG will oder nicht, ohne BR geht es nicht. Die entsprechenden §§ der Mitbestimmung hast du ja im Link gelesen. Bockt der AG dann §40 BetrVG und ab zum Fachanwalt.

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XYZ68

24.03.2023 um 08:40 Uhr

Unser Ampelkonto funktioniert folgendermaßen:

grüner Bereich --> MA hat allein die Verfügungsgewalt gelber Bereich --> MA plant mit Vorgesetzten wie er wieder in den grünen Bereich gelangen kann roter Bereich --> MA, Vorgesetzter und Personal legen gemeinsam den Plan für die Rückführung in den grünen Bereich fest.

Mehrarbeit unterliegt auch weiterhin der Mitbestimmung und ist bei uns meist freiwillig.

Bei Mehrarbeit gibt es Zuschläge, es sei denn man hat Minusstunden. Niemand wird nach Hause geschickt, also liegen auch die Minusstunden in der Hoheit des Mitarbeiters.

Was euer Arbeitgeber will sind flexible Arbeitszeiten ohne Gefahr für ihn.

T
Thomas63

24.03.2023 um 08:55 Uhr

Wir haben seit 20 Jahren in einer Abteilung ein Ampelkonto da wir ziemliche Schwankungen im Produktionsvolumen haben. Im Prinziep ist das so: Der AG kann Samstags Zusatzschichten fahren und in Zeiten von niedrigen Volumen Freitags abbauen. Diese Tage werden über ein Konto festgehalten. Das Konto ist auf +- 12 Tage beschränkt in dem sich der AG bewegen kann. Die Mitarbeiter bekommen jeden Monat ihr Tarifgehalt egal wie gearbeitet wird, Zulagen werden nach geleisteter Arbeit gezahlt.. Der Vorteil ist das wir den Personalstamm hochhalten können und den Anteil der Leiharbeiter sehr klein halten konnten. Desweiteren spart der AG Geld was unsere Produktionskosten drückt und uns im Wettbewerb hilft.

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