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Abteilungsspringen was tun?

E
Elbeschwimmer
Nov 2016 bearbeitet

Wir haben Dienstpläne deren Erstellung über eine BV geregelt ist. Da ist der Geltungsbereich festgelegt und die Arbeitszeit für die Mitarbeiter. Der Dienstplan hat eine Gültigkeit von 1 Monat. Und in der BV steht auch drin, dass jede Dienstplanänderung nur mit Absprache des BR's. Trotzdem setzen sich die Vorgesetzten täglich zusammen und verschieben täglich die Mitarbeiter in den Geltungsbereich eines anderen Dienstplans, ohne die Zustimmung des BR's. Es ist eine tägliche einseitig beschlossene Verschiebung des Mitarbeiters, immer von heute auf morgen. Hintergrund der ganzen Geschichte ist die durch geführte Querqualifizerung mancher Mitarbeiter. Es werden nur die querqualifizerten Mitarbeiter von einer Abteilung in die andere Abteilung geschubst. Dadurch ändert sich der Geltungsbereich vom Dienstplan des Mitarbeiters in ein anderen Geltungsbereich eines anderen Dienstplans. Wir wissen als BR Gremium das wir auf eine Einhaltung der Dienstpläne bestehen müssen. Es wäre aber auch möglich über eine angepasste BV einen monatlichen Springerplan, ähnlich wie die Dienstpläne zu organisieren. Das müssten wir aus den BR Gremium heraus organisieren. Es gibt Mitarbeiter die wollen kein Abteilungsspringen und manche schon, wenn es freiwillig ist und es auch eine Springer Zulage geben würde. Die Jobrotierer bekommen eine Zulage, aber sind auch keiner Abteilung zugeordnet. Der BR wollte die Situation mit Gesprächen mit der Geschäftsführung lösen. Die Geschäftsführung möchte aber in Zukunft die ganze Firma springen lassen. Sprich jeder soll alles können und jeden bei Bedarf ersetzen können. Die meisten querqualifizerten sind schon auf der Suche nach einen neuen Arbeitgeber, weil wegen den Ganzen Stress, Arbeitsdruck und den Rahmenbedingungen. Weil auch indirekt zum Teil auch andere Arbeitszeiten gewünscht werden und eine Vier Augen Abmachung vereinbart wird. Vorgesetzter gegen einfachen Mitarbeiter. Mitarbeiter macht da freiwillig mit, da ein Druck vorhanden ist wie befristeten Arbeitsvertrag oder eine eventuelle individuelle Lohnerhöhung zu bekommen. Durch das Abteilungsspringen wird Personal on top eingespart. Da sowieso schon generell Personal eingespart wird addiert sich der ganze Druck. Und jedes Jahr soll jeder Mitarbeiter mehr Arbeit zusätzlich leisten wegen der Rendite. Wegen der schlechten Bezahlung, sehr niedrige Grundgehälter, wäre ein BV Vorschlag für die Abteilungsspringer mit Springer Zuschlag gut. Und zusätzlich könnte man eine BV Querqualifizerung vereinbaren. Damit gewisse Interessenkonflikte ausgemerzt wären. Aber aus Personalplanungs technischen Gründen wären wir eigentlich auf eine allgemeine Unterlassung aus damit die Dienstpläne eingehalten werden und mehr Personal eingestellt wird, um den Arbeitsdruck von den Mitarbeitern etwas zu mildern. Was macht man da am besten?

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Community-Antworten (3)

M
Moreno

13.07.2016 um 00:29 Uhr

Seminare wenn bei so einem Arbeitgeber der Betriebsrat hilflos ist dann: Gute Nacht!

A
AlterMann

13.07.2016 um 09:20 Uhr

Hallo Elbeschwimmer, Ich sehe da mehrere Baustellen gleichzeitig, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Das eine: Ihr habt einen Dienstplan. Da steht drin, wann und wo die Mitarbeiter arbeiten sollen. Auf die Gültigkeit dieser Dienstpläne könnt Ihr pochen. Wenn der AG die Arbeit anders organisieren will, kann er das möglicherweise tun, aber er darf Euch keinen Dienstplan faken. Also: Beschluss Rechtsanwalt. Ansonsten könnt Ihr Euren Arbeitgeber mit Fragen zur Personalplanung nerven. Und Ihr hättet evtl. reichlich Argumentationsstoff: Wenn Mitarbeiter dauernd ausgetauscht werden, bleibt die Entwicklung in der Arbeitsgruppe auf der Strecke: Aufgaben, die Mitarbeiter "nebenher" erledigen, bleiben zwangsläufig liegen. Die Arbeitsleistung sinkt, weil die Routine fehlt. Der Krankenstand erhöht sich, evtl. je nach Betrieb auch die Unfallgefahr wegen fehlender gründlicher Einarbeitung.

Zweite Baustelle: Schlechter Lohn: Ihr habt keinen Tarif, oder? Hier hilft eher eine Gewerkschaft. Ihr mit Eurer bescheidenen Verhandlungsmacht könnt natürlich versuchen, die ein oder andere Zulage zu vereinbaren. Alleine werdet Ihr damit nicht weit kommen. Es könnte sich lohnen, die Kollegen besser zu organisieren. Das ist sicher ein langer Prozess, aber er könnte lohnen. Außerdem kann eine Gewerkschaft betriebliche Arbeitsbedingungen öffentlich machen. Ihr dürft das nicht.

Nachtrag: Die Beschreibung hört sich so an, als wenn Du in einem großen, schlechten Altenheim arbeitest (Verzeihung: Seniorenresidenz). Wenn das so ist, ist die ständige Jobrotation eine riesige Unverschämtheit den Bewohnern gegenüber, eine ernstzunehmende Gefährdung in der Pflege und entsprechend eine erhebliche und unnötige psychische und vermutlich auch physische Belastung/Überlastung des Pflegepersonals.

G
gironimo

13.07.2016 um 11:12 Uhr

Man kann im BR nicht alle Probleme mit einmal abarbeiten. Setzt Prioritäten.

Aber verschafft Euch beim Arbeitgeber den notwendigen Respekt.. Das BVs nicht eingehalten werden (Dienstpläne) ist ein no go. Sprecht mit dem AG und verlangt die Einhaltung der BV und/oder das Eure Mitbestimmung beachtet wird. Notfalls droht Rechtsmittel an, die Ihr dann aber auch tatsächlich einleiten müsst, wenn der AG nicht reagiert (§ 23.3 BetrVG)

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