Interne Stellenausschreibung obwohl die Stelle schon besetzt ist?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir haben eine Anfrage einer Kollegin aus unserem Hause bekommen, bei der wir nicht genau wissen, wie wir damit umgehen sollen/können.
Alle offenen Stellen werden auf Wunsch des BR zunächst intern ausgeschrieben. Nun haben wir eine interne Ausschreibung für eine Stelle, die aktuell noch besetzt ist und wo die Kollegin weder gekündigt hat noch - unseres Wissens nach - gekündigt werden soll.
Der Sachverhalt: Zwei Kolleginnen haben sich auf eigenen Wunsch ein Zwischenzeugnis von ihrer Vorgesetzten unterschreiben lassen. Nachdem die Vorgesetzte diese Zeugnisse unterschrieben hatte, fragte sie direkt: "Soll ich Eure Stellen neu ausschreiben lassen?". Die Kolleginnen haben ihr nur gesagt, dass sie ihr nicht sagen können, was sie tun oder lassen soll. Die Vorgesetzte hat dann gesagt, dass ihr das Risiko zu groß ist, dass eine von den Kolleginnen gehen wird, und dass Sie ab sofort die Stellen (erst einmal) intern ausschreiben lassen wird. Dies ist dann gestern auch passiert.
Ist das richtig so? Schließlich arbeiten ja beide noch fest im Unternehmen und keiner von beiden hat angedeutet, dass sie bzw. wann sie kündigen.
Prinzipiell denken wir, dass die Firma ja eigentlich ausschreiben kann, was sie will, solange die Stelle nur durch ein OK vom Betriebsrat besetzt werden darf. Auf der anderen Seite kann das ja auch ein Druckmittel des Arbeitgebers bzw. des Vorgesetzten sein um klar zu machen, dass der Arbeitsplatz nicht sicher ist und sie jetzt schon einmal den Nachfolger suchen.
Können/sollten wir da was machen?
Wir würden uns über eine Hilfestellung sehr freuen. Vielen Dank.
Community-Antworten (4)
08.01.2016 um 10:32 Uhr
Nur weil sich jemand ein Zwischenzeugnis geben läßt, ist das noch kein Grund von einer "Kündigung" auszugehen. Was will diese Vorgesetzte denn machen, wenn jetzt Bewerbungen eintrudeln ? Ein Bewerbungsverfahren durchführen und den Bewerbern am Ende sagen: "Sorry, keine von beiden hat gekündigt, es gibt gar keine Stelle !"
Man könnte die Vorgesetzte natürlich einfach vor die Wand laufen lassen, aber ich würde erst nochmal vernünftig mit Ihr reden und versuchen, Ihr den Blödsinn auszutreiben.
Alternativ könnte man sich mit Ihr zur Personalplanung zusammensetzen und Ihr dort deutlich machen, das es ja gar keine offenen Stellen gibt und wofür dann die Ausschreibung sein soll ...
08.01.2016 um 10:40 Uhr
Morgen,
ich würde mich einfach mal unwissend stellen und bei der Perso den Grund für die Ausschreibung nachfragen. Die haben ja die Stellenausschreibung gemacht und werden sich was dabei gedacht haben.
Vielleicht wollen sie auch einfach mal den internen Markt sondieren. Kann ja ganz interessant sein zu sehen, welche Kollegen sich verändern wollen. Vielleicht wird geplant eine weitere Stelle zu schaffen, oder, oder, oder...... Es kann tausende Gründe geben.
Sollte es wirklich wg. der beiden Zwischenzeugnisse sein, würde ich zumindest meine Verwunderung äußern, dass Stellen jetzt schon ausgeschrieben werden, bevor diese zu besetzen sind.
08.01.2016 um 11:32 Uhr
Natürlich kann der einem Wunsch nach einem Zwischenzeugnis den Vorgesetzten etwas irritieren, aber ich kenne es aus meinem Irrenhaus so, dass man das nach einem Zeitraum x einfach mal anfordert, ohne Hintergedanken oder Kündigungswünsche zu haben.
Bekommt ihr regelmäßig einen Plan, was noch an EInstellungen für die nächste Zeit geplant ist? Wäre auch vielleicht etwas, was ihr bei den Personalern man anregen könntet - dann verliert man bei zukünftigen Stellenausschreibungen nicht ganz so schnell den Überblick.
08.01.2016 um 12:59 Uhr
Vielen lieben Dank für eure schnellen Antworten.
Wir werden mal nachhorchen, was die Personalplanung angeht. Diesbezüglich bekommen wir (noch) keinen Plan, was so geplant ist. Liegt daran, dass bei uns alles noch sehr spontan entschieden wird (Mittelständler).
Ihr habt uns sehr geholfen. Nochmals danke.
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