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Freistellung BR Vorsitzender

S
Suppengruen
Jan 2018 bearbeitet

Hallo zusammen,

ich habe seit 2 Monaten den Betriebsratsvorsitz übernommen und hab Fragen zur Freistellung.

Zählen Leiharbeiter bei der 200er Mitarbeitergrenze zur Freistellung??

Ist es möglich sich aus dem Schichtsystem befreien zu lassen weil man merkt das die Betriebsratsarbeit zu kurz kommt und man nicht allem mehr gerecht werden kann.

Mitarbeiteranzahl im Moment ca 150 Festeingestellte & 40 Leiharbeiter.

Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

MfG

2.175017

Community-Antworten (17)

N
nicoline

24.09.2015 um 09:08 Uhr

Guten Morgen, ja, die Leiharbeiter zählen mit. Auf 200 kommt ihr ja aber trotzdem nicht.

G
gironimo

24.09.2015 um 09:51 Uhr

Aber auch der § 37 BetrVG bietet Dir die Möglichkeit, die "erforderliche" Zeit für die BR-Arbeit in Anspruch zu nehmen. Der AG HAT Dich freizustellen in dem Umfang, wie Du es brauchst. Das heißt natürlich, dass Du ggf. die Schicht nicht arbeiten kannst, weil Du zu einem anderen Zeitpunkt BR-Arbeit machen musst. Das entscheidest Du. Du meldest Dich nur ab und an. Wie der AG es organisiert, dass der Betrieb trotzdem läuft, ist sein Problem.

H
Hartmut

24.09.2015 um 13:19 Uhr

Na Moment .. dass sich der MA nach §37 BetrVG von einer Schicht befreien kann, ist unzweifelhaft. Aber das war nicht die Frage. Sondern es soll der MA vom SchichtSYSTEM befreit werden, also zB zur Regelung für die Büroleute wechseln. Ich meine: Ja, das geht, aber es wird schwer. Bereitet das sauber vor. Holt euch dazu anwaltliche Hilfe als Sachverstand, das muss der AG bezahlen.

R
rtjum

24.09.2015 um 14:09 Uhr

erstmal mit dem AG darüber sprechen. Wenn Du z.B. an einer Maschine stehst, die dann immer still steht wenn Du BR-Arbeit machst dürfte dem AG doch an einer vernünftigen Regelung gelegen sein.

C
Challenger

24.09.2015 um 15:25 Uhr

Bezüglich des Arbeitsumfangs wegen BR-Tätigkeit Vergleich ua BAG - 7 ABR 43/89 -

S
Suppengruen

24.09.2015 um 19:10 Uhr

Hallo, danke für die Zahlreichen antworten, mir geht es nicht um eine generelle Freistellung von der Schicht weil es bequem ist sondern wir arbeiten im 4 Schicht-System und ich bekomme viele Kollegen nur noch in meiner Freizeit oder gar nicht zu Gesicht.

Eigentlich ein unhaltbarer Zustand.

H
Hoppel

26.09.2015 um 11:46 Uhr

@ Nicoline

"ja, die Leiharbeiter zählen mit."

Woher nimmst Du Deine Gewissheit? Meines Wissens hat sich das BAG bis zum heutigen Tag nicht entsprechend geäußert!

In 2013 wurde lediglich entschieden, dass Leih-AN bzgl. der Größe des zu wählenden BR berücksichtigt werden müssen. Das Thema "§ 38 BetrVG" ist noch offen ... auch wenn viel dafür spricht, dass Leih-AN auch bei diesen Schwellenwerten berücksichtigt werden dürfen.

D
DummerHund

26.09.2015 um 20:32 Uhr

Woher nimmst Du Deine Gewissheit? Meines Wissens hat sich das BAG bis zum heutigen nicht entsprechend geäußert!

Und nur weil das BAG sich bisher nicht dazu geäußert hat, soll diese Antwort.

"ja, die Leiharbeiter zählen mit."

evtl nicht richtig sein?

Untermauert dies doch wieder das manche nur fachlich Antworten können wenn es in einem Urteil steht.

B
blackjack

27.09.2015 um 01:07 Uhr

Leiharbeitnehmer werden bei der Ermittlung der Arbeitnehmerzahlen des § 38 Abs. 1 BetrVG n.F. nicht berücksichtigt. LAG Hamm: Beschluss vom 15.11.2002 - 10 TaBV 92/02

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der vorliegenden Rechtssache hat die Beschwerdekammer die Rechtsbeschwerde zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.

Demnach könnte ein BAG-Urteil vorliegen.

H
Hoppel

27.09.2015 um 08:23 Uhr

BAG, Beschluss vom 22. 10. 2003 - 7 ABR 3/03

Tenor: Die Rechtsbeschwerde des Betriebsrats gegen den Beschluss des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 15. November 2002 - 10 TaBV 92/02 - wird zurückgewiesen.

Amtlicher Leitsatz: Leiharbeitnehmer sind keine Arbeitnehmer des Entleiherbetriebs. Sie sind daher bei der für die Anzahl der nach § 38 Abs. 1 BetrVG freizustellenden Betriebsratsmitglieder maßgeblichen Belegschaftsstärke nicht zu berücksichtigen.

J
Jakarta

27.09.2015 um 20:56 Uhr

Ganz anders aber BAG, 15.12.2011 - 7 ABR 65/10 Auch BAG Beschl. v. 05.12.2012, Az.: 7 ABR 17/11

Eindeutig hier BAG, 13.03.2013 - 7 ABR 69/11

Amtlicher Leitsatz: Im Entleiherbetrieb regelmäßig beschäftigte Leiharbeitnehmer sind bei der Größe des Betriebsrats grundsätzlich zu berücksichtigen. Was dann zwangsläufig eine Auswirkung auf die Anzahl der Freizustellenden hat.

D
DummerHund

27.09.2015 um 21:29 Uhr

@Jakarta

Lass das nich den Hoppel lesen ;-)

H
Hoppel

27.09.2015 um 23:22 Uhr

@ Jakarta

BAG, 15.12.2011 - 7 ABR 65/10 > es geht zwar um den § 38 BetrVG, aber definitiv nicht um LEIH-AN BAG, 05.12.2012, Az.: 7 ABR 17/11 > s.o.

In diesen beiden Entscheidungen geht es um Personalgestellungen "Öffentlicher Dienst/Privatwirtschaft" und nicht um Leih-AN auf Basis des AÜG.

BAG, 13.03.2013 - 7 ABR 69/11 > diese Entscheidung wiederum befasst sich nur mit den Schwellenwerten des § 9 BetrVG und beinhaltet mit Sicherheit KEINE EINDEUTIGE Stellungnahme bzgl. des § 38 BetrVG

Wie ich bereits angemerkt habe, spricht vieles dafür, dass Leih-AN auch bzgl. der Freistellungen zu berücksichtigen sind. Aber höchstrichterlich entschieden bzw. geklärt ist diese Frage bis zum heutigen Tag nicht!

@ DummerHund

Glückwunsch! Deinen Nick hast Du Dir wirklich sehr gut und vor allen Dingen passend ausgesucht ...

D
DummerHund

28.09.2015 um 18:22 Uhr

Glückwunsch! Deinen Nick hast Du Dir wirklich sehr gut und vor allen Dingen passend ausgesucht ...

LOOOOOOOL Dieses Kompliment kann ich doch nur zurück geben, so wie du hier durchs Forum ........ lach

Und noch mal, sollange höchstrichterlich noch nichts endschieden ist, ist die betreffende Antwort um die es hier ging, weder Ansatzweise zu kritisieren oder als nicht korrekt hin zu stellen. Man lässt es einfach mal stehen und gut iss. Dies ist eine Eigenschaft die bei vielen verloren gegangen ist, nur um sich selbst zu profelieren.

G
Globus

28.09.2015 um 20:51 Uhr

ich verstehe die Diskussion hier im Moment noch nciht - dem Fragesteller ist wenig geholfen, da er nicht mal mit den Leih AN die Grenze schafft - hier eine Grundsatzdiskussion mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen vom Zaun zu brechen ist witzig und Interessant, aber bei der Frage nciht geholfen...

Anwort auf die Frage ist auslo wirklich, dass es für den Fragesteller egal sein kann - erstmal...

Aber auch ich habe die Rechtsauffassung, dass die LeihAN auch dazu rechnen - aber es ist wie immer eine Rechtsauffassung - und nur wenn das BAG mal höchstrichterlich entscheidet, wird ein Schuh draus - aber, wenn es keine Gremien gibt, die eine solche Streitfrage letztendlich durchfechten, wird sich an der offiziellen Rechtsauffassung nichts ändern...

Und das ist doch das witzige... nur wegen unterschiedlichen Rechtsauffassungen gibt es die entgültige, bzw vorherrschende... oder ausgeurteilte... hmmm, das widerspricht sich jetzt etwas ;-)

Aber schön ist, dass hier jeder Recht, oder Unrecht haben könnte... Je nach Verlauf die Geschichte...

Ich bin froh, dass es Gremien gibt, die sich mit dem momentanen Stand nicht zufrieden gibt, und eine neue Sicht der Dinge voran treibt...

J
Jakarta

29.09.2015 um 00:10 Uhr

@Hoppel Das meinst du doch jetzt hoffentlich nicht wirklich im ernst?

„BAG, 15.12.2011 - 7 ABR 65/10 BAG, 05.12.2012, Az.: 7 ABR 17/11“

Im Grunde genommen geht es auch in diesen Urteilen bzw. Beschlüssen um Leiharbeiter, auch wenn sie hier anders benannt sind. Einzig wichtig sind die dort aufgestellten Grundsätze.

„BAG, 13.03.2013 - 7 ABR 69/11 > diese Entscheidung wiederum befasst sich nur mit den Schwellenwerten des § 9 BetrVG und beinhaltet mit Sicherheit KEINE EINDEUTIGE Stellungnahme bzgl. des § 38 BetrVG“

Die grundsätzlichen Aussagen in allen drei Urteilen hast du aber mitbekommen oder? Die dort geschlagenen Brücken zw. den §§ 9, 38 und 40 BetrVG hoffentlich auch registriert und gedanklich zugeordnet?

Und das die §§ 9 und 38 BetrVG in einem direkten Zusammenhang stehen, dürfte eigentlich auch jedem BRM klar sein. Daraus ergibt sich dann auch, dass diese Frage sehr wohl höchstrichterlich geklärt ist.

G
Globus

29.09.2015 um 00:14 Uhr

entweder bin ich hohl in der Birne, oder ich habe es dennoch anders verstanden - vermutlich beides...

Ja klar ein Zusammenhang besteht, aber das BAG hat sich nachwievor um diese Thematik nicht bekümmert... auch das BAG spricht Einzelurteile, die allerdings weitergehende möglichkeiten zeigt - gerade in diesem Fall...

So habe ich das verstanden...

Höchstrichterlich wurde es nur indirekt - keines Falls direkt ausgeurteilt... Drum war ich ja sehr dicht bei euch, da ich der gleichen Rechtauffassung obliege...

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