Interne Stellenausschreibung
Hallo , was ist bei einer BV internen Stellenausschreibung zu beachten? Der Inhalt muss mit mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden... Kann man den Arbeitgeber zwingen die Anzeige auch im Intranet auszuschreiben? Für ihn langt es nur am schwarzen Brett... Da sieht aber nicht jeder ... Er möchte da die Frist des Aushanges nicht gesetzlich festgeschrieben ist , die externe gleichzeitig schalten. Vielen Dank für euere Unterstützung.
Community-Antworten (2)
16.06.2015 um 01:22 Uhr
In einer evtl Einigungsstelle werdet ihr wohl keinen Spruch erzwingen können, der beide Punkte festschreibt. Daher mein Rat: gut und unnachgiebig verhandeln! Vielleicht gibt es ja was, dass der AG unbedingt will
16.06.2015 um 09:24 Uhr
@ Serina
Ihr werdet vom AG nicht erzwingen können, die Stelle für z.B. 2 Wochen nur intern und erst dann extern ausschreiben zu dürfen. Die externe Ausschreibung darf aber NICHT vor der internen erfolgen. Aber der AG muss grundsätzlich Sorge dafür tragen, dass ALLE infrage kommenden AN Kenntnis nehmen können. Er muss aber keine Rücksicht darauf nehmen, dass AN ggf. wegen Urlaub, Krankheit etc. nicht im Betrieb sind und die Ausschreibung aus diesem Grund erst verspätet oder gar nicht zur Kenntnis genommen wird.
Siehe: BAG, Beschluss vom 6. 10. 2010 - 7 ABR 18/09
Das Gesetz enthält keine ausdrücklichen Bestimmungen dazu, welche Anforderungen an Inhalt, Form und Frist einer Ausschreibung sowie deren Bekanntmachung zu stellen sind. Die konkrete Ausgestaltung obliegt dem Arbeitgeber. Näheres kann in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden; ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht hat der Betriebsrat insoweit nicht.
Die Mindestanforderungen an Inhalt und Form einer Ausschreibung ergeben sich aus ihrem Zweck. Dieser geht dahin, die zu besetzende Stelle den in Betracht kommenden Arbeitnehmern zur Kenntnis zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Interesse an der Stelle kundzutun und sich darum zu bewerben. Aus der Ausschreibung muss daher hervorgehen, um welchen Arbeitsplatz es sich handelt und welche Anforderungen ein Bewerber erfüllen muss.
Außerdem muss die Bekanntmachung so erfolgen, dass alle als Bewerber in Betracht kommenden Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, von der Ausschreibung Kenntnis zu nehmen. Eine bestimmte Form der Bekanntmachung ist nicht vorgeschrieben.
Regelmäßig erforderlich, aber auch ausreichend ist es, wenn die Ausschreibung in der Weise bekannt gemacht wird, in der Informationen üblicherweise an die Arbeitnehmer erfolgen. In Betracht kommt etwa die Bekanntmachung durch Aushang am Schwarzen Brett, durch Aufnahme in eine Betriebszeitung, durch Veröffentlichung im Intranet oder durch Rundschreiben per E-Mail oder im Postwege.
Aus dem Gesetz ergibt sich danach keine bestimmte Mindestdauer für eine interne Stellenausschreibung. Vielmehr obliegt es dem Arbeitgeber, den Zeitraum der Bekanntmachung der Ausschreibung zu bestimmen und eine etwa einzuhaltende Bewerbungsfrist festzulegen. Er muss allerdings wegen des Zwecks der Ausschreibung darauf achten, dass geeignete Arbeitnehmer die Ausschreibung zur Kenntnis nehmen und eine Bewerbung einreichen können.
Dabei ist eine gewisse Überlegungszeit einzuplanen. Der Arbeitgeber darf bei der Bemessung von Ausschreibungszeitraum und Bewerbungsfrist den betrieblichen Interessen an einer zügigen Stellenbesetzung einschließlich der dadurch erforderlichen Nachbesetzung der freiwerdenden Arbeitsplätze Rechnung tragen.
Ein Ausschreibungszeitraum von zwei Wochen ist im Regelfall nicht als unangemessen kurz anzusehen.
Grundsätzlich ist von dem - für alle Arbeitnehmer gleichen - betrieblichen Normalzustand auszugehen, bei dem die Arbeitnehmer im Betrieb anwesend sind und von Stellenausschreibungen durch betriebsübliche Informationsquellen Kenntnis erhalten können. Abwesenheitszeiten von Arbeitnehmern beruhen meist auf individuellen Umständen und sind von ganz unterschiedlicher Dauer.
Deshalb obliegt es den Arbeitnehmern in diesen Fällen, ihr generelles Interesse an Ausschreibungen während der Urlaubs- und sonstigen Abwesenheitszeiten bei der Geschäfts- bzw. Personalführung oder beim Betriebsrat zu bekunden oder selbst oder durch Kollegen für eine zeitnahe Information Sorge zu tragen.<<
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