Verhaltensweisen der Betriebsrates
Ich bin seit neuem ein Betriebsratsmitglied. Als BR habe ich jetzt schon 2 persönliche Fälle gehabt, dass man mir mitgeteilt habe, ich würde mich nicht BR conform verhalten. Was heisst BR Conform verhalten konkret? In erster Linie bin ich Angestellter, ich bin kein freigestelltes Mitglied. Darf ich nun nicht mehr meine freie Meinung äussern ohne gleich dass man mir nachsage ich hätte dies als BR getätigt? Seit wann muss ich als normaler Mitarbeiter in einem Teammeeting immer der Meinung der Geschäftsleitung sein, bzgl. jeglicher Werte? Beispiel war, dass wir Leitlinien- und Wertesysteme nach denen sich die Mitarbeiter halten sollten von der Firma vor 2 Monaten über eine Postkarte zugesandt bekommen haben. Nachdem unser Teamleiter nun auf dieses Dokument hingewiesen hat, und der Meinung war, er möge sich mit jedem von unserem Team darüber unterhalten, er wähnte ich im Meeting, dass ich nicht mehr im Besitz dieser Karte bin.
Keine 5 Minuten später nach dem Teammeeting wurde ich als BR in ein Meeting mit ihm zitiert mit der Aussage, was mir hier einfalle solche Äusserungen zu tätigen! Und durfte mir hier richtig ein Abreibung einhandeln. Ich würde anderen Teammitgliedern als BR Mitglied signalsieren, mir wären diese völlig egal. Darf ich jetzt als BR keine freie Meinung mehr äussern? Wie schon gesagt, ich habe mich nicht zu den Inhalten der Werte geäussert sondern lediglich über den Verbleib. Bin ich jetzt ständig als BR unterwegs? Was darf ich noch, bzw. nicht? Ich dachte wenn ich nicht als BR geladen bin, dann als normaler Mitarbeiter unterwegs bin, der sich natürlich an die Arbeitsordnungen der Firma zu halten hat.
Community-Antworten (7)
22.04.2015 um 16:59 Uhr
Es gibt so Fragen, da springt mich förmlich an: "Ich will meine Wunschantwort hören, nichts anderes!"
Ok, sollst Du haben: Natürlich darfst Du auch als Betrienbsratsmitglied Deine Meinung äußern. Und auch als BRM kannst Du natürlich darauf hinweisen, dass Du nicht mehr im Besitz einer solchen Karte bist.
Ich werde allerdings den Verdacht nicht los, dass es weniger darum ging, was Du gesagt hast, als darum, wie Du es gesagt hast....
22.04.2015 um 17:16 Uhr
Wenn ich Dich richtig verstehe, kritisiert Dich nicht das BR-Gremium, sondern der AG beziehungsweise Vorgesetzte?
Wie können diese Personen definieren, wie sich der BR zu benehmen hat?
Aber da Du neu im BR bist: Du wirst Dich daran gewöhnen müssen, dass es genügend "Wadenbeißer" im Betrieb gibt, die bei kritschen Äußerungen von BR-Mitgliedern gerne kräftig zurückschießen.
Auf gut deutsch: Wer austeilt muss auch einstecken können. Ein dickes Fell braucht man nun mal.
Und besuche Seminare.
22.04.2015 um 18:37 Uhr
Hallo Pjöööng, sicherlich ging es dem Vorgesetzen darum, wie es gesagt wurde. Ich habe in unserem internen Teammeeting mitgeteilt, dass ich die Oster-Karte mit den Werten nicht mehr habe und weggeworfen hätte.
Die anderen Teammitglieder (nicht BR-Mitglieder) bestätigten das ebenso schon getan zu haben. Der Teamleiter hat sich diesbezüglich angegriffen gefühlt und mich unmittelbar als BR ins 6 Augengespräch zitiert, und mich mehr oder weniger klein gemacht.
Deshalb die Frage, muss ich jetzt für jede Äusserung als BR hinhalten? Wenn er ein Problem hat, hätte er dies auch an mich als normalen Mitarbeiter machen können.
Deshalb die war die Frage, muss ich jetzt ständig als BR mich verantworten? Mich dann im warsten Sinne des Wortes zur Schnecke machen lassen? Es wurde ja noch ein 2tes BR Mitglied hinzugezogen.
22.04.2015 um 19:50 Uhr
Wie gesagt - nein, musst Du nicht. Aber immer damit rechnen . "Berufsrisiko" des BR.
Einzige Gegenreaktion: Nicht klein beigeben und sich nicht rechtfertigen, wenn man zu seiner Meinung steht. Nicht provozieren lassen. Ruhe bewahren. Gute Gegenargumente haben.
22.04.2015 um 19:59 Uhr
Naja, also Aussagen wie,...ob das was ich zwischen meinen 2 Schultern habe ein Kopf ist, und dementsprechend auch graue Gehirnmasse ist? Und ob ich denken könne, weil ich solche Aussagen machen? Und das in einer Lautstärke..... Vor kurzem wollte man mir anhängen, ich hätte als BR Mitglied aufgrund einer Aussage eines Mitarbeiters Gehaltsdaten rausgegeben,.........was definitiv nicht der Fall war. Also langsam reichts..... Habe gelesen welchen solchen Fällen könnten sogar BRs aufgelöst werden,.....
22.04.2015 um 20:50 Uhr
Die einfachste aber effektivste Art ist hier nur zu äußern, stellt eure Frage oder Anliegen schriftlich an den BR in Vertretung des BRV. Du selbst braucht zu gar nichts und gegen irgend wem Stellung zu nehmen. Mach den Leuten das unmissverständlich klar.
24.04.2015 um 13:45 Uhr
Zitat (Zebra): "sicherlich ging es dem Vorgesetzen darum, wie es gesagt wurde."
Dann nehme ich mal an, dass die Äußerung eher nicht in der Kategorie "Oh Chef, das ist jatzt aber blöd gelaufen, ich habe die Karte daheim weggeworfen nachdem ich sie gelesen habe." zu suchen war, sondern eher in der Kategorie "Den Scheiß hab ich gleich dahin gepackt wo er hin gehört. Für so'n Dreck habt Ihr Geld, aber bei den Löhnen wird gespart."
Falls meine Vermutung in die richtige Richtung geht, dann kann ich eine grundsätzliche Kritik an diesem Verhalten eines BRM durchaus verstehen. Gerade ein BRM welches ja auch seine Kollegen vertreten sollte, sollte sich lösungs- und nicht streitorientiert äußern.
Ob die Kritik des Vorgesetzten wiederum sachgerecht war, kann ich so nicht beurteilen. Das erscheint mir aber auch eher zweifelhaft.
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