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Überstunden für Urlaub sammeln

S
Sabgrab
Nov 2022 bearbeitet

hallo habe einen Arbeitsvertrag mit 80 Std monatl. und es stehen 20 Tg Urlaub drin. Jetzt sagte mir mein Chef, dass er grundsätzlich meine Übersunden als Urlaub verrechnet.

Im Klartext: Ich habe für Januar 14 Tage Urlaub eingetragen, dann rechnet er die im Januar geleisteten Stunden und verrechnet die Diferenz zu 80 Std mit Überstunden.

z.B. 40 std gearbeitet differenz zu 80 Stunden = 40 Überstunden verrechnet.

Heißt, ich bezahle meine eigenen Urlaubstage.

Wie kann ich mich dagegen wehren?

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Community-Antworten (8)

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enigmathika

03.11.2022 um 14:20 Uhr

Das heißt im Prinzip, dass Du gar keinen Urlaub sondern Überstundenfrei nimmst und Dir die Urlaubstage noch zustehen.

"Wie kann ich mich dagegen wehren?"

Habt Ihr einen Betriebsrat? Bist Du in einer Gewerkschaft?

R
Relfe

03.11.2022 um 14:24 Uhr

Anwalt nehmen und klagen. Da es sich um einen individuellen Anspruch handeln, wird du diesen Weg gehen müssen, wenn der AG nicht freiwillig seine Meinung ändert

E
enigmathika

03.11.2022 um 14:58 Uhr

Das mit dem individuellen Anspruch kann man differenzierter sehen. Wenn der Arbeitgeber das bei jedem seiner Angestellten so macht, könnte(!) sich daraus eine Handlungsbefugnis für den BR ergeben.

@sabgrab Ich würde sicherheitshalber beim Arbeitgeber bzw. der Personalabteilung nachfragen, wie viele Urlaubstage Du noch offen hast. Vielleicht hat er sich missverständlich ausgedrückt und zieht erst Überstunden ab bevor er an die Urlaubstage geht. (was natürlich ohne deine Zustimmung ebenfalls nicht richtig wäre, aber doch eher ein kleineres Vergehen)

Wenn er tatsächlich beides abzieht, also Urlaub UND Überstunden, ist das ein klarer Rechtsbruch. Meine Frage nach einer möglichen Gewerkschaftsmitgliedschaft zielte darauf, dass Du dann eine Rechtsvertretung hättest, die bereits durch monatliche Beiträge bezahlt ist.

S
sagrab

04.11.2022 um 09:29 Uhr

Einen BR gibt es nicht. Es ist ein kleiner Laden mit drei TZ Kräften und zwei Aushilfen. Mein Chef sagt, das würde schon immer so gemacht, daß die Üstd für den Urlaub genommen werden und wenn ich damit nicht einverstanden wäre, könnte ich ja wieder zurück als Aushilfe arbeiten. Das liegt mir schwer im Magen, ich bin schon seit 5 Jahren dort und hatte nie Probleme. Erst jetzt seit ich auf Steuerkarte bin gibt es deswegen Unstimmigkeiten

R
Relfe

04.11.2022 um 09:50 Uhr

an deiner Stelle würde ich klagen und mir danach einen anderen AG suchen, in so einem Laden wirst Du doch nie zufrieden sein können, als AN.

E
enigmathika

04.11.2022 um 10:33 Uhr

"Mein Chef sagt, das würde schon immer so gemacht, daß die Üstd für den Urlaub genommen werden" Und wenn jemand keine Überstunden hat, bekommt er keinen Urlaub? sehr schräg und vor allem sehr illegal!

"... und wenn ich damit nicht einverstanden wäre, könnte ich ja wieder zurück als Aushilfe arbeiten."

Das ist allerdings eine wirksame Drohung. Wenn Du damit nicht einverstanden bist, kann er eine Änderungskündigung aussprechen und das Kündigungsschutzgesetz greift bei Euch leider nicht, weil der Betrieb zu klein ist. Andererseits: Willst Du unbedingt in einem Betrieb bleiben, in dem der Arbeitgeber seine Mitarbeiter um ihren Lohn betrügt?

Ich würde an Deiner Stelle anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Weißt Du, ob der Chef das bei allen so macht?

C
celestro

04.11.2022 um 10:57 Uhr

Ich würde dazu raten, erst einmal auf die Bremse zu treten und nachzuvollziehen, ob die Berechnungen wirklich fehlerhaft sind. Dann den Chef schriftlich auffordern, die Berechnungsgrundlage darzulegen und DANN kann man über kündigen etc. nachdenken.

E
enigmathika

04.11.2022 um 11:05 Uhr

Den Vorschlag hatte ich gestern auch schon gemacht.

Nach dieser Antwort: "Mein Chef sagt, das würde schon immer so gemacht, daß die Üstd für den Urlaub genommen werden und wenn ich damit nicht einverstanden wäre, könnte ich ja wieder zurück als Aushilfe arbeiten." gehe ich aber davon aus, dass der Chef hier wirklich nach Gutsherrenart agiert.

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