Mitarbeiterbefragung
Im Rahmen von Gesprächen mit Kollegen wird sehr viel Unmut Richtung Betriebsleitung geäußert. Ich bin ein neues Mitglied beim Betriebsrat. Meine Kollegen pflegen wenig Kontakt zum Betriebsrat, aber einige Einstellungen (Gefühle) kochen inzwischen so hoch, dass ich den Betriebsfrieden in Gefahr sehe. Im Gespräch mit Kollegen sind wir auf die Idee gekommen über einen Fragebogen konkretere Informationen zu erhalten. Darf der BR eine Fragebogenaktion durchführen? Muß man sich bei der Erstellung des Fragebogens an bestimmte Regeln halten? Darf der Fragebogen anonym sein? Welche Erfahrungen gibt es mit anderen Aktionen (Sprechstunde usw.)?
Community-Antworten (9)
29.10.2014 um 12:21 Uhr
@Jackie Oft, sehr oft, sind die Fragebogenaktionen nicht mal das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden; geschweige denn beantwortet wurden. Und: Fragen könnt ihr ohne Genehmigung der GF (fast) alles!
Was will man/willst Du denn rausbekommen? Dass AN unzufrieden sind, ist Dir aufgrund der Gespräche mit ein paar (wenigen) AN bereits bekannt. Willst Du mehr Infos, musst Du Dich mit mehr (verschiedenen) AN unterhalten. Eine Fragebogenaktion ist da nicht hilfreicher, als das persönliche Gespräch. Und empirisch wird es in den wenigsten Fällen sein!
Achja: Wass verstehst Du denn unter 'Betriebsfrieden'?
29.10.2014 um 12:33 Uhr
Wenn das wirklich so dramatisch ist wie du schreibst, glaube ich auch nicht an das Wundermittel Fragebogenaktion.
Was bekommt man denn mit Fragebögen heraus? Ein Meinungsbild. Und auch das nur dann, wenn es signifikant viele Rückläufer gibt, und zwar ehrliche Rückläufer. Bei einer solchen Stimmung, vergiss es.
Was ihr braucht, ist kein Meinungsbild, sondern das Vertrauen der Mitarbeiter. Das holt man sich am besten persönlich ab. Geht in die Kantine, stellt euch vor der Firma auf, sprecht die Leute auf dem Flur an usw. 'Was können wir für euch tun?' Genau wie Kölner schon schreibt. Dann kann man weitersehen.
29.10.2014 um 12:46 Uhr
@Kölner Also in unserem Fall gehört für mich zum Betriebsfrieden, dass wir unsere Arbeit konzentriert, effektiv, verantwortungsbewußt weiterführen können, und nicht ständig mit der Tatsache konfrontiert werden wie Fehlplanungen in der Leitungsebene auf die Fachkräfte abgewälzt werden. Das mag im Großen und Ganzen weit verbreitet sein, aber "wir"sind pädagogische Fachkräfte in einer WfbM, teilweise arbeiten wir mit schwer geistig und psychisch behinderten Menschen zusammen. Wir brauchen unsere Kraft für die Aufgaben die sich aus der beruflichen Integration der Menschen mit Behinderung ergeben.
29.10.2014 um 13:44 Uhr
Hi,
geh doch einfach mal zum Chef und frag ob du eine kleine Frage Aktion zum Thema Betriebsfrieden/verbesserte Arbeitsabläufe machen kannst als BR.
Zeige ihm eventuell auf welche Vorteile entstehen dadurch und das er doch bestimmt auch ein Interesse daran hat was bei euch schief lauft!! (Wenn er sein OK gibt ist die rechtliche Lage egal)
Gegenfalls wäre es sogar sinnvoll wenn ihr dies zusammen durchführt, heißt: Fragen gemeinsam erstellt!
nicht das danach nur raus kommt, Chefs sind .... und an allem Schuld..macht dann kein Sinn..
eventuell auch Vorschläge wie es besser laufen könnte mit auf den Fragebogen..
Wenn man solche Aktionen richtig macht kann auch einiges dabei raus kommen meiner Meinung nach.
Mach dir doch zeitgleich auch mal Gedanken über eine Verbesserungsvorschlag-Aktion(Dauerhaft)...könnte fast Sinnvoller sein. wo eventuell auch entlohnt wird % ..
Gruß
29.10.2014 um 14:18 Uhr
Ich denke auch, eine Fragebogenaktion ist hier nicht anzuraten.
Ihr solltet dringend an Eurer Öffentlichkeitsarbeit arbeiten. Mehr Präsenz im Betrieb. Mit Kollegen sprechen, Sprechstunden einrichten, auf Betriebs- und Abteilungsversammlungen bestimmte Themen vertiefen und zur Diskussion anregen usw.
Um mit dem Arbeitgeber über Führungsprobleme zu sprechen braucht Ihr keine statistische Beweise, sondern es reicht, dass ihr wisst wo die Probleme im Betrieb sind. und wie ich Dich verstehe, wisst Ihr es!
29.10.2014 um 15:00 Uhr
Erst mal vielen Dank für die Antworten. Da war schon einiges dabei, was mir weiterhilt. Das mit dem Fragebogen werd ich erst erst mal bleiben lassen. Aber: von gironimo: "Ihr solltet dringend an Eurer Öffentlichkeitsarbeit arbeiten. Mehr Präsenz im Betrieb. Mit Kollegen sprechen, Sprechstunden einrichten, auf Betriebs- und Abteilungsversammlungen bestimmte Themen vertiefen und zur Diskussion anregen usw." schwarz auf weiß schaut es doch anders aus als wenn man es nur so im Kopf hat. Danke. @martinez: Gerne würde ich Weg wählen mich mit den Chefs konstruktiv auseinanderzusetzen - ich bin seit über 15 Jahren in der Firma, leider nicht (mehr) möglich.
Trotzdem nochmal allen vielen Dank. Vor allem bin ich überrascht wie schnell eure Anregungen gekommen sind.
29.10.2014 um 18:18 Uhr
Wie Kölner schon geschrieben hat..." Oft ist es das Papier nicht wert"....
In unserem Betrieb ist ständig etwas am brodeln und es wird unheimlich viel gemeckert und getuschelt. Wir haben einen Meckerkasten ( Briefkasten) im Betrieb aufgehängt. Da war jetzt innerhalb von 5 Jahren noch NIE etwas drin.
Aber ......es besteht die Möglichkeit (auch anonym) Kontakt zum BR aufzunehmen.
Wäre evtl. eine Alternative zum Fragebogen.
29.11.2014 um 09:28 Uhr
29.11.2014 um 09:40 Uhr
Es ist das allerletzte, gewerbliche Werbung hier unterzujubeln. Ganz übel, zumal die Firma sehr verrufen ist.
@admin Kann man einschreiten?
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