W.A.F. LogoSeminare

Einstellung von Zeit/Leiharbeitern

W
wieso
Jan 2018 bearbeitet

Hallo,

es kommt immer wieder vor, dass kurzfristig Zeit/Leiharbeiter eingestellt werden müssen um den ungestörten Betriebsablauf sicherzustellen. Nachdem der letzte Zeit/Leiharbeiter ohne Anhörung des BR eingestellt wurde und wir das reklamiert haben kam der nächste bereits am Tag nach diesem Reklamationsgespräch und wieder ohne offizielle Anhörung des BR.

Hinzufügen muss ich allerdings, dass der Abteilungsleiter bei der Einstellung von Zeit/Leiharbeitern freie Hand hat. Wenn er jemanden benötigt, kann er selbst bei der Zeitarbeitsfirma jemanden anfordern, was er auch getan hat. Ob die NLL selbst jedesmal sofort informiert ist, dass ein neuer Zeitarbeiter kommt ist somit also nicht sicher.

Der Abteilungsleiter hat mitbekommen, dass wir beim letzten mal nicht angehört wurden und reklamiert haben und deshalb hat er uns diesmal einen Notizzettel zukommen lassen, mit dem Namen des Zeitarbeiters und Datum des 1. Arbeitstages. Die Angaben sind natürlich unzureichend aber er benötigt den Mann und wollte damit die Wogen glätten.

Wenn wir uns nun gegen die Einstellung aussprechen schaden wir der Abteilung. Dem NLL wird es eine Freude sein der betroffenen Abteilung mitzuteilen, dass der BR Schuld daran ist, dass keine Unterstützung da ist.

Wir können und wollen die Abteilung nicht hängen lassen aber dass wir wiederholt übergangen werden ist auch nicht hinnehmbar.

Welche Möglichkeiten haben wir?

1.44207

Community-Antworten (7)

M
metallica

11.09.2014 um 23:22 Uhr

Erstellt mit dem NLL und den Abteilungsleitern eine Betriebsvereinbarung, die euer Recht auf Mitbestimmung und seinen Wunsch nach Flexibilität berücksichtigt.

G
gironimo

11.09.2014 um 23:39 Uhr

Ihr solltet schnellstens das Gespräch mit dem Arbeitgeber (oberster Chef nicht nur NL oder sonstige Vorgesetzte) suchen und darauf drängen, dass dieser dafür Sorgen möge, dass Eure Rechte gewahrt bleiben. Der Arbeitgeber kann nicht einfach einem Mitarbeiter freie Hand geben und dabei diesem nicht die Anweisung geben, den BR zu beachten. Oft mangelt es da am nötigen Wissen.

Wenn wir uns nun gegen die Einstellung aussprechen schaden wir der Abteilung. Dem NLL wird es eine Freude sein der betroffenen Abteilung mitzuteilen, dass der BR Schuld daran ist, dass keine Unterstützung da ist. <

Der Verursacher des Schadens wäre nicht der BR sondern die Verantwortlichen, die die Rechte des BR nicht achten. Das solltet Ihr klarstellen und auch bei Euren Überlegungen berücksichtigen.

K
Kulum

12.09.2014 um 10:29 Uhr

"Erstellt mit dem NLL und den Abteilungsleitern eine Betriebsvereinbarung, die euer Recht auf Mitbestimmung und seinen Wunsch nach Flexibilität berücksichtigt."

Hoffentlich macht das keine Schule. Ich kenne keinen AG, der nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Wunsch nach Flexibilität möglichst laut hinaus posaunt. Und aus Sicht des AG ist das auch absolut nachvollziebar. Dass der Abteilung "geschadet" ist, wenn der LAN nicht käme dürfte zu allererst am Planungsmangel liegen. AN werden mal krank und haben auch mal Urlaub, dass ist kein Geheimnis und muss man als AG aushalten können. Wenn dann aber prompt ein LAN kommen muss ist die Abteilung zu dünn besetzt und der Fehler liegt in der Personalplanung und nicht beim BR!

Was ich tun würde: NLL anschreiben, dass die Mitbestimmung nicht beachtet wurden mit den Daten des Verstoßes (also Einstellung nach §99 BetrVG eines LAN ohne Anhörung und Zustimmung des BR inkl Zeitpunkt) und darauf hinweisen, beim nächsten mal wird die Einstellung per Beschlussverfahren angegriffen. Im übrigen hatten wir bis vor 5-6 Jahren ähnliche Zustände mit den gleichen Argumenten. Inzwischen klappt das ganz gut. Wenn ihr allerdings zu oft zuschaut, wie man euch auf der Nase herumtanzt, wird man euch recht bald völlig ignorieren, da ihr ja sowieso nichts dagegen unternehmt

M
metallica

12.09.2014 um 12:10 Uhr

Ich bin der Meinung, dass man innerhalb einer BV bessere inhaltliche Gestaltungsmöglichkeiten, als wenn ich routinemäßig, kurzfristig Anhörungsbögen zugesendet bekomme. Aber vermutlich führe ich einfach zuwenige Grabenkämpfe mit irgendwelchen Abteilungsleitern...

K
Kulum

12.09.2014 um 12:34 Uhr

Diese "kurzfristigen Anhörungsbögen" muss man ja nicht aus der Hüfte bearbeiten. Solange keine Zustimmung da ist wird nicht eingestellt. Spätestens wenn der Chef nur noch 70% Leistung abrufen kann, wird er schon von ganz allein die Abteilungen aufstocken um nicht jeden Ausfall ad hoc mit LAN kompensieren zu müssen, die er so kurzfristig sowieso nicht vom BR bekommt. Nur weil der Chef einen LAN als beste Lösung ansieht, muss das noch lange nicht die beste Lösung sein. In der Regel bringen LAN wieder neue Probleme. Was auch immer der Hinweis mit den Grabenkämpfen sollte, für mich klingt es eher als wäre in deinen Augen die Lösung des Chefs gesetzt, du willst sie nur noch ein wenig ausgestalten. Ausgestalten kann in dem Zusammenhang aber nur bedeuten auf Mitbestimmungsrechte zu verzichten ...

M
metallica

12.09.2014 um 13:05 Uhr

Möglich. Wenn ich mich in unserer Region so umschaue, sind diese Chefs aber spärlich gesät. Normalerweise wird dann auf Verschleiß gefahren bis es gar nicht mehr geht. Gesetzt ist garnichts, aber hier würde man sich die Argumentation der Betroffenen anhören und gemeinsam wann und wie festlegen. Ich will doch nicht die Anhörung automatisieren, sondern erwarte das man alle Möglichkeiten abwägt und daraus ein Konzept macht, was allen hilft und z.B. die Bedingungen für Neueinstellungen mitdefiniert (25x LA = eine Neueinstellung).

W
wieso

12.09.2014 um 17:38 Uhr

da muss ich metallica Recht geben. Der Kollege der die Erlaubnis hat den LAN selbstständig zu ordern macht das nicht leichtfertig und überlegt sich das zehnmal, schuftet selber lieber für zwei als zu sagen, wir brauchen Unterstützung. So entsteht der Eindruck als wäre in der Abteilung alles in Ordnung, denn die Arbeit wird ja trotz einer unbesetzten Stelle genauso erledigt. Ausserdem wurde ihm ein fester Mitarbeiter aus einer anderen Niederlassung versprochen. Er hat gewartet, dass der kommt aber jeden Monat eine neue Ausrede warum er vorerst doch noch nicht kommen kann. Nur weil er es Leid ist ständig vertröstet zu werden hat er jetzt den LAN geholt. Der versprochene feste MA soll irgendwann kommen aber dann nur so lange bis er wieder am anderen Standort benötigt wird, dann ist der ruck zuck wieder weg. Zitat Kulum Würde ich machen, wenn meine BR Kollegen mitziehen würden. <... bald völlig ignorieren> - wir wurden noch nie ernst genommen. Der Vorgänger BR war 7 Jahre (ohne Wahl dazwischen) im Amt und hat nichts gemacht ausser rechtswidrige und ausschliesslich AG-freundliche BV´s ohne Beschlüsse. Meine BR Kollegen könnten T-Shirts mit der Aufschrift -wir tun nichts, wir wollen nur spielen- tragen. Für die ist der Störenfried nicht der Chef sondern ich. Wenn ich also hier im Forum frage, welche Möglichkeiten WIR haben, erhoffe ich mir Argumente die ich gegenüber meinen BR Kollegen vorbringen kann. Vielleicht ist ja mal was dabei was meine BR Kollegen überzeugt. PS: unser Chef will sowieso immer alles pragmatisch lösen

Ihre Antwort