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Dieser Beitrag ist vor 11 Jahren entstanden. Gesetzliche Regelungen und Rechtsprechung können sich seitdem geändert haben.

Rechtschutzversicherung oder Gewerkschaft?

W
wieso
Dez 2025 bearbeitet

Rechtschutzversicherung oder Beitritt zur Gewerkschaft?

Ganz ehrlich gesagt schrecken mich die Kosten etwas ab aber ich habe das Gefühl, dass ich über kurz oder lang Schutz benötige.

Bin BRV und habe den Eindruck, dass mich mein AG mit Mist zuschüttet (diverse Arbeiten/Aufgaben) um mich als AN zu provozieren.

Ich bin auch nur ein Mensch (Reaktion auf Provokation) und schliesslich auch als BR kündbar.

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Community-Antworten (18)

B
Bakunin

07.07.2014 um 17:17 Uhr

Im Zweifelsfall würde ich die Gewerkschaft bevorzugen, da eine Rechtschutzversicherung Dich nach mehreren "Schadensfällen" vor die Tür setzen wird, worauf so mancher AG auch setzt. Nachteil bei der GEW ist halt, dass Du Dir den Anwalt nicht selber aussuchen kannst.

W
Widder

07.07.2014 um 17:26 Uhr

Ich rate dir zur GEW, weil es da nicht nur Rechtsschutz, sondern auch Hilfe für das tägliche Geschäft gibt.

P
paula

07.07.2014 um 17:43 Uhr

Nachteil bei der Gewerkschaft: wenn Du an den DGB.-Rechtschutz verwiesen wirst hast du ggf. noch nicht einmal einen Juristen an deiner Seite...

Ich selber habe auf Grund meiner Erfahrung ein gespaltenes Verhältnis zur Gewerkschaft. Aber man sollte Gewerkschaft nicht nur als Rechtschutz sehen. Gewerkschaft ist eine Interessenvertretung die eine gesellschaftliche Aufgabe wahrnimmt. Nicht ohne Grund sind Gewerkschaften verfassungsrechtlich geschützt. Das sollte man in die eigene Entscheidung immer mit einstellen

G
gironimo

07.07.2014 um 19:57 Uhr

Nicht unbeachtlich ist die Tätigkeit der Gewerkschaft als Lobbyist in Berlin. Die einzige Lobby, die AN dort haben. Auf diese Weise auf den Gesetzgeber Einfluss nehmen zu können, sollte jedem AN wichtig sein.

Und auch bei Rechtsanwälten sollte man sich nicht unbedingt im sicheren Fahrwasser glauben. Ihr glaubt gar nicht wie oft eine Minute vor Beginn der Gerichtsverhandlung ein "Ersatzanwalt" mit wehendem Kittel erscheint, den man zuvor noch nie gesehen hat, der aber behauptet die Akten bestens zu kennen - dann aber bei der ersten Frage des Richters ins Stocken gerät .....

A
AlterMann

07.07.2014 um 21:54 Uhr

Der Vorteil bei Gewerkschaften ist z.B., dass man in der Betriebsversammlung mit vorher abgesprochenen Rollen die Haltung des AG aufmischen kann. Schließlich kann die Gewerkschaft auch Sachen fragen und Informationen verbreiten, die für den AG eher unvorteilhaft sind. Und der BR tritt ein bisschen aus dem Regen und sucht anschließend gangbare Lösungen... Bei so was hilft ein Rechtsanwalt gar nix.

N
Nubbel

07.07.2014 um 22:58 Uhr

nachdem die gewerkschaft einem kollegen den ersten termin nach ablauf der frist zur kündigungsschutzklage angeboten hat, eindeutig die rechtsschutz

S
seesee

08.07.2014 um 00:51 Uhr

Ich hab beides. Aus gutem Grund.

L
Lexipedia

08.07.2014 um 09:14 Uhr

Sehe es genauso wie seesee. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Die Gewerkschaft vertritt dich auch vor dem LAG, wenn die Rechtsschutz erst die Erfolgsaussichten prüft. Hier können die schon mal nein sagen. Das habe ich bei einem Ex-Kollegen mal mitbekommen. Da wir eine Familienrechtsschutzversicherung haben ist der Anteil für Arbeitsrecht nicht so hoch. Da ist die ganze Familie eingeschlossen. Wichtig für uns war auch der Verkehrsrechtschutz (Bei den ganzen Vollpfosten auf der Straße!), Vertragsrecht, Mietrecht usw.

Bei der Rechtschutz solltest du jedoch nicht auf dem Preis achten. Das Paket der Leistungen muss stimmen. Es sollte auch keinen Eigenanteil geben. Das könnte teuer werden!

Bei der Gewerkschaft hast du natürlich auch noch mehr im Paket. Eine Freizeitunfallversicherung z.B. usw.

Also nicht auf den Euro gucken! Es muss nur das richtige Paket sein. Und da hat seesee recht: beides!

G
ganther

08.07.2014 um 10:29 Uhr

Aus eigener Erfahrung: der DGB kann dir den Anwalt verweigern und dich auf den DGB Rechtsschutz verweisen. Die Qualität dort war in meiner Sache Katastrophe. Meine bitte die Kosten eines Anwalts zu übernehmen wurde abgelehnt. So ging die Sache den Bach runter. Es wurden Ausschlussfristen versäumt es wurden Beweisregeln nicht beachtet. Die Urteilsgründe lesen sich wie die Dokumentation des Versagens. Kommentar vom Sekretär : Pech gehabt. Danke

L
Laffo

08.07.2014 um 14:33 Uhr

@wieso ..bist du freigestellter BRV?..dann würde ich nicht verstehen wie dich die AGin mit gewerblicher Tätigkeit zuschüttet..! Bei Nichrfreistellung sieht es schon anders aus! Auch du als AN musst nur die durchschnittlich geschuldete Leistung erbringen! & als BRV sogar noch weniger, da BR-Arbeit Vorrang vor gewerblicher Arbeit hat! Ansonsten kann man daraus auch eine Behinderung der BR-Arbeit konstruieren, welches wiederum teuer für den AG werden kann!

W
wieso

08.07.2014 um 16:39 Uhr

vielen Dank für dien zahlreichen Antworten. Bin nicht freigestellt. Ein Tätigkeitsbereich soll nun erweitert werden und das ist dann einfach nicht mehr zu schaffen. Hab schon abgeblockt aber dann vielen Worte wie Arbeitsverweigerung, Abmahnung wäre möglich usw.

Bin einfach noch zu unsicher was BetrVG angeht und unsere Schulung ist erst im August.

L
Laffo

08.07.2014 um 16:49 Uhr

S
Snooker

08.07.2014 um 20:31 Uhr

Die Frage ist erst mal nicht Rechtschutz oder Gew, die Frage sollte erst mal sein wie reagiert der BR als Gremium auf das Vorhaben des AG: Wenn dein Tätigkeitsbereich erweitert werden soll, dann gibt es ja schon mal feste Kriterien die Du zu erfüllen hast und aufgrund Du dein Lohn beziehst. Will er diese Kriterien erweitern würde ich als BR auch darauf dringen das Du in einer höheren Lohnklasse kommst.

W
wieso

09.07.2014 um 16:40 Uhr

Hi Snooker,

das ist alles ein bisschen kompliziert. Ich hatte über Jahre einen festen Aufgabenbereich mit Verantwortung usw. und dementsprechend war mein Gehalt. Der Bereich ist zentralisiert worden und seitdem mach ich dies und das. Einstufung hierfür wäre deutlich geringer. Demnach kommt eine höhere Lohnklasse nicht in Frage. Die neue Zusatzarbeit entspricht der Lohnklasse die ich ja schon habe.

GF wirft mir ständig vor, weil ich durch die Zentralisierung meinen (geliebten) Tätigkeitsbereich verloren habe wäre ich verbittert und frustriert. Allein wenn ich schon "piep" sage betrachtet man das schon als Angriff oder Rache. Weil ich BRV bin sage ich oft "piep" und noch viel mehr und dementsprechend gespannt ist das Verhältnis.

Es gibt viel zu tun und vieles zu beanstanden. Dass das der GF nicht passt ist von vorneherein klar. Dass ich dann auch noch die bin die das vorbringt ist für die GF dann noch viel schlimmer. Vor allem aber geht alles Negative auf mein Konto und deshalb möchte ich für den Fall der Fälle Schutz haben.

S
seesee

09.07.2014 um 18:34 Uhr

@wieso: Nochmal: mach beides: GEW + private Rechtsschutzversicherung!

Die Querelen mit GF sind "normal". Oft spielt auch eine Rolle, dass Du eine Frau bist und dich tatsächlich getraust, gegenüber GF "piep-piep-piep" zu sagen! Nur Mut! Lass' Dich nicht unterkriegen! (Spreche aus Erfahrung, habe auch so nen GF)

A
AgendP

09.07.2014 um 19:43 Uhr

hi, ich würde dir auch beides raten, ich habe leider auch nie was wirklich positives von der gew beim Thema Vertretung vorm Richter mit bekommen, obwohl wir als BR sogar einen Fachanwalt haben, aber ich selber bleibe beim Schutz der GEW aktuell habe ich auch keinen gezielten also auf eine BR Person bezogenen Stress

J
jens63

18.12.2025 um 18:58 Uhr

Ich war bis vor kurzem seit drei Jahrzehnten in der GEW. In der Praxis habe ich erlebt, dass Gewerkschaften in ihrer Rolle als verlässliche rechtliche Unterstützung nicht immer gerecht werden – insbesondere dann, wenn Fälle komplex oder konfliktträchtig sind. Statt aktiver Begleitung und klarer Positionierung bleibt es nicht selten bei unverbindlichen Hinweisen oder Rückzug. Gerade dieses Erleben führt dazu, dass man das Vertrauen verliert und sich am Ende an externe Fachanwälte wendet. Wenn Gewerkschaften ihre Relevanz behalten wollen, müssen sie auch dort handlungsfähig sein, wo Unterstützung wirklich gebraucht wird. Das war in meinem Anliegen nicht der Fall - daher habe ich nach 33 Jahren gekündigt.

A
aIraune

19.12.2025 um 08:02 Uhr

Glückwunsch zu dieser Entscheidung!

Ich würde immer eine Rechtsschutzversicherung empfehlen, Finger weg von Gewerkschaften!

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