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Anhörung eines Kollegen zur beabsichtigten Kündigung

P
petroff
Jan 2018 bearbeitet

Hallo, wir wollen einen Kollegen anhören, dem fristlos gekündigt werden soll. Dürfen wir dem Kollegen die Absicht zur Kündigung des AG bei dieser Anhörung mitteilen oder dürfen wir nur zum Sachverhalt Fragen stellen?

Beste Grüße

1.04005

Community-Antworten (5)

G
gironimo

26.09.2013 um 11:26 Uhr

selbstverständlich - das solltet Ihr auch unbedingt tun!

W
Watschenbaum

26.09.2013 um 12:02 Uhr

darf man fragen, was ihr anschließend vorhabt, wenn ihr mit dem Kollegen gesprochen habt ?

P
petroff

26.09.2013 um 12:12 Uhr

es geht um körperliche Gewalt gegen einen Kollegen. Wir tolerieren selbstverständlich keinerlei Gewaltanwendung egal aus welchen Gründen. Doch die Umstände wie es zu dem Vorfall kam und die Tatsache, dass es sich um einen 62-jährigen Kollegen handelt der seit über 15 Jahren im Betrieb ist und nie negativ aufgefallen ist, sprechen dafür Bedenken gegen eine fristlose Kündigung auszusprechen um vielleicht eine ordentliche Kündigung zu erreichen die wir dann auch akzeptieren würden.

G
gironimo

26.09.2013 um 12:20 Uhr

Ich finde es gut, dass Ihr der Sache auf den Grund gehen wollt und auch die verschiedenen Aspekte abwägt. Oft stellen sich dabei scheinbar klare Dinge plötzlich ganz anders dar.

Dabei müsst Ihr aber auch bedenken, dass die möglichen Gründe für eine fristlose Kündigung andere sind als die für eine fristgerechte Kündigung. Da kommt es also immer auch darauf an, was der AG in die Anhörung schreibt. Es kann also durchaus sein, dass Ihr bei einer fristgerechten Kündigung dann auch nein sagen müsst.

Vielleicht bieten sich auch andere Lösungswege an (Versetzung, Aufhebungsvertrag oder was auch immer).

H
Hartmut

26.09.2013 um 22:57 Uhr

Das Problem besteht hier darin, eine (mögliche) strafrechtliche Tat sowie eine daraus resultierende (mögliche) arbeitsrechtliche Konsequenz unter einen Hut zu bringen.

Ist denn der Vorfall bestätigt und ist die Schuld bereits festgestellt worden? Falls nein, womit begründet denn der AG die Entlassung? Und dass es keinen "milderen" Lösungsweg gab?

Es sind doch noch zu viele Frage offen, als dass man das -besonders aus der Ferne- beurteilen könnte.

Eines scheint mir aber klar: Für eine ordentliche Kündigung sehe ich keinen Ansatzpunkt. Weder für die Kündigung selbst, noch für einen Widerspruch gem. §102 Abs. 3 BetrVg. Diese Entlassung läuft entweder außerordentlich oder gar nicht.

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