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Wiederspruch zu einer unbefristeten Einstellung

R
Regenblume
Jan 2018 bearbeitet

Unser Gremium möchte der unbefristeteten Einstelung einer Pflegedienstleitung wiedersprechen, da sie sich durch einen sehr rüden Umgangston den MA gegenüber hervortut.Ausserdem passieren ihr immer wieder Fehler bei der Dienstplangestaltung. Sie nötigt MA für zusätzliche Dienste etc. Gibt es eine Möglichkeit zu wiedersprechen. Ihr Vertrag war bisher befristet. Ich wäre für eine Antwort sehr dankbar. Herzlichen Dank für die Antworten hier. Bin neu un d ken ne mich noch nicht so aus.Bin sehr froh, über die schnellen Antworten

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Community-Antworten (9)

G
gironimo Akzeptiert

13.09.2013 um 10:16 Uhr

Was bei einer Zustimmungsverweigerung ein Gericht daraus macht, sei erst einmal dahingestellt. "rüder Umgangston" Mitarbeiter "nötigen" sind oft recht subjektive Empfindungen.

Wenn der "Leidensdruck" greifbar in der Luft hängt, würde ich erst einmal die Zustimmung verweigern. Das zwingt den AG das Gericht anzurufen und - so ist jedenfalls meine Erfahrung - das Gespräch mit dem BR zu suchen, um möglicher Weise einen Kompromiss hinzubekommen, bevor es zum Gerichtstermin kommt.

Vielleicht hilft ja auch Führungstraining.

B
blackjack

13.09.2013 um 01:33 Uhr

Eventuell nach 99.2.6 BetrVG. Muss dann aber genau begründet sein.

N
nicoline

13.09.2013 um 09:19 Uhr

§99.2.6 die durch Tatsachen begründete Besorgnis besteht, dass der für die personelle Maßnahme in Aussicht genommene Bewerber oder Arbeitnehmer den Betriebsfrieden durch gesetzwidriges Verhalten oder durch grobe Verletzung der in § 75 Abs. 1 enthaltenen Grundsätze, insbesondere durch rassistische oder fremdenfeindliche Betätigung, stören werde. Fehler bei der Dinstplanung sind kein gesetzeswidriges Verhalten.

sehr rüden Umgangston nötigt MA Könnte § 75 betreffen:

  1. Arbeitgeber und Betriebsrat haben darüber zu wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden.

Weil ihr begründete Tasachen angeben müsst, braucht ihr dann Zeugen, die das Verhalten bestätigen. Kriegt ihr das hin???

K
Kölner

13.09.2013 um 11:25 Uhr

@gironimo Als BR sollte man sich aber auch nicht lächerlich machen. Und bei so einer Begründung ist man kurz davor. Zumal: Was denkst du, was ein AG oder ein Gericht mit dem WIderspruch macht? Vor allem wenn er offensichtlich unbegründet ist...richtig: Nix!

C
Charlys

13.09.2013 um 12:55 Uhr

Fehler bei der DP Gestalltung kann man als BR durch Zustimmungsverweigerung doch gut regeln. Ebenfall zusätzliche Dienste, denn Mehrarbeit und ggf Verstoß gegen ArbZG, auch hier kann der BR doch handel, Zustimmung verweigern. Ton ist ggf hinzunehmen.

A
AlterMann

13.09.2013 um 14:46 Uhr

@ kölner: Man macht sich nicht lächerlich, wenn man die Zustimmung begründet verweigert. Auch wenn die Rechtsgrundlage nicht wirklich ausreicht, kriegt man so doch erstmal einen Fuß in die Tür, um die Situation evtl. verbessern zu können. Und für den AG ist ein zielorientiertes Gespräch allemal besser als eine PE, in deren Folge der Krankenstand steigt oder die Mitarbeiter weglaufen.

N
nicoline

13.09.2013 um 15:12 Uhr

Ich sehe das exakt so wie gironimo und Alter Mann. Sofern sich die Zustimmungsverweigerung nur irgendwie auf die Ablehnungsgründe stützen kann, ist der AG gezwungen, sich die Zustimmung ersetzen zu lassen. Und wenn das zu einem Gespräch führt

um möglicher Weise einen Kompromiss hinzubekommen, bevor es zum Gerichtstermin kommt.

oder

kriegt man so doch erstmal einen Fuß in die Tür, um die Situation evtl. verbessern zu können.

oder

um den AG überhaupt erstmal klar zu machen, was wirklich los ist, ist das alle Mal besser, als

Ton ist ggf hinzunehmen.

A
AlterHase

15.09.2013 um 19:02 Uhr

@Alle

Hier hat Kölner wohl recht.

Hier bei einer Einstellung einen Widerspruchsgrund nach §99 Abs.2 Satz 6 BetrVG zu begründen, dürfte so gut wie unmöglich sein.

Bei einer Neueinstellung kommt es nicht auf das Verhalten in der Vergangenheit an. Erforderlich ist vielmehr ein für die Zukunft unterstelltes Verhalten.

Auch wenn es in der Vergangenheit so gewesen ist, heißt das nicht zwingend, dass es auch in Zukunft so sein muss.

Da der BR bisher und auch zukünftig die Möglichkeiten des § 104 BetrVG hatte und hat, wäre der Widerspruch hier als willkürlich anzusehen und würde von einem Gericht bestimmt auch so eingestuft werden.

Da die Rechte und Möglichkeiten des BR und der Belegschaft mit dem § 104 BetrVG auch nach einer Einstellung weiterhin gewahrt bleibt, besteht hier auch kein Rechtsschutz für den BR.

Hier hätte der AG auch die Möglichkeit, ohne vorherige Diskussionen mit dem BR, also kein Fuß in der Tür, die Einstellung per einstweiliger Anordnung zu erreichen.

Besser noch. Die Stellungnahme des BR einfach ignorieren, da ja willkürlich, und einfach einstellen. Um damit ein Verfahren des BR nach § 101 BetrVG zu provozieren, wo sich der BR dann ein paar Backpfeifen vom Richter abholt…..

N
nicoline

16.09.2013 um 17:54 Uhr

Tja, so unterschiedlich können die Ansichten / Reaktionen von Forumsteilnehmern und auch die von AG sein.

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