Beförderung als Betriebsratsmitglied
Hallo Zusammen,
hier meine Situation: Im Oktober 2011 ist eine Arbeitskollegin als Betriebratsmiglied gewählt worden. Kurze Zeit später, im Januar 2012 wurde sie als Supervisor befördert. Hätte sie also einen Rücktritt vom Betriebsrat machen müssen oder die Stelle als Supervisor nicht annehmen dürfen?
Das habe ich bis jetzt gefunden, nun bin ich Französin und die deutsche Rechtsschreibung ist nicht sehr einfach zu verstehen: Betriebsräte dürfen nicht schlechter, aber auch nicht besser gestellt werden als vergleichbare Mitarbeiter. Darüber hinaus sind sie im Laufe ihrer Amtszeit so zu stellen, wie sie stehen würden, wenn sie „normale“ Arbeitnehmer geblieben wären. Hier ist richtiges Ermessen gefragt. Das Betriebsverfassungsgesetz normiert einen Entgelt- und Entwicklungsschutz für die Mitglieder der Belegschaftsvertretungen. Der Grund ist, dass insbesondere für teilweise oder vollständig freigestellte Betriebsräte die Ausübung des Ehrenamtes die nicht zu unterschätzende Gefahr birgt, den Anschluss an die gewöhnliche berufliche Entwicklung zu verpassen und somit die eigenen Karrierechancen zu mindern. In der Praxis bestehen zuweilen erhebliche Unsicherheiten bei sämtlichen Beteiligten, wie dieser Schutz tatsächlich zu gewährleisten ist. Nicht selten sind Arbeitgeber geneigt, durch übertriebenes Wohlwollen bei ihrer Belegschaftsvertretung – vorsichtig gesprochen – Verständnis für die Sichtweise des Unternehmens zu wecken und hierdurch einer streitigen Diskussion über die fiktive Karriere der Belegschaftsvertreter zu entgehen.
Vielen Dank im Voraus.
Community-Antworten (4)
31.01.2013 um 18:33 Uhr
Wenn sie nicht Betriebsrat geworden wäre, wäre sie doch wahrscheinlich auch Supervisor geworden - oder?
Rechtswidrig wäre es , wenn der Arbeitgeber nur weil die Kollegin Betriebsrat geworden ist, diese zum Supervisor ernannt hätte. Falsch wäre es auch, wenn der Arbeitgeber sie nicht zum Supervisor ernannt hätte, nur weil sie Betriebsrat geworden ist.
Richtig ist, wenn die berufliche Entwicklung unabhängig vom Amt ganz normal weiter läuft.
31.01.2013 um 19:10 Uhr
Also, es ist kompliziert. Ich bin in dieser Firma verantwortlich für die Qualität. Durch diese Position sollte ich machen, dass sie einen Prüfung bekommt, die sie 2 Mal versaut hatte. Als die offene Stelle als Supervisor veröffentlicht wurde, im November 2011, hatte sie gerade das 2. Mal schon verpasst. Aber diese Prüfung war die erste Bedingung um diese Stelle zu bekommen. Die Firma hat so lang gewartet, um ihr die Stelle zu geben, bis man weißt, dass sie diese Prüfung durch irgendwelche Tricks bekommt.
01.02.2013 um 10:18 Uhr
Du meinst also, der AG hat die BR-Kollegin begünstigen wollen.
Wahrscheinlich schwer nachzuweisen. Und wer sollte das möglicher Weise vor ein Gericht bringen?
Wie arbeitet denn die Kollegin als Betriebsrat. Bist Du da mit Ihr zufrieden?
01.02.2013 um 18:17 Uhr
Zufrieden bin ich nicht, da ich gestern mitbekommen habe, dass sie ihre Rechte überschritt und versucht seit Monaten, mich beim Management fertig zu machen.
Weder als BR oder Supervisor ist sie fähig. Wenn sie einen Termin mit den Leuten macht, weiß man nie als was ist sie da und gibt manchmal falsche Betreffe für die Termine, um die Leute fertig zu machen, ohne dass diese Leute sich denken, dass sie vielleicht jemanden von Betriebsrat mitnehmen sollten, da das Betreff vom Meeting nichts zu denken lässt.
Als Supervisor ist sie da, wenn Abmahnungen gegeben werden müssen, nun erwähnt sie auch nie, dass jemanden uns begleiten sollte, obwohl sie das als erste wissen müsste.
BR wird im April neu gewählt. Durch ihre Position darf sie nicht mehr dabei sein. Nun, da sie immer noch versucht, mich runter zu ziehen, will sie einen Meeting mit dem Management und mir haben. Wenn es richtig wäre, dass sie entweder einen Rücktritt von BR machen sollte oder die Position als Supervisor nicht annehmen durfte, hätte ich noch was in der Tasche. Das Management wollte mich angeblich schützen, nun verstehe ich nicht, dass sie sie machen lassen. Auf alle Fälle habe ich gestern einen Anwaltsberatung angerufen, um zu wissen, wie man Mobbing beweisen kann. Sie meint, dass sie als Supervisor mich zu Hause, wann sie will anrufen kann um mir Anweisungen über Training und Qualität, zu geben, obwohl sie in diesen Bereichen gar nichts zu sagen hat. Gestern hatte sie ein nettes falsches Lächeln, so lang das Management da war. Als sie nur noch allein war, war sie nur noch ein Tyrann.
Ich bin langsam müde von der Situation.
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