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Wie geht ihr mit dem Druck um?

M
Megalogi
Nov 2016 bearbeitet

Vorgeschichte Dieses Jahr hat der Betrieb (80 Beschäftigte Metallbranche) Insolvenz in Eigenverantwortung (EsuG) angemeldet. Vorher waren schon Externe Berater Optimierer was weiß ich nicht alles ca. 1 Jahr im Betrieb (und sind es noch). Plötzlich wurde nach einem Betriebsrat gerufen. Die Leute die die Wahlen mit allem drumm und drann einleiteteten,waren mir und anderen sofort suspekt.

Da sagen wir es so sehr AG freundlich,zumal noch der AG einen Anwalt beauftragte dem Wahlvorstand zu helfen und ohne weiteres dem vereinfachten Wahlverfahren zustimmte. Ich und andere Kollegen vermuteten sofort um was es geht eine Namensliste soll ohne verhandlungen und ärger (für den AG) unterschrieben werden. So lies auch ich mich und andere mehr AN verbundene Kollegen zur Wahl aufstellen.

Wie dem auch sei,in der Wahl bekamen die AG Wohlgesonnen Kollegen eine deutliche abfuhr.

Tja da wir 5 nun recht grün Hinter den Ohren waren und immer noch sind, machten wir unserer Meinung nach gleich das Richtige. Wir traten geschlossen der IGM bei und konnten auch noch 15 andere Kollegen von einer Mitgliedschaft überzeugen.

Da unser AG nun endgültig begriffen hatte,das sein schuss komplett nach hinten losgegangen ist fingen jetzt schon die Ersten versteckten Drohungen an. IGM hat in seinem Betrieb nichts zu Melden, hausrecht hat nur er Büro für den Betriebsrat gibt es nicht (vesperraum würde genügen) Wir würden schon noch sehen usw usw.

Hier muss ich sagen Bis jetzt macht die IGM einen herrvragenden Job, und unserem Ag wurde schon der ein oder andere Zahn gezogen.

Vorletzte Woche dann sollte uns diese tolle Namensliste zur Unterschrift vorgelegt werden. Durch die IGM wurde uns aber ein Anwalt zur Seite gestellt Der mir (Betriebsratsvorsitzendem) aber regelrecht verboten hat eine Liste ohne das er anwesend ist anzunehmen. Als ich dies meinem Chef mitteilte na was soll ich sagen ohne Worte.

Letztendlich wurde uns diese Woche die Liste ausgehändigt ging aber alles recht schnell unser Anwalt verweigerte ersteinmal die Annahme (Formfehler unvollständige angaben). Unser Anwalt will sich jetzt ersteinmal die Betriebswirtschaftliche Situation anschauen. Um dann das bestmögliche für die Kollegen die uns Verlassen müssen herauszuholen (Transfergesellschaft Abfindung). Mit beidem der AG nicht einverstanden ist wie man schon heraushören konnte.

War schon jemand in ähnlichen Situationen. Nur Ärger mit AG. Keinerlei Kooperation. Alles geht nur mit Gesetzen und Druck. AN die einen löchern (was ich verstehen kann). Denen man aber noch nichts präsentieren kann. Selbstverständlich werden wir bei ergebnissen sofort eine Betriebsversammlung einberufen.

War schon jemand in einer ähnlichen Situation? Wie geht man mit dem Druck um? Wenn das noch lange so weitergeht,habe ich echt bedenken um meine Gesundheit. Ich Merke,wie mich das auffrißt. Ich kann schon überhaupt nicht mehr abschalten. Habe sogar schon mit dem Gedangen gespielt mein Amt niederzulegen, das kann ich aber doch meinen Kollegen nicht antun.

Eine Hoffnung habe ich aber noch es kann nicht mehr schlimmer werden.

1.79606

Community-Antworten (6)

N
Nubbel

18.11.2012 um 13:07 Uhr

und was willst du nun?

R
Roxxx

18.11.2012 um 14:11 Uhr

Doch, es wird noch schlimmer! Irgendwann steht fest wer gehen muß, selbstverständlich ist dann der BR der Böse für die Betroffenen. Hilfst Du einen von der Liste runter fragt dich Cheffe selbstverständlich wer an dessen Stelle gehen soll. Ihr habt Gewerkschaft und Anwalt an Eurer Seite, das hilft weiter. Unser Gewerkschafter war zwar auch da, geholfen hat er eher nicht. Macht eure Arbeit im Betrieb und versucht so wenig wie möglich mit nach Hause zu nehmen. Ich weiß, das ist leicht gesagt, aber es ist Cheffe, der entlässt, nicht ihr. Die Entlassungen werdet ihr nicht verhindern können, ihr könnt nur versuchen für die Betroffenen so viel wie möglich herauszuholen.

Behalt die Nerven, Gruß Ro

V
Valdi

18.11.2012 um 14:12 Uhr

Diesen Weg, den du beschlossen hast zu gehen, ist ein steiniger Weg doch du bist nicht alleine. Die BR- Kollegen, die IGM und die Hoffnung der Belegschaft gehen mit dir. Wer sich nicht wehrt hat schon verlohren. Du bist aufgestanden aus ueberzeugung und diese ueberzeugung wird dir Kraft geben. Auch nach 20 Jahren, wo ich diesen Weg gehe, habe ich manche schlaflose Nacht, wo ich ueberlege wie ich gemeinsam mit dem Gremium, gewisse Steine aus dem Weg kriege. Manchen Kampf verlohren und oft muede und traurig doch niemals verlohr ich meine ueberzeugung. Gehe weiter mit erhobenen Kopf, zuviele haben nicht mal die Kraft aufzustehen und sehen weg. Schoen das es dich gibt.

N
Nubbel

18.11.2012 um 14:21 Uhr

valdi, du bist ein poet! niemals geht man so ganz........

L
Lotte

18.11.2012 um 20:17 Uhr

Hallo megalogi, meine Erfahrung aus zwei Insolvenzen:

Wenn Ihr Informationen weitergebt an die KollegInnen, ehrlich seid und keine falschen Versprechungen macht, die KollegInnen merken lasst, dass Ihr Euch schützend vor ihnen stellt und einbezieht in allem was Ihr tut und was schlimmstenfalls passieren könnte (ganz wichtig!), dann wird Euch am Ende auch für Eure Mühe gedankt.

Es ist ein harter Weg, den Ihr gerade geht. Wichtig ist auch, dass Ihr als Gremium jetzt zusammen haltet und Euch gegenseitig bestärkt, keine Alleingänge unternehmt und Unsicherheiten im Gremium und mit der IGM + Anwalt ausdiskutiert. Viel Glück! LG Lotte

N
Nubbel

18.11.2012 um 21:14 Uhr

jetzt mache ich mir sorgen!

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