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Mißtrauen gegen BRM (oder doch nur Verleumdung...?)

F
Freigeist
Jan 2018 bearbeitet

Hallo,

hab ein Thema, welches mir aktuell unter den Nägeln brennt. Kleine Vorgeschichte:

2 Kolleginnen gehen zu 2 Vorgesetzten und beschweren sich dort massiv und umfassend über einen Kollegen. Andere Wege waren nicht mehr möglich, letzter Ausweg... . Die 2 Vorgesetzten gehen in die anschließende Sitzung des Team, trennen dort den einen Kollegen ab, ein Vorgesetzter führt unter 4 Augen ein Disziplinargespräch mit dem Kollegen, setzt ihn dort den massiven Anschuldigungen aus, beurlaubt ihn mit sofortiger Wirkung, erteilt Hausverbot. Der Kollege wandte sich an mich (damals noch BRV) mit der Bitte um Unterstützung. Die Unterstützung gelang, von den vielen Vorwürfen (allesamt arbeitsrechtlich nicht bzw. kaum relevant) blieb noch einer übrig: unzureichende Dokumentation ( Kollege ist Sozialarbeiter im Betreuten Einzewohnen). Ergebnis war eine Abmahnung (wobei die evtl. bei Bedarf noch anfechtbar wäre...)

Mein Gedanke an der aus meiner Sicht völlig überzogene Reaktion der Kolleginnen und der Vorgesetzten war schon im ersten Moment die des Mobbings/Bossings bzw. die der Verleumdung. Diesen Gedanken daran äußerte ich auch in abgeschwächter Form und mit dem Hinweis auf den einen übrig geblieben arbeitsrechtlich relevanten Vorwurf im 2. Disziplinargespräch bei der Unterstützung des Kollegen sowie im späteren Monatsgespräch. Bei der GF dann auch die Kritik am Vorgehen der Vorgesetzten. Hier betonte allerdings die GF, dass sie das Vorgehen mitträgt bzw. sogar angeordnet hat (dazu frage ich euch evtl. nochmal später um Rat...)

Nun zu "meinem " Thema: Die beiden Kolleginnen sind nun zu dem "mir nicht wohl gesonnenen" Teil des BR (5er BR, davon habe ich z.Zt. 3 gegen mich) gegangen und haben sich dort über mich beschwert. Es ist in der Retro nicht ganz klar wer da wen zum Gespräch gebten hat, das Ergebnis ist jetzt aber folgendes: Der sBRV, ebenfalls anwesend beim vergangenen Monatsgepräch, erzählte den Kolleginnen, das ich dort das Thema des Teams in Verbindung mit Mobbing gebracht hätte. Das sei aber ganz alleine mein Vorstoß gewesen, er verwehre sich dagegen ausdrücklich. Daraus entstand jetzt ein ausgesprochenens Mißtrauen gegen mich per mail der Kolleginnen an den BR und cc an die GF.

Diese mail habe ich beantwortet, in dem ich diesen Vorwurf und noch zwei weitere (1xangeblicher Alleingang bei Beteiligung des BR am Teamgespräch, sowie 1x angebliche herabsetzende Äußerungen bei einem 4-Augen Enpassant-Gespräch mit der einen Kollegin) als "nicht zutreffend "zurück gewiesen habe.

Jetzt geht es aber noch weiter: Der sBRV (+ die anderen beiden BRM) möchte mich auf das angeblich gefallenene Wort "Mobbing" in Verbindung mit den Kolleginnen festnageln und mir hierraus einen Strick drehen. Zum einen meine Abwahl als BRV (dem bin ich zuvorgegkommen in dem ich kürzlich zücktrat - jaja ich weiß, dieser Schritt war aber im BR bekannt und zwar aus zeitlichen Gründen, auch wenn es jetzt anders aussieht...) zum anderen aber, und jetzt wird es interessant, möchte er quasi im Auftrag der sich zu unrecht behandelt gefühlten Kolleginnen der Belegschaft per Rundmail mitteilen, dass der BR nicht hinter seinem, inzwischen, BRM (ich) steht und mit den Alleingängen und Mobbingvorwürfen nichts zu tun hat. Oder so ähnlich. Leider war ich nicht dabei, als diese mail formuliert werden sollte. Nur als Anmerkung: vor ca. einem 1/2 Jahr hat der sBRV schon einmal so eine ähnliche Attacke ggen mich gefahren, welche sich in der Retro als große Blase herausstellte. Allerdings blieb es da innerhalb des BR.

Also zur mail: Der größte Teil der Belegschaft ist ja in diesen Konflikt überhaupt nicht involviert und würde sich so oder so verwundert die Augen reiben. Naja, und ich würde mal eben in nem ganz schlechten Licht dastehen - ob nun zu recht oder nicht... . Evtl. soll. - das ist jetzt aber reine Spekulation - damit auch mein Ausschluss aus dem BR nach § 23 vorbereitet werden?

Das was mir hierzu einfällt ist: Verleumdung, Störung des Betriebsfriedens und, wenn ich denn raus bin, Behinderung der BR-Arbeit.

Nun meine Frage:

a) Darf der BR an die Belegschaft so eine mail senden, auch wenn sie auf Behauptungen fußt, die aus meiner Sicht unwahr sind?

b) Wie sollte ich weiter verfahren?

2.21505

Community-Antworten (5)

K
Kölner

10.09.2012 um 15:26 Uhr

@Freigeist Es gibt ganz offenbar nichts schlimmeres als Betriebsräte in einem Sozialen Bereich. ;-((

Aber im Ernst: Da will ein Teil des BR einen anderen Teil an die Wand dübeln, dass ein Wort gefallen sei, was man - buhu, wie böse - gerade im sozialen Bereich niemals sagen darf, wenn man es nicht letztlich beweisen kann. Und ne Mail und ne Belegschaftsinformation und ein schlechtes Licht...

Dieser BR scheint wenig auf sich und seine Selbstheilungskraft zu setzen und viel lieber einen Privatkrieg mit und über Dritte auszutragen. Selbst wenn das Wort Mobbing in diesem Zusammenhang falsch gebraucht wurde, ist eine Mail an die Belegschaft und die Distanzierung des Restgremiums von dem anderen Gremium NICHT zu rechtfertigen.

Was ich tun würde: Sollte die eine Seite diese Mail wirklich rundschicken wollen, dann wäre mein Gang zum AG und würde diesen auffordern diese Art der Kommunikation nicht zuzulassen. Desweiteren würde ich über einen Rücktritt des Gremiums (als ToP) abstimmen lassen und betriebsöffentlich das Ergebnis diskutieren um sich der Handlungsfähigkeit weiterhin zu versichern.

Ein Stall an Schabracken-Hyänen ist nix gegen Euren Betriebsrat...

P
pillepalleTR

10.09.2012 um 18:50 Uhr

Wenn man den Begriff "Schabrackenhyäne" in einer beliebten Suchmachine eingibt, erscheint als Textauszug des ersten Treffers (Wikipedia) in der Tat folgende Beschreibung: "Schabrackenhyänen haben einen gut entwickelten Analbeutel, dessen Sekret zur Reviermarkierung eingesetzt wird." Ich gehe davon aus, dass Kölner dieser Sachverhalt bekannt war, als er den Vergleich zu eurem BR zog.

Mich würde mal die Reaktion eurer GL interessieren; vorallem hinsichtlich des Vorgehens der Vorgesetzten (Zitat "(...)trennen dort den einen Kollegen ab, ein Vorgesetzter führt unter 4 Augen ein Disziplinargespräch mit dem Kollegen, setzt ihn dort den massiven Anschuldigungen aus, beurlaubt ihn mit sofortiger Wirkung, erteilt Hausverbot(...)") aber auch hinsichtlich der Selbstzerfleischung 'ihres' Betriebsrats.

G
gironimo

10.09.2012 um 20:05 Uhr

Was wäre denn so schlimm daran, wenn ein BR-Mitglied in einem Gespräch das Wort Mobbing verwendet? Selbst wenn es nicht zutreffend wäre - es ist und bleibt eine Meinungsäußerung.

Was der AG zur Selbstzerfleischung des BR denkt würde mich auch interessieren.

Ich denke, starke Nerven und ein kühles Augenmaß sind gefragt. Reagiere nicht genauso überzogen wie die anderen. Oft erkennen die Kollegen im Betrieb ganz gut, wenn etwas kein Hand und Fuß hat.

Suche Dir zur nächsten Wahl Verbündete und reiche eine eigene Liste zur Wahl ein.

F
Freigeist

11.09.2012 um 02:37 Uhr

Danke Euch 3 erst einmal für Eure Antworten.

Starke Nerven und ein kühles Augenmaß sind in der Tat gerade gefragt. Allerdings ist mir danze Ganze inzwischen so suspekt, das ich um Unterstützung bei " meiner" Dienstleistungsgewerkschaft" angefragt habe. Hab auch schon eine erste "Supervision" bei nem ehrenamtlichen Konfliktberater absolviert und jetzt ist mir einiges klarer. Es scheint, dass der Konflikt doch tiefer liegt als es zunächst den Eindruck macht. Anscheindend bin ich in der Vergangenheit wohl doch in das ein oder andere Fettnäpfchen getreten und jetzt winkt der (Rück-)Zahltag. Allerdings alles lösbar - wer denn möchte...

@ Gironimo Zur Frage der Haltung der GL: Diese schaut, glaub ich, verrückt verzückt auf das Treiben des BR und hegt evtl. noch Zweifel, ob der BR sie diesmal mal richtig auf die Schippe nehmen will. Das ist aber leider nicht der Fall ... Auf Einladung des BR nimmt die GL (der GF) an der nächsten BR-Sitzung teil und soll dort klarstellen , was ich denn "nun wirklich" im Monatsgespräch gesagt habe. Er hat seine Teilnahme zum konstruktiven Gespräch bereits zugesagt. Bei meiner persönlichen Verabschiedung bei ihm (das wollt ich mir als scheidender BRV dann doch nicht nehmen lassen, es war zwar nicht immer schön, aber schlussendlich immer fair) sagte er zwar bereits, dass er sich im Grunde nicht in die Themen des BR reinziehen lassen möchte und dann im Zweifel evtl. sogar noch für die ein oder Partei Stellung beziehen soll. Auch das böse Wort hat er nicht gehört. Die Spannung bleibt dennoch - ihr wisst ja: Pferd...Apotheke...

Auch an die Auflösung des Gremiums habe ich gedacht. Allerdings als letztes, denn als der BR sich in 2009 kosolidierte (vorgezogene Wahl) waren die Visionen für 2012 doch groß und inzwischen ist da auch ne Menge Herzblut mit drin. Aber im Grunde scheint es dem mehrheitlichen Teil des BR ja ganz gut zu gehen - naja, zumindest wenn ich weg bin... - shit happens.

Zum Thema "mail an die Belegschaft" gibts momentan folgende Aussage: Der BR hat keine Rechtsgrundlage, BRM öffentlich in Frage zu stellen. Die Rechtsgrundlagen hierzu sind klar geregelt (z.B. §23 oder auch §104). Sollte der BR mehrheitlich hier anders handeln, begibt er sich selbst in juristische Schwierigkeiten. Ich für meinen Teil werde nun noch einmal vorsorglich, auch wenn ich das eigentlich nicht wollte, eine Aussage für das Protokoll der nächsten Sitzung treffen, wo ich mich zumindest von dem 3. Vorwurf " Mobbingvorwurf in Verbindung mit Kolleginnen" distanzieren werde. Sollte es , warum auch immer, so aufgefasst worden sein, dann tut es mir leid. Dies lag nicht in meiner Absicht. Die anderen beiden Vorwürfe waren schlicht unwahr.

@ pillepalle: Die GL toleriert das Vorgehen der Vorgesetzten ausdrücklich und hat sie quasi dazu aufgefordert: "Wenn Teammitglieder massiv um Unterstützung nachsuchen, dann muss das Problem auch massiv angegangen werden..."

Ansonsten hätte ich noch eine Frage zurück: Auf die Themen Störung des Betriebsfriedens, Behinderung der Betriebsratstätigkeit oder auch Weitergabe von Internen Informationen aus BR-Sitzungen (auch Monatsgespräch) an Mitarbeiter außerhalb des BR seid ihr nicht eingegangen. Hat das ein besonderen Grund, seh ich da doch etwas zu düstere Szenarien?

Und @ Kölner und Pillepalle : "Schabrackenhyäne" - Danke!! Viel war in der letzten Zeit nicht zum lachen...

P
pillepalleTR

12.09.2012 um 12:06 Uhr

"Wenn Teammitglieder massiv um Unterstützung nachsuchen, dann muss das Problem auch massiv angegangen werden..." Das sind tolle Aussagen, die ich von Menschen mit (Personal-)Führungsverantwortung eigentlich nicht erwarte. Fehlt nur noch der Zusatz "...die Wahl der Waffen obliegt den Deliquenten" oder so.

Verleumdung, Störung des Betriebsfriedens und Behinderung der BR-Arbeit sind zunächstmal schwere Vorwürfe. Die sollten, wenn sie erhoben werden, auch belegbar sein. Bitte das folgende nicht falsch verstehen: ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man oft Dinge aus subjektiver Sicht deutlich "schlimmer" wahrnimmt, als es die Umwelt tut. Da wird ein leichter Vorwurf oder eine Kritik bei entsprechender Vorgeschichte oder in einer bestimmten (vllt. emotional aufgeladenen) Situation gerne auch mal ne "Verleumdung". Hast du niemanden, mit dem du - ohne interen Informationen preis zu geben ;-) - über die Sachlage reden kannst? Wie wird das Thema von eurem 5. BR-M (das aus deinem "Lager") beurteilt?

Werden bei euren Monatsgespräche keine Protokolle angefertigt? Wenn nein, wär das vielleicht ne Anregung für die Zukunft. Was passiert, wenn sich der GF auch nicht mehr an den Inhalt des Monatsgesprächs bzw. deinen genauen Wortlaut erinnern "kann"? GFs sind ja manchmal sooo vergeßlich, wenn es um mündliche Aussagen im Zusammenhang mit dem BR geht.

Ansonsten kann ich mich auch nur dem Rat von gironimo anschließen: keep cool!! Versuch dich relaxed zurückzulehnen und lass die Belagerer ruhig mit fadenscheinigen Argumenten und Beschuldigungen gegen die Burg anstürmen. Ob sie sie einnehmen, liegt an der Verteidigungstaktik. Die kann auch durchaus "passiv" sein. Möglicherweise wird deine "Burg" bis zur nächsten Wahl (Frühjahr'14) belagert. Wenn du bis dahin die Nerven behälst, besteht die Möglichkeit, dass der Belagerer entweder vorher schon zermürbt von dannen zieht oder du mit neuen Kräften (eigene Liste) einen Ausfall anführen kannst ;-) Viel Erfolg!

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