Pest oder Cholera
Folgendes Problem: Zwischen AG (150 Ma) und Belegschaft gibt es seit langem Streit, viele Kündigungen, Klagen der Kollegen, etc.. Nun ist der Aufsichtsrat endlich soweit, den Vorstand zu entlassen. So weit so gut.
Damit es aber besser aussieht und nicht nur der Vorstand geht, möchte der Aufsichtsrat, dass wir als gesamter Betriebsrat gleich auch zurücktreten. Man möchte das dann als Konflikt zwischen Vorstand und BR verkaufen und beide Parteien sollen "Platz machen".
Der Aufsichtsrat bittet allerdings nicht, sondern droht: wenn wir nicht sehr schnell zurücktreten, dann würde es Entlassungen geben. Diesen Zusammenhang hat der Aufsichtsrat auch schon den KollegInnen mitgeteilt. Was also tun? Ich habe ein ungutes Gefühl, der Drohung des AR einfach so nachzukommen. Auf der anderen Seite wird mit Arbeitsplätzen gedroht - unserem Unternehmen geht es wirtschaftlich recht gut, es ist eben eine Drohung (mit dem Risiko, dass die Drohung umgesetzt wird).
Eure Meinungen würden mich sehr interessieren.
Community-Antworten (12)
09.06.2012 um 00:19 Uhr
Anwalt und § 119
09.06.2012 um 00:40 Uhr
Hexchen, nette Geschichte mit vielen Schwachpunkten:)
09.06.2012 um 10:15 Uhr
Da kann eigentlich nur der Gang zum Gericht helfen (wenn es ganz schlimm wird auch Eilantrag) - siehe Kurzarbeiter. Betriebliche Öffentlichkeitsarbeit ist da sehr wichtig. Vielleicht solltet Ihr öffentlich fordern, dass der Aufsichtsrat zurücktritt.
09.06.2012 um 19:23 Uhr
AR teilt den MA mit, das wenn BR nicht zurücktritt eine Menge X an MA entlassen wird? Das ist doch ganz einfach, sofort anzeigen wegen BR-Behinderung und gemütlich zurücklehnen.
So eine Unverschämtheit hab ich ja noch nie gehört ...
11.06.2012 um 13:34 Uhr
Und dann kommen die Kündigungen doch und ihr habt keinen Betriebsrat-nette Taktik.
Ihr wärt mit dem Klammernsack gepudert wenn Ihr dieser Forderung nachkommt Gruss von den Betriebsratten
11.06.2012 um 13:45 Uhr
Warum gäbe es keinen BR?
Aber auf solch hohle Drohung würde ich mich trotzdem nicht einlassen. Also Antwort 1 und gleich noch Verhandlungen zum Sozialplan aufnehmen. Vielleicht auch mal vorsorglich bei der AfA erkundigen ob da schon geplante Entlassungen angezeigt wurden. Ruhig n bissl Staub aufwirbeln
11.06.2012 um 14:46 Uhr
Im goßem und ganzem ist von den Vorrednern schon alles gesagt worden.
Wie wäre es denn wenn ihr im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einen Pressesprecher wählt, und dann dem Aufsichtsrat mitteilt, da euer Standort ja sehr wichtig ist und evtl. Entlassungen auswirkungen auf die gesamte Region haben könnte schlagt ihr eine gemeinsme Pressekonferenz mit den regionalen Zeitungsverlagen am ....... vor.
Wäre nur eine Idee, denn wenn ihr einen Aufsichtsrat habt, so denke ich mal wirdeure Firma nicht gerade klein sein. Und für Lobbyisten ist schlechte Presse immer Gift.
11.06.2012 um 22:24 Uhr
Jede AG hat einen Aufsichtsrat, egal wie groß.
11.06.2012 um 22:45 Uhr
@poiuz
nicht ganz Richtig, aber braucht deshalb hier nicht ausdiskutiert werden.
11.06.2012 um 23:56 Uhr
"Wie wäre es denn wenn ihr im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einen Pressesprecher wählt, und dann dem Aufsichtsrat mitteilt, da euer Standort ja sehr wichtig ist und evtl. Entlassungen auswirkungen auf die gesamte Region haben könnte schlagt ihr eine gemeinsme Pressekonferenz mit den regionalen Zeitungsverlagen am ....... vor."
Bei einem Arbeitgeber mit 150 Arbeitnehmern? Da werden es sich die BRM vermutlich auch noch finanziell leisten können, die gesamte versammelte Journaille zum Umtrunk einzuladen.
12.06.2012 um 00:03 Uhr
Upps, die 150 MA sind mir wohl durch die Lappen gegangen, bzw. durch die Brille gerutscht.
12.06.2012 um 00:52 Uhr
@Snooker:
Gibt ja keine Diskussion, entweder hast du Recht oder ich, dann solltest du aber auch bekanntgeben in welchem Gesetz die von dir genannte Ausnahme drinsteht ...
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