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Mehrarbeit, Pro & Contra

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Nachfolger
Jan 2018 bearbeitet

Im BR haben wir einen Antrag auf Mehrarbeit zugestimmt, wenn dies auf Basis freiwilliger und Vergüterter Mehrarbeit geschieht. Die Produktionsleitung möchte die Mehrarbeit aber gerne festgeschrieben haben, damit die Meister ihre Schichten besser planen können. Dazu machen wir morgen, mit den betreffenden meistern, nochmals eine BR-Sitzung. Hierzu ist zu sagen, das seit Mai 2011 permanent Mehrarbeit auf 9 Std. täglich angefordert wurde. Die Meister haben die Sache dann so gesteuert, das die Mitarbeiter dann je nach Arbeitsanfall entweder 9 Std. oder aber nur 7,5 Std. gearbeitet haben. Ihr Argument lautet nun, wenn die Mehrarbeit auf freiwilliger Basis läuft, sei fast kein Mitarbeiter bereit länger zu arbeiten. Für Anregungen, Tipps und Argumente wäre ich sehr dankbar.

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Community-Antworten (7)

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NoPain

29.09.2011 um 22:09 Uhr

Wie sieht es denn mit Neueinstellungen aus? Ist freiwillig nicht mit Zustimmung der AN zu rechnen, weshalb werden nicht entsprechende Anreize geschaffen? Ich würde da nicht unbedingt eine BV zu haben wollen, auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit von Leiharbeitern die die GF dann möglicherweise wahrnimmt, ist aber um einiges teurer als den AN Anreize für Mehrarbeit anzubieten ;) Habt Ihr ein Arbeitszeitkonto?

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Nacfolger

29.09.2011 um 22:38 Uhr

Wir haben ein GLZ-Konto, das von allen Mitarbeitern, Gewerbliche & Angestellte, mit minimum 70 Plusstd. aufgefüllt ist. Leiharbeitnehmer sind in unserem Fall nicht einfach zu bekommen, SCC-Zertifikat ist Voraussetzung. Durch unseren Haustarif werden allerdings die Mehrarbeitsstd. nich Prozentual vergütet, das ist aber meiner Meinung nach sowieso nur zweitrangig

N
NoPain

30.09.2011 um 00:33 Uhr

Was sagt den die (BV)? Gleitzeit zu dieser Thematik?

Mal abgesehen erst einmal von der Gleitzeit, der AG kann Euch nicht dazu zwingen zukünftig der Mehrarbeit stets zuzustimmen oder Euer MBR anhand einer Verzichterklärung über eine BV auszuhebeln! Wenn Sie niemanden freiwilliges finden der Mehrarbeit machen will, stimmen offenbar die Anreize dazu nicht. Also entweder Neueinstellungen oder Anreize für die AN erhöhen, das würde ich so ersteinmal vorschlagen ;) Es wäre auch nicht soo übel die Meinungen der AN einzuholen, sie müssen es letztendlich ausbaden, Ihr vermutlich nach der nächsten Wahl auch - bitte nicht als Wertung nehmen, BR Wechsel sind Gang und Gebe - und sie bringen einen nicht immer auf schlechte Ideen ;)

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DerAlteHeini

30.09.2011 um 01:05 Uhr

Nachfolger Hier wird vergessen, wer der Verhandlungspartner des BR ist. Das ist der Arbeitgeber, bzw. die GL oder eine ausdrücklich beauftragte Person. Was mit den Meistern abgemacht wird, ist im Streitfall nicht relevant und kann nicht eingeklagt werden. Auch sollte man darüber nachdenken, in o.g. Angelegenheit eine zusätzliche BV abzuschließen und zwar mit dem AG, denn der muss sich im Streitfall verantworten.

L
Lernender

30.09.2011 um 09:50 Uhr

wie kurzfristig werden denn die 7,5 und 9 Stunden angeordnet?

N
Nachfolger

30.09.2011 um 20:10 Uhr

In unsere BV-GLZ steht geschrieben, das ein GLZ-Guthaben von 70 Std. vorgeschrieben ist. Sollte die Auftragslage in absehbarer Zeit schlechter werden (war bei uns Ende letzten Jahres absehbar), kann die GLZ sogar hochgestuft werden (wir sind auf 140 Plusstd. gegangen, da man die Möglichkeit hat, auch 140 Std. ins Minus zu gehen, hat man schonmal mindestens 1/4 Jahr ohne Kurzarbeit überstanden). Ab Januar haben wir dann fleissig Std. abgebaut, im Schnitt ca. 90 pro gewerblichem Mitarbeiter, bevor von jetzt auf gleich massiv Arbeit über uns hereingebrochen ist. Die Problematik mit den Mehrarbeitsstd. ist allerdings nicht neu, ich bin nun schon geraume Zeit in unserem Unternehmen tätig und es eigentlich jedes Jahr dasgleiche Dilemma, Anfang des Jahres geht die Arbeit den Bach runter, ab dem 2. Quartal zieht es gewaltig an und die Leute sollen schuften bis zum umfallen. Alle Versuche, mit der GL vernünftig zu kommunizieren, sind bis dato eigentlich wirkungslos verpufft. Das schlimme ist, das wir Werksverträge im Haus haben, die stetig mehr Arbeit bekommen und wir immer weniger vom Kuchen abkriegen. Stimmen wir zu, sind wir die Buhleute für die MA, die ohne Mehrarbeit gut über die Runden kommen, stimmen wir dagegen, sind wir die Buhleute für die MA, die jeden Cent 2- rumdrehen müssen. Deswegen haben wir uns für freiwillige Mehrarbeit entschieden, was die Problematik aber natürlich auch nicht löst. Den schwarzen Peter können wir aber dadurch an die GL weitergeben, denn sie muß auf uns zukommen, in unserem Bereich sind Fachkräfte, egal ob aus dem In- oder Ausland schwer zu bekommen(sie müssen SCC-zertifikiert sein). Mehr Mitarbeiter einstellen geht eigentlich auch nicht, da wir wohl an unsere Kapazitätsgrenzen was Auslastung, Personal, Platz, usw. angekommen sind. Alles in allem eine sehr vertrackte Situation, die uns als relativ frischem BR doch etwas zu schaffen macht. Danke nochmals, für die bisherigen und noch kommenden Tipps. Wenn die Problematik geklärt ist, wrde ich berichten.

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NoPain

30.09.2011 um 20:37 Uhr

Freiwillige Mehrarbeit ist doch Ok, dann habt Ihr die die Mehrarbeit leisten wollen schon einmal auf Eure Seite ;) Zu den Piek-Zeiten ( ab 2. Q bis vorbei ) würde ich dem AG ggf. befristete Arbeitsplätze vorschlagen, die dann, z.B. bei gleichbleibender Auftragslage die irgendwann eintritt ( oder auch nicht ;) ) zu Festarbeitsplätzen werden. Wie das dann aber mit einer SCC Zertifizierung aussieht muss der AG klären. Wie sieht es denn wegen dem Gesundheits- und Arbeitsschutz aus wenn die AN "schuften bis zum umfallen"? Und dann gibt es halt noch die Möglichkeiten den AN Anreize für freiwillige Mehrarbeit zu bieten, solange diese dadurch nicht unnötig gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden!

Fakt ist mal eins, das organisatorische, betriebliche und wirtschaftliche Risiko hat der AG zu tragen, er muss Vorschläge machen um die Piek-Zeiten zu überbrücken und muss sich dabei, wie Ihr auch, an die Gesetze halten. Wenn 100 AN die Arbeit von 200 machen sollen, kann das nicht gesund sein und die Kosten für mögliche Krankheitszeiten sind auch nicht aus den Augen zu verlieren.

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