HAllo zusammen,

als Betriebsratsvorsitzende bin ich momentan mit folgendem Fall konfrontiert und hätte gerne eine Einschätzung dazu, ob es sich hierbei schon um eine Art des Bossing handelt und wie wir als Gremium ggf. dagegen vorgehen können.

Zum Hintergrund: In unserem Betrieb wird es entgegen dem Inhalt des Entgeldfortzahlungsgesetz im Falle einer AU nur der Grundlohn gezahlt, nicht aber etwaige am Tag der AU angefallene Sonn-/Feiertags oder CvD-Zuschläge. Wir sind uns der Rechtswidrigkeit dieses Vorgehens bewusst und haben hierzu auch schon mehrere Gespräche mit dem AG geführt. Dieser hat sich daraufhin jedoch vorbehalten, die Höhe der zu zahlenden Zuschläge (aktuell 30% für Sonn-/Feiertagsarbeit, 20% für Nachtarbeit und 1,50€ bzw. 2,5߀ / Stunde für den Einsatz als CvD) generell zu kürzen, sollten wir die komplette Entgeldfortzahlung durchsetzen. Nach reiflicher Überlegung, dass sich die Mitarbeiter zum Großteil mit der aktuellen Regelung mittel- und langfristig betrachtet besser stehen, haben wir schon 2009 den Entschluss gefasst, dieses Thema erst mal allgemein nicht weiter zu verfolgen. Bei individuelle Abfragen stand es aber stets außer Frage, dass wir dem betroffenen Mitarbeiter korrekt rechtliche Situation, aber auch über die Hintergründe unserer Entscheidung informieren und ggf. auch beim SG unterstützen. So wurde es auch dem AG mitgeteilt.
Mittlerweile ist ein damals an dem Beschluss beteiligtes Mitglied aus persönlichen #gründen aus dem BR ausgetreten, ist aber noch in der Firma tätig. Er sist nun selbst von einer nicht korrekten Entgeldfortzahlung betroffen und versucht die Nachzahlung seit ca. 8 Wochen beim AG durchzusetzen. Der BR ist nicht direkt beteiligt, wohl aber von beiden Seiten über den Sachverhalt informiert. Nun hat der AG u.a. gegenüber dem BR angekündigt, dem Mitarbeiter gewisse Privilegien zu entziehen, sollte er an seinen Forderungen festhalten. Hierzu zählen u.a. das Berücksichtigen von Dienstwünschen, was bisher immer anstandslos funktioniert hat, sowie die Einschränkung/Streichung des Einsatzes als CvD, obwohl in seinem Bereich gerade eh zu wenig CvDs vorhanden sind. Darüberhinaus wurde ihm eine Vertrauensposition entzogen, in die er vom Team gewählt wurde. Außerdem hat der AG angekündigt jetzt auf jeden Fall die Höhe der Zuschläge reduzieren zu wollen, wobei absehbar ist, dass kommuniziert werden wird, dass diese für das gesamte Team nachteilige Entwicklung auf die Forderung des einen MAs zurückzuführen ist.

Der AG setzt somit den AN in meinen Augen massiv unter Druck, seine gerechtfertigte Forderung zurück zu nehmen. Mittlerweile hat sich dieser nunauch mit der Bitte um Unterstützung an uns gewandt, da er sich nach eigener Aussage gemobbt fühlt.

Für eine Einschätzung des Falls, sowie einige Tipps ind diesem Zusammenhang, wäre ich -wie gesagt- dankbar.

Pareo