Hallo, ich habe folgendes Problem mit meinem BR-Mandat: wir wurden vor ca. 3 Monaten neu gewählt und sind nun 5 BR-Mitglieder. Wir sind in einem Unternehmen der IT-Branche tätig, ca. 60 Mitarbeiter, ohne Tarifanbindung und ohne Gewerkschaftseinfluss (ich denke, es gibt max. 2-5 Mitglieder). Es gibt keinerlei "Gruppierung" oder "Einstufung", d.h. jeder hat seine Gehaltsforderungen mit der GF geklärt.
Bei den ersten BR-meetings kristallisierte sich heraus, dass einige Mitglieder des BR Bedarf sehen, das "ungerechte Lohngefüge" gerade zu rücken. Dabei fällt immer das Stichwort, dass der BR als Hüter der Lohngerechtigkeit sei.
Ich selber habe in diversen Unternehmen gearbeitet und dort wurde auch das "Jeder kämpft für seinen eigenen Lohn" gelebt. Mein persönliches Gefühl ist, dass dieses System natürlich ungerecht sein kann, aber mir ist völlig unklar, wie ich als BR dieses nun geraderücken soll. Natürlich kann der BR jetzt Einsicht in die Lohnlisten nehmen - und dann? Dann renne ich zu den Kollegen, die "zu wenig" verdienen ? Oder soll ich dafür sorgen, dass Kollegen, die "zuviel" verdienen, dann weniger bekommen?

Entschuldigt meinen Sarkasmus, aber ich weiss wirklich nicht, wie ich eine Gerechtigkeit herstellen soll, wenn es weder Tarifvertrag noch freiwillige Eingruppierungen gibt.
Zur Zeit merke ich nur, dass schon bei BR-Sitzungen über (angebliche) Gehälter von Kollegen diskutiert wird...dabei kursieren dann Beträge, die mich wirklich aufwühlen, weil sie weit über meinem Einkommen liegen. Und genau dieses Gefühl wollte ich vermeiden. Es ist jetzt schon spürbar, dass auch BR-Kollegen sich in Ihrem Urteil über Kollegen von deren Gehalt beeinflussen lassen....

Habt Ihr Lebenshilfe für mich?
Danke
Matwal